BIP China: Größere Bremsspuren als erwartet - Nord LB Kolumne

Bild und Copyright: Andrea / shutterstock.com.

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19.10.2018 10:37 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Das chinesische Wirtschaftswachstum hat sich noch stärker abgebremst, als erwartet. Im Vorjahresvergleich wies das Bruttoinlandsprodukt nur noch eine Veränderungsrate in Höhe von 6,5% Y/Y auf. Im Vorquartal waren es immerhin noch 6,7% Y/Y.

Das Bemerkenswerte an dieser Zahl ist, dass es doch auch einige Faktoren gab, die dem Quartal eigentlich unter die Arme greifen sollten. So gibt es konjunkturelle Stimuli nicht nur von der Regierung, sondern auch von der Notenbank, die etwa in diesem Jahr bereits viermal den Mindestreservesatz senkte und dem Bankensystem nicht nur dadurch Liquidität zur Verfügung stellte. Zum anderen dürfte vorgezogener Konsum in Erwartung der Importzölle eigentlich das III. Quartal eher unterstützt haben.

Es zeigen sich also deutlichere Probleme unter der Motorhaube. Dabei bremsen mehrere Faktoren. Zum einen zeigt der Kampf gegen das Schattenbankensystem zwar weitere Erfolge aber eben mit Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung. Hinzu kommt der Handelskrieg, der nicht nur über die US-Importzölle Wirkung entfalten, sondern auch über die Stimmung bei Privatpersonen und Unternehmen die beeinträchtigt wird. Dies zeigt sich auch in einer enttäuschenden Entwicklung der Investitionen.

Am aktuellen Rand dürften die Entwicklungen an den Aktienmärkten und damit auch zusammenhängend die Wechselkursentwicklung eine Bremswirkung auf das laufende Quartal entfalten. Der CSI 300 etwa verlor seit Anfang Oktober 2018 teilweise mehr al 10% an Wert und der Renminbi nähert sich der psychologisch wichtigen Marke von 7 USD/CNY.

Damit dürfte die Wahrscheinlichkeit für weitere Stimuli nun deutlich gestiegen sein. So hatte der Notenbankgouverneur der PBOC auf der IWF Konferenz in Bali am vergangenen Wochenende bereits angedeutet, dass weitere Mindestreservesatzsenkungen denkbar sind. Hinsichtlich des Renminbi hielt er sich eher bedeckt. Ein Stück weit dürfte die schwächere Währung sicherlich auch willkommen sein, da sie die Wirkung der Zölle auf die Exporte kompensieren könnte. Allerdings darf die Abwertung nicht zu schnell sein um zum einen zu starke Inflation zu verhindern – und noch viel wichtiger um größere Kapitalflucht zu vermeiden.

Die Regierung wird ebenfalls nicht untätig bleiben und weitere Programme auf den Weg bringen. Womit wir eine stärkere Verschuldung auch auf regionaler Ebene erwarten.

Fazit: Die chinesischen BIP-Zahlen für das III. Quartal stellen eine leichte Enttäuschung dar. Der Abwärtstrend bleibt bestehen. Sowohl der Handelskrieg aber auch binnenwirtschaftliche Entwicklungen drücken das Wachstum. Peking und die PBOC werden nun ihre Bemühungen weiter intensivieren, dem Abschwung entgegenzuwirken.

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