Krisenbarometer Renminbi: Neue Abwertungsrunde wohl kaum zu vermeiden - Commerzbank Kolumne

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23.10.2018 09:12 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Bisher konnte sich Chinas Wachstum, trotz Gegenwinds durch hohe Unternehmensschulden und Strafzölle, behaupten. Der schwache CNY sowie Vorzieheffekte wegen der Zölle stützten. Aber Vorzieheffekte und hohe Schulden sind eine Hypothek für die Zukunft. Regierung und Notenbank versuchen zwar mit fiskalischen- und geldpolitischen Lockerungen dem drohenden Abschwung entgegenzuwirken. Im Gegensatz zu früher sind die Stimulierungsvolumina wegen der angehäuften Schulden aber begrenzt und die Wirkung ist geringer. Vor allem wird die geldpolitische Lockerung die Kapitalabflüsse verstärken und den CNY schwächen. Auch wenn die Notenbank dies nicht wünscht, so wird sie es als das kleinere Übel wohl akzeptieren müssen.

Anleihen


Euroraum: Bank Lending Survey, 10:00 Uhr

Die Rating-Agentur Moody’s hat am Freitagabend das Rating für italienische Staatsanleihen um eine Stufe auf Baa3 gesenkt. Moody’s attestiert Italien einen „stabilen“ Ausblick und konnte damit die Anleger beruhigen. Die Renditen für zehnjährige italienische Staatsanleihen gingen von 3,75% am Freitagmittag auf 3,30% am Montagmorgen zurück. Die Pokerpartie zwischen der EU-Kommission und der Regierung in Italien geht derweil in die nächste Runde. Der scharfe Renditeanstieg im Oktober bringt die Politik unter Druck. Luigi Di Maio, Chef der Fünf-Sterne-Bewegung zeigte sich beunruhigt und sagte, man werde Gegenmaßnahmen ergreifen, sollte der Risikoaufschlag gegenüber Bundesanleihen auf mehr als 400 Basispunkte ansteigen. Die EU hatte vom italienischen Finanzminister Tria am Donnerstag eine Erklärung zu dem Budgetplan gefordert. In seiner Antwort gestern schlug Tria beschwichtigende Töne an, blieb aber bei seiner Haltung. Ein Defizit von 2,4% sei nötig und er wäre sich aber im Klaren, dass dies nicht im Einklang zu den EU-Regeln steht. Ein Dialog sei nötig. Regierungschef Conte signalisierte, dass 2,4% die obere Grenze sei, die man definitiv nicht überschreiten werde. Mário Centeno, portugiesischer Finanzminister und Eurogruppenchef, erwartet eine Einigung. Die Bundesregierung wird keine weiteren Waffenexporte nach Saudi-Arabien genehmigen, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier. Saudi-Arabien hatte am Wochenende zugegeben, dass der Journalist Jamal Khashoggi in der Istanbuler Botschaft zu Tode gekommen ist – das Königreich spricht jedoch von einem Unfall. Die Version ist unglaubwürdig. Auch die USA fordert mehr Aufklärung. Der Kronprinz Mohammed bin Salman steht international unter Druck. Der Ölpreis aktuell dagegen nicht. Dank der – in der vergangenen Woche – überraschend hohen US-Lagerbestände setzte sich in den letzten Tagen der Ölpreisrückgang fort.

Aktien


Anglo American, Produktionsergebnis Q3
3M, Caterpillar, McDonald‘s, Ergebnis Q3
United Technologies, Verizon, Ergebnis Q3
Saipem, Ergebnis Q3
Vinci, Umsatz Q3
Talanx, Telefon-PK zu Kapitalmarkttag und Strategie

Die leichten Entspannungsanzeichen im Haushaltsstreit zwischen der EU und Italien sowie die starken Vorgaben aus China verhalfen den europäischen Aktienbörsen anfänglich noch zu einem positiven Start in die neue Woche. Doch im weiteren Handelsverlauf sorgten die gestiegenen geopolitischen Spannungen sowie einige Gewinnwarnungen für einen Stimmungsumschwung, der die Märkte wieder in negatives Terrain führte. Im Dax 30 standen die zum Umtausch eingereichten Aktien von Linde im Fokus (+3,6%), nachdem die US-Kartellbehörde FTC die Fusion des deutschen Industriegasproduzenten mit dem US-Wettbewerber Praxair unter Aufnahmen genehmigt hatte. Im SDAX wandelten die Titel von Leoni (+2,2%) die nach der Prognosesenkung entstandenen deutlichen Verluste sogar noch in einen Kursanstieg. Im EUROSTOXX 50 standen die Aktien von Philips (-8,7%) nach negativ interpretierten Quartalszahlen mit klarem Ab-stand am Ende der Kursliste. Im beschriebenen Umfeld konnte lediglich der Chemiesektor (+0,3%) leicht zulegen. Schwächer tendierten vor allem die Gesundheitsbranche (-1,5%) und Energie (-1,3%). An der Wall Street schaffte lediglich der Nasdaq 100 den Sprung in die Pluszone. Auch im schwächeren Dow Jones dominierten IT-Titel das Geschehen. So stand Intel (+2,3%) nach einer Hochstufung an der Indexspitze. Im breiten S&P 500 konnte neben IT (+0,8%) lediglich der Gebrauchsgütersektor (+0,5%) Gewinne verbuchen. Die deutlichsten Verluste erlitten Finanzen (-2,1%). Die asiatischen Börsen notieren heute Morgen angesichts der neuen Drohungen aus Washington durchweg deutlich im Minus.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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