Nikkei 225-Index kann sich den Turbulenzen nicht entziehen - Commerzbank Kolumne

29.11.2018, 09:29 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Bild und Copyright: Songquan Deng / shutterstock.com.

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Der Oktober 2018 bescherte den internationalen Aktienmärkten den schlechtesten Monat seit Mai 2012. Der MSCI Welt-Index gab um 7,6% nach. Die zahlreichen Krisen (Handelskonflikt USA/China, Brexit, Italien, US-Leitzinserhöhungen, Gewinnwarnungen etc.) lasten auf den Börsen. Dem konnte sich auch die japanische Börse nicht entziehen. Der MSCI Japan-Index verlor im Oktober 2018 rd. 8,5% an Wert und wies damit eine leichte Underperformance gegenüber dem MSCI Welt-Index auf. Nachdem der Nikkei 225-Index am 2. Oktober 2018 sein Jahreshoch bei 24.448 Punkten markiert hatte, fiel er im Oktober/November deutlich unter die 200-Tage-Linie (-3% seit Anfang 2018, per 28. November 2018). Der Yen tendiert seit Jahresbeginn gegenüber dem USD nahezu unverändert. Auch wenn sich die Konjunktur in Japan weiter recht solide zeigt, schwächt sich die Dynamik ab. Das drückt sich auch im letzten Tankan-Report aus. Der Stimmungsindex für die Großindustrie sank um 2 Punkte auf +19. Die Firmen wollen ihre Kapitalausgaben gegenüber dem Vorjahr aber im Schnitt um 8,5% erhöhen. Die erwarteten Gewinnmargen von 7,7% (Industrie) und 6,4% (Dienstleistungen) sind weiter recht hoch. Die Nettogewinnmarge auf Indexebene (Nikkei 225) ist zuletzt auf über 9% gestiegen, der höchste Wert seit dem Jahr 2000. Der nach wie vor nur quälend langsam voranschreitende Prozess in Bezug auf diverse Strukturreformen kümmert die Anleger weiterhin wenig. Das „billige“ Geld überragt fast alles. Zudem war die japanische Notenbank in diesem Jahr bislang der größte Nettokäufer am Aktienmarkt (Volumen: 27,8 Mrd. Euro). Das geplante jährliche Ankaufvolumen beträgt unverändert 6 Billionen Yen. Ein Risikofaktor bleibt der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China, was negativ für Japan ist, da viele japanische Firmen in China für den Export fertigen oder chinesische Unternehmen beliefern. Auch eine mögliche Konjunkturabkühlung in China wäre negativ.

Anleihen


Deutschland: Preisdaten dt. Länder (Nov), heute
Deutschland: Arbeitsmarktdaten (Nov), 09:55 Uhr
Euroraum: EU-Wirtschaftsvertrauen (Nov), 11:00 Uhr
USA: Pers. Einkommen/Ausgaben (Okt), 14:30 Uhr
USA: Sitzungsprotokoll der Fed-Sitzung, 20:00 Uhr

Gestern warteten die Märkte gespannt auf die Rede von Fed-Chef Jerome Powell am Abend vor dem Economic Club of New York. Dabei signalisierte Powell ein vorsichtigeres Vorgehen der Fed bei den künftigen Zinserhöhungen. Er sagte, dass die aktuelle Leitzinsspanne von 2,00% bis 2,25% nahe dem geschätzten neutralen Niveau läge, mit dem die Wirtschaft weder gefördert noch gebremst werde. Dies interpretierten die Märkte dahingehend, dass schon bald der Zinserhöhungszyklus beendet sein wird. Powell sagte aber auch, dass die Leitzinsen im historischen Vergleich noch immer niedrig seien und die Fed mit anhaltend solidem Wachstum, niedriger Arbeitslosigkeit und einer Inflationsrate nahe 2% rechne. Die US-Treasuries reagierten mit deutlichen Kursgewinnen. Die Rendite 10-jähriger US-Staatspapiere fiel in der Nacht zu heute um 5 Bp. auf 3,01%. Bundesanleihen eröffneten heute ebenfalls mit Kursgewinnen. Der US-Dollar schwächte sich am gestrigen Abend nach der Rede Powells ab, der Euro verteuerte sich von 1,1280 auf 1,1380 USD. Im Fokus stand gestern weiterhin die Haushaltspolitik Italiens. So dämpfte Brüssel zunächst die Hoffnung auf eine rasche Lösung. EU-Finanzkommissar Dombrovski erklärte, dass substanzielle Korrekturen am geplanten italienischen Haushalt nötig seien, nicht bloß marginale. Laut Beschluss muss Italien sein strukturelles Haushaltsdefizit um 0,6 Prozent drücken, mit den jetzigen Plänen träte eine Verschlechterung ein. Der italienische Finanzminister Tria sagte gestern, dass die Sorgen der EU und der Investoren in die Haushaltsdiskussion mit einbezogen werden müssen. Daraufhin ging der Spread italienischer Staatsanleihen zurück.

Aktien


Rheinmetall, Kapitalmarkttag
Vestas Wind Sytems, Kapitalmarkttag
Hewlett Packard Inc., Ergebnis Q4

Nach einem Wochenstart mit Ausschlägen in beide Richtungen traten die europäischen Aktienbörsen am Mittwoch größtenteils auf der Stelle. Mehr Bewegung gab auf der Einzelwertebene. Im deutschen Leitindex Dax 30 standen erneut die Aktien von Continental (-4,3%) mit deutlichem Abstand am Ende des Kurstableaus, nachdem ein Analysehaus seine Gewinnprognosen für den Automobilzulieferer deutlich reduziert hatte. Ebenfalls schwach entwickelten sich die Titel von Munich Re (-1,4%). Hier hatte der Vorstandvorsitzende des Rückversicherers auf ein schwieriges viertes Quartal hingewiesen. Die stärkste Performance im deutschen Auswahlindex erzielten indes die Anteilscheine von Fresenius (+2,5%). Im EUROSTOXX 50 konnte neben Pharma (+0,4%) vor allem die Informationstechnologie (+0,6%) zulegen, während insbesondere der Grundstoffsektor (-0,8%) weiter unter Druck stand. An der Wall Street sorgten die am Vortag neu erwachten Hoffnungen auf eine Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China für eine festere Eröffnung. Im weiteren Handelsverlauf wurde diese positive Stimmung noch weiter angetrieben, nachdem Fed-Präsident Powell ein vorsichtigeres Vorgehen bei künftigen Leitzinserhöhungen signalisiert hatte. Im Fokus standen die Aktien des SAP-Konkurrenten Salesforce (+10,3%%). Der Softwarehersteller hatte besser als erwartete Zahlen vorgelegt und die Jahresziele angehoben. Abgestraft wurden dagegen die Titel von Tiffany (-11,8%). Der Juwelier hatte schwächer als erwartete Umsätze ausgewiesen. Angeführt von IT (+3,4%) konnten die eher zyklischen Branchen deutlich zulegen. Dagegen tendierten Versorger (-0,2%) etwas schwächer. Die asiatischen Börsen können dieser Vorgabe heute Morgen nur verhalten folgen. Europa wird ebenfalls leicht fester eröffnen.

Auf einem Blick - Chart und News: Nikkei 225 - Aktienindex

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