UmweltBank: Nur der Kurs macht Sorge

19.10.2018, 13:59 Uhr - Autor: Johannes Stoffels  Johannes Stoffels auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Bild und Copyright: UmweltBank.

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Die UmweltBank sieht sich selber als Spezialisten und Vorreiter für „grüne“ Finanzprodukte. Das Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von rund 250 Millionen Euro hat 113.000 Kunden und etwa 160 Mitarbeiter. Zur Palette der Bank ohne Filialbetrieb gehören grüne Sparkonten und ökologische Versicherungen ebenso wie Kredite für erneuerbare Energien oder Bauprojekte. Auf einer m:access-Konferenz der Börse München berichtet Vorstand Jürgen Koppmann stolz, dass es bei allen durchgeführten Windpark-Projektfinanzierungen bisher zu keinem einzigen Ausfall gekommen sei. Bei der Photovoltaikfinanzierung habe es in vielen Jahren nur ein oder zwei Ausfälle gegeben. Das belegt auch die Wertberichtigungsquote der UmweltBank, die 2016 und 2017 bei 0,29 Prozent lag. Es gibt also kaum Kreditausfälle.

Für die kommenden Jahre hat Koppmann mit seiner Mannschaft einiges vor, wie er auf der m:access Konferenz darlegt. So gibt es konkrete Überlegungen, für die Privatkunden künftig ein Girokonto einzuführen. 2020 könnte dies spätestens Realität werden. Schon 2019 soll eine ökologische Crowdfunding-Plattform aufgebaut werden. Auch steht eine Projektanleihe für das kommende Jahr auf der Agenda der Nürnberger. Man will sich bei den Produkten insgesamt breiter aufstellen.

Bei der Prognose gibt es inzwischen etwas mehr Optimismus als zum Jahresbeginn. Das Ergebnis soll 2018 ungefähr auf Vorjahresniveau liegen. 2017 machte die UmweltBank ein Vorsteuerergebnis von 40 Millionen Euro. Am Jahresanfang sah die Situation noch nicht so gut aus, damals dachte man, dass man unter den Vorjahreszahlen bleiben würde. An der Ausschüttung dürfte sich nicht viel ändern. Hier wird in etwa mit einer Dividende auf Vorjahresniveau gerechnet. Damals gab es eine Ausschüttung von 0,32 Euro je Aktie. Die Dividendenrendite liegt somit bei rund 3,7 Prozent.

Wenig zufrieden ist die Unternehmensführung mit dem aktuellen Kurs. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate hat die Aktie um rund 35 Prozent nachgegeben, von fast 13 Euro ging es bis auf rund 7,50 Euro nach unten. Inzwischen hat sich der Wert wieder etwas gefangen, heute steigt der Kurs auf Tradegate um 2,2 Prozent auf 8,44 Euro an. Dennoch zeigt sich Koppmann über den Kurs enttäuscht. Sein Statement vor den Konferenzteilnehmern ist klar: „Es geht uns gut!“

Untermauert wird diese Aussage von einer Statistik. Die Bank muss bei der Aufwand-Ertrags-Relation etwa 30 Cent ausgeben, um einen Euro zu verdienen. Das ist deutschlandweit ein Spitzenplatz. Ähnlich sieht es bei der Eigenkapitalrentabilität vor Steuern aus. Bei 22 Prozent kann nur die ING DiBa noch ungefähr mithalten. Die anderen Mitbewerber, von der Commerzbank über die Deutsche Bank bis hin zur DKB liegen bei diesen Vergleichen weit zurück.

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