Cyber Insurance: Der Hoffnungsträger - Commerzbank Kolumne

24.10.2018, 09:23 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Bild und Copyright: Looker_Studio / shutterstock.com.

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Das Wachstum im Schaden-Unfallgeschäft hängt langfristig an der Entwicklung der globalen Konjunktur. Auf reife Märkte bezogen, wo die Versicherungsdichte höher ist, hat dies für viele Versicherer nur noch moderate Zuwächse zur Folge. Das Themenfeld Cyber-Versicherung wirkt daher besonders attraktiv. Der Bedarf zur Absicherung von Geschäftsausfall oder Reputationsverlusten ist immens. Aber noch ist die Branche auch angesichts fehlender Erfahrungswerte gespalten. So steht in der Abwägung einem hohen Prämienpotenzial – die Münchener Rück schätzt eine Prämien-Verdoppelung auf bis zu rund 9 Mrd. US-Dollar bis 2020 – eine bisher fehlende langfristige Schadenhistorie gegenüber. Daher beschränkt sich das Angebot führender Versicherer nicht nur auf das Zeichnen (versichern) solcher Risiken, sondern auch auf Beratung (zur Absicherung) und Service (z.B. das Wiederherstellen von Daten).

Anleihen


Schweden: Riksbank-Zinsentscheidung, 9:30 Uhr
Euroraum: Einkaufsmanagerindizes (Okt.), 10 Uhr
USA: Neubauverkäufe (September), 16:00 Uhr
Kanada: Zinsentscheidung, 16 Uhr
USA: Fed veröffentlicht Beigebook, 20:00 Uhr

Das aktuell nervöse Marktumfeld (Streit um Italiens Haushalt, Brexit, Trumps Säbelrasseln gegenüber Russland und China, Saudi Arabiens Khashoggi-Affäre sowie die kräftigen Verluste an den Aktienmärkten) führte bei Bundesanleihen zu Kursgewinnen. Die Rendite zehnjähriger Papiere sank von 0,45% auf 0,40%. Die laufende Verzinsung zehnjähriger US-Treasuries ging von 3,19% auf 3,12% zurück. Dagegen blieben die Kurse italienischer Anleihen unter Druck, hier ging die Rendite zehnjähriger Papiere nur kurzzeitig zurück. Die EU-Kommission weist Italiens Haushalt ab. Zum ersten Mal hat die EU-Kommission einen Haushaltsplan eines Mitgliedstaats zurückgewiesen. Aus dem EZB-Quartalsbericht zur Kreditvergabe im Euroraum geht hervor, dass die Banken im dritten Quartal ihre Kreditvergabestandards weiter gelockert haben. Dies galt insbesondere für Unternehmens- und Immobilienkredite; die Anforderungen für Konsumentenkredite blieben dagegen weitestgehend unverändert. Als treibende Faktoren für die Lockerung der Kreditvergabestandards nannten die befragten Geldinstitute unter anderem den bestehenden Wettbewerbsdruck und eine gestiegene Risikobereitschaft. Auch im vierten Quartal rechnen die befragten Banken mit einer weiteren Lockerung der Kreditvergabestandards bei Immobilien- und Konsumentenkrediten. Demgegenüber sollten diese bei Unternehmenskrediten weitestgehend unverändert bleiben. Nach Einschätzung der Banken hat sich das Unternehmensanleihekaufprogramm der EZB (APP) positiv auf die Refinanzierungsbedingungen ausgewirkt. Zugleich litt aber die Profitabilität der Institute aufgrund gesunkener Kreditmargen.

Aktien


Air Liquide, Umsatz Q3
AT&T, Barclays, Boeing, Ergebnis Q3
Deutsche Bank, Ford Motor, Ergebnis Q3
Klöckner & Co., Microsoft, Ergebnis Q3
UPS, Visa, Ergebnis Q3/Q4

Die europäischen Aktienmärkte tendierten gestern schwächer. Ausgehend von teilweise kräftigen Verlusten in Asien verloren auch die Leitindizes in Europa bis zu 3,1% (Österreich). Eine Ballung von Problemen wie bspw. der Handelskonflikt zwischen den USA und China, der schwelende Streit um den Haushalt in Italien, der unendlich scheinende Brexit-Zwist sowie der Fall Khashoggi sorgen bei vielen Investoren für Zurückhaltung. Viele schalten in diesem Umfeld in den sogenannten „Risk-off-Modus“; Risiken werden also eher gemieden, trotz teilweise deutlich günstigerer Bewertungen. Hinzu kommt eine Reihe von Gewinnwarnungen, die jüngst einige Anleger auf dem falschen Fuß erwischt haben. Nicht zuletzt sorgen dann auch noch „Sonderthemen“ wie bspw. das Glyphosat-Urteil für verstärkte Unsicherheit. So stürzte die Aktie von Bayer gestern um 9,5% ab und erreichte ein neues Jahrestief. In diesem Umfeld verlor der Dax 2,2%. Neben Bayer zählten die Aktien von Wirecard (-8,1%) und Infineon (-3,4%) zu den größten Verlierern. Es gab nur drei Dax-Gewinner (FMC: +0,8%; Deutsche Lufthansa: +0,3% und Linde: +0,1%). Auf europäischer Sektorenebene wiesen Haushaltsgüteraktien (-0,2%) die geringsten Verluste aus. Am Ende der Performancerangliste notierten Technologiewerte (-3,7%). Die Börsen in den USA tendierten schwächer. Enttäuschende Quartalszahlen von 3M (-4,4%) und Caterpillar (-7,6%) nährten die Sorgen vor einem globalen Konjunktur-abschwung. Die Aktienmärkte in Asien tendierten uneinheitlich, erholten sich aber zumeist von den Tagestiefständen. Spekulationen über weitere Stützungsmaßnahmen Chinas zugunsten des heimischen Aktienmarktes sorgten für Käufe.

Auf einem Blick - Chart und News: DAX - Aktienindex

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