USA: Der Realismus kehrt ein - ISM PMI Manufacturing schwächer - Nord LB Kolumne

03.01.2019, 17:55 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die US-Einkaufsmanager offenbaren Sorgen bezüglich des Handelskonflikts zwischen Washington und Peking. Bild und Copyright: Aerovista Luchtfotografie / shutterstock.com.

Die US-Einkaufsmanager offenbaren Sorgen bezüglich des Handelskonflikts zwischen Washington und Peking. Bild und Copyright: Aerovista Luchtfotografie / shutterstock.com.

In den USA sind vor wenigen Minuten aktuelle Zahlen zur Entwicklung des ISM PMI Manufacturing gemeldet worden. Zum Abschluss eines sehr erfreulichen Jahres musste der wichtige US-Stimmungsindikator im Berichtsmonat Dezember gewisse Einbußen hinnehmen. In Zahlen notiert die Zeitreihe nun bei „nur“ noch 54,1 Punkten. Die Befragungsteilnehmer aus der Industrie diagnostizieren somit zwar auch weiterhin ein spürbares Anziehen der ökonomischen Aktivität im verarbeitenden Gewerbe der Vereinigten Staaten, sehen aber auch klare Anzeichen für Tendenzen hin zu einer Entschleunigung des Wachstums. Diese Entwicklung muss schon als negative Überraschung gewertet werden. Optimisten können nun aber immerhin festhalten, dass langsam ein gesunder Realismus bei den befragten Firmen einzukehren scheint.

Der Blick auf die Details der eben veröffentlichten Daten zeigt, dass die wichtige Produktionskomponente des ISM PMI Manufacturing im Dezember auf 54,3 Zähler gefallen ist. Der tatsächlich von der US-Industrie realisierte Output legte also auch zum Ende des Jahres 2018 klar zu; auch bei dieser Zeitreihe zeigen sich inzwischen allerdings gewisse Bremsspuren.

Die Auftragskomponente gab ebenfalls deutlich nach und konnte sich nur noch sehr knapp oberhalb der Marke von 50 Punkten halten, die nach mechanistischer Interpretation als Expansionsgrenze gilt. Die Order-Bücher der US-Industrieunternehmen füllen sich am aktuellen Rand also eher schleppend.

Die Beschäftigungskomponente des ISM PMI Manufacturing zeigt dagegen nur vergleichsweise leichte Anzeichen für eine Abschwächung. Mit 56,2 Zählern wird von diesem Sub-Index für den Berichtsmonat Dezember noch immer ein relativ kräftiger Personalaufbau in der US-Industrie signalisiert.

Die Preiskomponente des ISM PMI Manufacturing ist am aktuellen Rand auf lediglich 54,9 Punkte gefallen. Die Einkaufspreise der US-Industrie steigen zum Ende des Jahres 2018 also deutlich langsamer.

Die verbalen Rückmeldungen der an der Umfrage teilnehmenden US-Einkaufsmanager offenbaren gewisse Sorgen bezüglich des Handelskonflikts zwischen Washington und Peking. Im Textilbereich scheint es eine erhöhte Nachfrage wegen der für den Januar 2019 bereits angekündigten Preiserhöhungen gegeben zu haben. Dies ist aber ohne jeden Zweifel ein Sondereffekt, der nur einzelne Segmente zu berühren scheint und daher keine größere makroökonomische Bedeutung haben dürfte.

Fazit: Der ISM PMI Manufacturing musste zum Abschluss des Jahres 2018 eine spürbare Abschwächung hinnehmen. Für Dezember wurde „nur“ noch ein Wert von 54,1 Punkten gemeldet. Damit wird zwar weiterhin klar Wachstum angezeigt, die Schwäche bei der Auftragskomponente kann aber bereits mit einer gewissen Sorge betrachtet werden. Angesichts der Stärke in den Vormonaten ist die aktuelle Entwicklung des vielleicht wichtigsten US-Stimmungsindikators zunächst wohl noch kein Problem; in der Industrie der Vereinigten Staaten ist vielleicht einfach nur ein gesunder Realismus eingekehrt. Die aktuellen Zahlen passen in jedem Fall gut zu unserer Wachstumsprognose für das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

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