Nikkei 225-Index erreicht neues Jahrestief - Commerzbank Kolumne

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Nachricht vom 21.12.2018 21.12.2018 (www.4investors.de) - Der japanische Leitindex Nikkei 225 erreichte gestern mit 20.282 Punkten ein neues Jahrestief. Seit Anfang des Jahres hat er damit fast 11% seines Wertes eingebüßt. Nach einem schwachen Jahresstart legte der Nikkei 225-Index im zweiten und im dritten Quartal 2018 um rd. 12,5% zu und erzielte am 2. Oktober 2018 mit 24.448 Punkten sein Jahreshoch. Vor dem Hintergrund der schwachen Märkte vor allem in Europa erzielte der japanische Leitindex zeitweise eine beachtliche Outperformance, die vor allem recht soliden Gewinnausweisen vieler japanischer Firmen zu verdanken war. Seither ging es aber steil bergab. Das lag an mehreren Faktoren. Zum einen verfestigte sich im vierten Quartal 2018 die Sorge vor einem globalen Wirtschaftsabschwung. Immer mehr Ökonomen äußerten Bedenken, dass das bislang sehr starke Wachstum in China aufrechterhalten wer-den könne. In der Tat schwächt sich die Konjunktur im Reich der Mitte von Quartal zu Quartal weiter ab. Für das Jahr 2019 erwartet der Konsensus ein BIP-Wachstum in China von 6,3% (2018e: +6,6%). Besonders belastend wirkten zudem die Themen Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die „europäischen Sorgenkinder“ Italien (Budgetstreit) sowie die leidigen Streitigkeiten um den Brexit. Nicht zuletzt schockten eine Reihe von Gewinnerwartungen die Börsen; nicht selten wurden die betroffenen Aktien der Firmen mit zweistelligen Kursverlusten abgestraft. Der MSCI Japan-Index ist mit einem KGV (2018) von 12,6 mittlerweile recht günstig bewertet. Allerdings schwächt sich das Gewinnwachstumspotenzial im Jahr 2019 deutlich ab. Hier rechnet der Konsensus für den MSCI Japan-Index nur noch mit einem Anstieg von 3,3% gegenüber dem Vorjahr. Sollte sich der Yen im kommenden Jahr im Zuge eines möglicherweise schwächeren US-Dollars stärken, könnte dies negative Auswirkungen auf die Gewinne vor allem der japanischen Exportfirmen haben. Wir gewichten Japans Börse weiter mit Neutral.

Anleihen


Japan: Verbraucherpreise (Okt.), 01:30 Uhr
Deutschland: GfK-Konsumklima (Jan.), 8:00 Uhr
Frankreich: Geschäftsklima, INSEE (Dez.), 8:45 Uhr
USA: Aufträge, langlebiger Güter (Nov.), 14:30 Uhr
USA: Ausgaben der priv. Haushalte (Nov.), 14:30 Uhr

Die Marktstimmung zum Jahresende blieb auch gestern trüb. Nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank gingen die Renditen von 10-jährigen US-Staatsanleihen zurück und der US-Dollar wertete gegenüber dem Euro gut 0,5% ab. Die US-Konjunkturdaten lieferten wenig Unterstützung. Der Businessindikator der Philadelphia Fed fiel im Dezember weiter zurück – von 12,9 auf 9,4 Punkte. Analysten hatten dagegen mit einer leichten Erholung gerechnet nach den Rückgängen in den beiden Vormonaten. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosengeld ist in der jüngsten Berichtswoche zwar etwas angestiegen – von 206.000 auf 214.000, das niedrige Niveau der Anträge spricht aber für eine weiterhin hohe Stellendynamik. Die weiter sinkende Arbeitslosigkeit dürfte auch der Hauptgrund für die Zinserhöhung am Mittwoch gewesen sein. Wichtig für die Einschätzung der weiteren Konjunkturentwicklung in den USA sind die heutigen Auftragseingänge für langlebige Güter. Vor allem eine Erholung bei den Bestellungen für Ausrüstungsgüter nach drei eher schwächeren Monaten wäre ein positives Signal. Die schwedische Riksbank hat ihren Leitzins von -0,5% auf -0,25% angehoben. Der Schritt kam etwas überraschend, da die Konsumentenpreise in den letzten beiden Monaten rückläufig waren. Eine Zinsanhebung spätestens im Februar war von der Riksbank jedoch vorher angekündigt. Die schwedische Krone wertete zum Euro knapp ein Prozent auf. Dass der Impuls nicht stärker war, dürfte daran gelegen haben, dass die schwedische Notenbank im Gegenzug ihren Zinsausblick gesenkt hat.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Die Aktienmärkte befinden sich derzeit in einem Abwärtssog. Die europäischen Aktienmärkte reagieren auf die Vortagesschwäche der Wall Street, diese eröffnet wiederum schwächer und zieht die übrigen Märkte am Nachmittag weiter runter. Gestern wirkten die Zinsentscheidungen aus den USA noch fort und die Märkte entschieden sich für die Interpretation, dass auch die für 2019 angekündigten zwei Zinserhöhungsrunden für die fragile Konjunktur zu viel sein könnten. Der DAX schloss 1,4% tiefer, während der EuroStoxx 50 mit -1,7% noch stärker verlor. Dem negativen Trend trotzten nennenswert nur Henkel (+1,1%) im DAX bzw. Metro (+3,9%) im MDAX. Unter die Räder gerieten Finanzwerte (Deutsche Bank – 7%, Commerzbank -6,6%), Wirecard (-5,3%) und Zalando (-7,8%). Ähnlich war die Lage in den USA. Nicht nur der Dow Jones (-2,0%) schloss auf neuen Jahrestiefs, die Nasdaq gab 1,6% ab. Dem einzigen Gewinner im Dow Jones Johnson & John-son (+5%) standen 29 teils deutliche Verlierer wie Walgreens (-4,9%), UTX (-3,7%) oder Wal Mart (-3,6%) gegenüber. Einzelbewegungen waren teils noch heftiger: Twitter lagen 11% im Minus. Schwächste Branche war mit dem erneut tieferen Ölpreis der Energiebereich (-2,8%). Lediglich Versorger konnten sich einigermaßen halten. Die asiatischen Börsen reagieren heute teils auf die schwache Wall Street. Der japanische Nikkei liegt 1,2% im Minus. Immerhin sind die Kurse an den chinesischen Börsen oder in Korea behauptet. Ein kleiner Lichtstreif für heute sind gute Zahlen von Nike, die auf die Konkurrenten abstrahlen dürften. Allerdings muss heute noch der dreifache Verfallstag mit traditionell volatilem Verlauf überstanden werden. In Deutschland startet dann die Weihnachtspause, am 24.12. findet jedoch in den USA und einigen europäischen Märkten ein verkürzter Handel statt. (Redakteur: Externer Kolumnist)

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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