USA: Baugenehmigungen steigen infolge von Wiederaufbaumaßnahmen - Commerzbank Kolumne

19.12.2018, 09:10 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Bild und Copyright: anathomy / shutterstock.com.

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Die Baugenehmigungen sind im November kräftig um 5% zum Vormonat angestiegen. Allerdings vor allem im Süden (+10%). Mithin dürfte es sich hier überwiegend um Wiederaufbaumaßnahmen nach der Hurrikansaison handeln. Seit etwa zwei Jahren stagnieren die Wohnungsbauaktivitäten in den USA. Zum Teil mögen steigende Hypothekenzins für die Schwäche verantwortlich sein. Die Haus-preise haben sich aber sehr moderat entwickelt: Inflationsbereinigt liegen sie weiter klar unter den Höchstständen von 2006. Der NAHB-Stimmungsindikator ist zwar zurückgefallen, liegt aber weiter über dem langjährigen Durchschnitt. Die Lage im Bausektor ist nicht glänzend, aber stabil.

Anleihen


Großbritannien: Verbraucherpreise (Nov), 10:30 Uhr
USA: Verkäufe gebrauchter Häuser (Nov), 16:00 Uhr
USA: Zinsentscheid der Fed, 20:00 Uhr

Der Ifo-Geschäftsklimaindex enttäuschte im Dezember mit einem stärker als erwarteten Rückgang von 102,0 auf 101,0 Punkte. Dabei nahmen die Erwartungen (von 98,7 auf 97,3 Punkte) kräftiger ab, als die Beurteilung der aktuellen Lage (von 105,4 auf 104,7 Punkte). Die Talfahrt des Ifo-Index seit Januar geht vor allem auf das nachlassende Wachstum in China zurück, das sich aber wegen des fiskalischen und geldpolitischen Gegensteuerns im nächsten Jahr wieder fangen sollte. Trotz des rückläufigen Ifo- und Einkaufsmanagerindex rechnen wir mit einer Wachstumserholung in Deutschland vor allem wegen der lockeren Geldpolitik der EZB sowie des dadurch robusten Dienstleistungssektors, der weitgehend von den Schwankungen des Außenhandels abgeschirmt ist. Die Renditen von Staatsanleihen fielen gestern weiter, in den USA stärker als in Deutschland. In den USA wird für nächstes Jahr nicht einmal mehr mit einer einzigen Zinserhöhung der US-Notenbank (Fed) gerechnet. Dies beruht vor allem auf den Wachstumssorgen für die USA, die sich offenbar verstärken. Der US-Dollar schwächte sich ggü. dem Euro – trotz des schwachen Ifo-Index – gestern ab. Der Euro wertete sich bis auf 1,1402 US-Dollar auf, gab danach aber wieder ab. Nach Meldung der US-Daten schwächten sich die Wachstumssorgen etwas ab. Die Baubeginne erholten sich im November um +3,5% M/M, die Baugenehmigungen um +5,0% M/M zu (siehe dazu auch Im Blickpunkt). Auf der heutigen Fed-Sitzung rechnen wir mit einer Zinserhöhung, die von den Märkten aber weitgehend eingepreist ist. Spannend werden die Aussagen und Erwartungen der Fed-Notenbanker hinsichtlich der Zinserhöhungen im nächsten Jahr.

Aktien


Ceconomy Zahlen Geschäftsjahr 2017/18

Trotz der schwachen Konjunkturdaten konnten die europäischen Aktienmärkte zunächst leicht zulegen. Am Nachmittag bröckelten die Gewinne jedoch wieder ab. Der DAX schloss 0,3% tiefer, während der EuroStoxx 50 am Ende 0,8% abgab. Hauptgewinner im DAX waren die Aktien von Lufthansa (+1,9%), Covestro (+1,8%) und Deutsche Post (+1,7%). Größte Verlierer waren Fresenius mit -2,4% und Merck mit -2%. Im MDax rückten nach schwachen Vortagen Zalando (+5,5%) und Norma (+5,4) kräftig nach vorn. Nemetschek (-5,1%) waren Tagesverlierer. Im Euro Stoxx 50 belastete neben Telefonica (-4,5%) auch besonders Ölriese Total (-3,8%), auf den der heftige Rück-gang des Ölpreises (WTI -7,4%, Brent -4,2%) drückte. In den USA brachte die in den Gesamtindizes eher ruhige Sitzung (Dow + 0,4%, S&P 500 +0,0%, Nasdaq +0,5%) kräftige Verschiebungen. Während Gebrauchsgüter (+1,0%) und IT (+0,9%) an der Spitze lagen, verloren Energie (-2,4%) und Verbrauchsgüter (-1,2%) spürbar. Entsprechend lagen die Hauptgewinner Boeing (+ 3,8%) und die Ölriesen Chevron (-2,4%) bzw. ExxonMobil (-2,8%) deutlich auseinander. Nachbörslich senkte der Logistikkonzern Fedex die Jahresprognose mit Verweis auf den schwächeren Welthandel. In Japan sorgte heute der mit gut 20 Mrd Euro größte Börsengang des Mobilfunkunternehmens SoftBank Corp für einen Riesenflop. Die Aktie schloss 14,5% unter dem Angebotspreis. Der Nikkei lag zum Ende 0,6% im roten Bereich. Die chinesischen Handelsplätze verzeichnen Verluste von um 1%. Heute blicken auch die Aktienmärkte auf den Zinsentscheid und insbesondere den erwarteten Zinsausblick durch die US-Notenbank. Daher dürfte der Handel in Europa wenig verändert starten.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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