Wirecard: Nun spricht die BAFin

20.02.2019, 14:45 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die BAFin hat Shortselling-Aktivitäten bei der Wirecard Aktie untersagt - eine Reaktion auf die heftigen Turbulenzen der letzten Tage. Bild und Copyright: Jan von Uxkull-Gyllenband / shutterstock.com.

Die BAFin hat Shortselling-Aktivitäten bei der Wirecard Aktie untersagt - eine Reaktion auf die heftigen Turbulenzen der letzten Tage. Bild und Copyright: Jan von Uxkull-Gyllenband / shutterstock.com.

Der Shortseller-Bann der BAFin bei der Wirecard Aktie hat hohe Wellen geschlagen. An der Börse hat es Kritik an der Maßnahme gegeben, bis hin zu einer Einstufung als völlig überzogen, aber auch Zustimmung angesichts einiger offensichtlich seltsamer Kurs- und Umsatzentwicklungen bei dem DAX-Wert. Die BAFin hat nun ihr als durchaus außergewöhnlich einzustufendes Verbot des Auf- und Ausbaus neuer Nettoleerverkaufspositionen bei der Wirecard Aktie verteidigt.

Laut einer Vorabmeldung der „Zeit” habe die BAFin nicht das Unternehmen, sondern „das Vertrauen in einen funktionsfähigen Markt” schützen wollen, wie eine Sprecherin der Finanzaufsichtsbehörde gesagt haben soll. Man habe „die Gefahr gesehen, dass die Preisbildung nicht mehr angemessen funktionieren könnte”, so die Sprechering gegenüber der „Zeit”.

Die BAFin ergreife mit dem Leerverkaufsverbot weder Partei für Wirecard, noch spreche man damit Misstrauen gegenüber der „Financial Times” aus. Zudem betont die Behörde noch einmal, dass es mehr Leerverkaufspositionen in der Wirecard Aktie gebe als öffentlich bekannt sei. Die Schwelle für Meldungen an die BAFin liegen hier niedriger als für die Veröffentlichungen im Bundesanzeiger. In den letzten Tagen war bereits an der Börse darüber spekuliert worden, dass viele Shortpositionen existieren dürften, die unterhalb der Bundesanzeiger-Meldeschwelle liegen. Genaue Zahlen hierzu liegen aber nicht vor.

Zudem gab es zuletzt Meldungen, dass Shortseller wohl vorab über das Erscheinen der Berichte in der „Financial Times” informiert gewesen sein sollen. Die „FAZ” hatte dies gemeldet und auf die Aussage eines Zeugen gegenüber der Münchener Staatsanwaltschaft verwiesen. Später hatte die „Financial Times” mit allgemein gehaltenen Formulierungen zurückgewiesen, journalistisch unethisch berichtet zu haben, speziell den Vorwurf aus dem FAZ-Bericht aber nicht explizit erwähnt.

Derweil notiert die Wirecard Aktie am Mittwochnachmittag bei 118,10 Euro mit 1,79 Prozent im Minus. Mit Kursen zwischen 117,10 Euro und 123,10 Euro gibt es heute vergleichsweise geringe Volatilität bei dem DAX-Wert, zumindest bisher, spektakuläre Ausschläge wie in den letzten Tagen sind nicht zu sehen. In der technischen Analyse der Wirecard Aktie sind aktuell keine größeren neuen Tradingsignale von Relevanz zu sehen.

Auf einem Blick - Chart und News: Wirecard

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Für die Wirecard Aktie ging es gestern weiter nach oben. Erst in den Hindernissen zwischen 124 Euro und 128 Euro verfing sich die Erholungsbewegung, die vor einigen Tagen nach dem Crash auf 86 Euro gestartet war. Angesichts der Stärker der Widerstandsmarken kam es zu Gewinnmitnahmen und einer kurzen Phase hoher Volatilität an der Börse bei der Wirecard Aktie. Intraday ging es von 126,20 Euro, dem Tageshoch, auf 116,40 Euro nach unten - hier liegt das gestrige Tagestief.

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