Italienische Staatsanleihen weiter unter Druck - Commerzbank Kolumne

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Nachricht vom 21.11.2018 21.11.2018 (www.4investors.de) - Die italienische Haushaltspolitik beschäftigt weiterhin die Finanzmärkte. Die Renditedifferenz italienischer Staatsanleihen ggü. Bundesanleihen befindet sich im 10-Jahresbereich mit 325 Basispunkten auf hohem Niveau. Aber erst bei 400 Bp. wird es laut der italienischen Regierung kritisch für die Banken und es sollen Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Die EU-Kommission wird heute den neu eingereichten Haushaltsentwurf kommentieren und möglicherweise ein Defizitverfahren ankündigen. Der italienische Vize-Premierminister Di Maio macht die EU-Kommission durch die Ablehnung des Haushalts vor 3 Wochen für den Renditeanstieg verantwortlich.

Anleihen


USA: Aufträge langlebiger Güter (Okt.), 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: Verkäufe bestehender Häuser (Okt.), 16:00 Uhr

Die Unsicherheit an den Finanzmärkten – getrieben durch eine Vielzahl an Themen (u.a. italienischer Haushaltsstreit, Brexit, Handelskonflikt USA mit China) – hält weiter an. Bundesanleihen konnten gestern aber nur wenig profitieren. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ging leicht von 0,37% auf 0,35% zurück. Eine hohe Volatilität herrschte dagegen bei den italienischen Staatsanleihen. Die Rendite zehnjähriger italienischer BTPS sprang von 3,60% auf über 3,70% am Vormittag, ging am Nachmittag aber wieder auf rund 3,60% zurück. Damit erhöhte sich der Renditeanstand zwischen den Bundesanleihen und italienischen Staatstiteln vorübergehend auf 333 Basispunkte – so groß war die Differenz zuletzt im Frühjahr 2013. Italiens Vize-Regierungschef Di Maio zeigte sich aber gesprächsbereit, woraufhin die Anleihekurse wieder anstiegen. Auch kritisierte Wirtschaftsminister Tria, dass zum Beispiel Frankreich in den vergangenen Jahren viel mehr Spielraum eingeräumt worden sei (siehe „Im Blickpunkt“). Nachdem am Montag schon der US-Wohnungsmarktindex (NAHB) stark eingebrochen war, zeigten sich die gestrigen Baugenehmigungen ebenfalls schwach. Seit ihrem Jahreshoch im März mit 1,377 Mio. Einheiten gingen sie im Oktober auf 1,263 Mio. Einheiten zurück (annualisierte Werte). Die Baubeginne verzeichneten hingegen im Oktober einen Zuwachs um 1,5% M/M, nachdem sie im September um 5,5% deutlich sanken. Der US-Immobilienmarkt neigt also weiterhin zur Schwäche: Höhere Hypothekenzinsen, höhere Hauspreise, teilweise geringes Angebot in begehrten Lagen sowie zahlreiche Stürme in den vergangenen Monaten behinderten eine Markterholung. Damit trägt der Wohnungsbau kaum zum BIP-Wachstum in diesem Jahr bei.

Aktien


ThyssenKrupp: Jahreszahlen
Generali: Vorstellung Strategie-Plan für 2019-2021
Deere & Co.: Ergebnis Q4

Die anhaltenden Wachstumssorgen und enttäuschende Unternehmensberichte sorgten gestern dafür, dass die europäischen Aktienbörsen ihre noch vergleichsweise moderaten Vortagsverluste ausweiteten. Nachdem die Wall Street mit ihrem schlechten Wochenstart bereits eine negative Vorgabe geliefert hatte, verstärkte ihre erneut schwache Eröffnung den hiesigen Abwärtstrend. Im Dax 30 zählten erneut die Aktien von Wirecard (-5,8%) zu den schwächsten Werten. Noch stärker unter Druck gerieten allerdings die Anteilscheine von Covestro (-16,6%), nachdem der Spezialchemiekonzern seine Ergebnisziele für das laufenden Geschäftsjahr gesenkt hatte. Nur wenige Aktien konnten sich diesem Abwärtstrend entziehen, unter anderem die eher defensiven Titel wie Beiersdorf (+0,8%). Unter den Branchen des EUROSTOXX 50 gab es nur Verlierer, bei zyklischen Sektoren wie Grundstoffen (-3,0%) oder Chemie (-2,8%) war die Performance tiefrot. Nach erneut wenig überzeugenden Immobiliendaten sowie sehr negativ aufgenommenen Quartalsvorlagen von Einzelhandelshandelskonzernen wie Target (-11,3%), Kohl’s (-9,2%) oder L Brands (-17,7%) setzte sich der Kursverfall in New York weiter fort. Im Leitindex Dow Jones gab es keine Gewinner. Erneut standen die Aktien von Apple (-4,8%) wegen der andauernden Absatzsorgen am Ende des Kurstableaus. Im marktbreiten S&P 500 gab es auf Branchenebene ebenfalls nur negative Tendenzen, allen voran der Energiesektor (-3,3%) der unter weiter nachgebenden Ölpreisen zu leiden hatte. Lediglich Versorger (-0,5%) konnten sich erneut einigermaßen stabil halten. Nach dem deutlichen Kursrutsch vom Vortag entwickeln sich die asiatischen Börsen heute Morgen zwar erneut in der Breite schwächer, doch halten sich hier die Kursverluste in Grenzen. (Redakteur: Externer Kolumnist)

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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