Chemie - nachlassende Dynamik im 2. Halbjahr - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: K+S.

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Nachricht vom 18.10.2018 18.10.2018 (www.4investors.de) - Während im ersten Halbjahr dieses Jahres die Chemiebranche auf ein hohes Niveau bezüglich Umsatz und Auslastung blickte, zeichnet sich in der bisherigen zweiten Jahreshälfte eine Nachfrageabschwächung in vielen Endmärkten ab. Neben der Autoindustrie (v.a. China und Europa) gibt es auch in anderen Bereichen Anzeichen einer Wachstumsverlangsamung. Hierzu zählen die US-Bohraktivitäten im Schiefergas-/Schieferöl-Sektor, der Wohnungsbau (USA/Europa) sowie in den Emerging Markets die Bereiche Halbleiterausrüstung und Klebstoffe. Am deutlichsten ist die Nachfrageabschwächung in China zu spüren, aber auch in der Türkei sowie anderen Emerging Markets geht die Nachfrage erheblich zurück (u.a. länderspezifische Gründe, erhebliche Abwertung der heimischen Währung). Mit Blick auf die operative Marge der Chemieunternehmen kommt weiterhin Gegenwind von steigenden Rohstoffpreisen, getrieben von signifikant höheren Energie- und Strompreisen sowie Lohninflation. Vor dem Hintergrund einer sich abschwächenden Nachfrage lassen sich diese Belastungen zunehmend schwieriger auf die Kunden abwälzen. Dies ist unter anderem daran abzulesen, dass sich die Preiserhöhungsdynamik entlang der chemischen Wertschöpfungsketten abflacht. Eine Ausnahme bildet derzeit der Düngemittelmarkt. Hier ist ein starkes Preismomentum, vor allem bei Stickstoff und Kali-Produkten, zu beobachten. Hinsichtlich der Kalidüngemittel gibt es zusätzliche preisunterstützende Faktoren. Zum einen sind dies die vor Kurzem abgeschlossenen großen Kali-Lieferverträge mit Indien und China (jeweils deutlich verbesserte Konditionen gegenüber Vorjahr). Zum anderen droht der dauerhafte Produktionsausfall einer Kali-Mine des russischen Produzenten Uralkali (Solikamsk-2-Mine: 1,4 Mio. Tonnen/Jahr, ca. 2% der globalen Kapazität). Bisherige Bemühungen, die überflutete Mine zu retten, blieben erfolglos.

Anleihen


Großbritannien: Einzelhandelsums. (Sep.), 10:30 Uhr
USA: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr
USA: Philadelphia-Fed-Index (Okt.), 16:00 Uhr

Der Rentenmarkt profitierte gestern von einigen sich abschwächenden Wirtschaftsdaten sowie politischen Risiken. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank von 0,49% auf 0,46%. Die EU-Kommission lehnte den italienischen Haushaltsentwurf ab. Damit beginnt eine Auseinandersetzung zwischen der EU und Italien. Die Risikoaufschläge italienischer Staatsanleihen weiteten sich erneut aus. Der Abstand zur zehnjährigen Bundesanleihe beträgt wieder über 300 Basispunkte. Im Vereinigten Königreich stiegen die Verbraucherpreise nicht so stark wie prognostiziert. Sie lagen mit 2,4% über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im August hatte die Inflationsrate noch bei 2,7% gelegen. Die Kerninflation ohne Energie und Nahrungsmittel fiel von 2,1 auf 1,9%. Damit wird das Preisziel der Bank von England – dies liegt bei 2% und bezieht sich auf die Gesamtinflation – nach wie vor überschritten. Wegen der stockenden Brexitverhandlungen und der damit einhergehenden wirtschaftlichen Unsicherheit dürfte sich die britische Notenbank mit Zinserhöhungen weiter zurückhalten. Beim gestern begonnenen EU-Gipfel hat sich noch kein Durchbruch bei den Brexitverhandlungen abgezeichnet. Streitpunkt ist nach wie vor, wie Kontrollen an der künftigen EU-Außengrenze zwischen der Republik Irland und dem britischen Nordirland vermieden werden können. In den USA ging die Aktivität in der Bauwirtschaft im September zurück. So fielen die Baubeginne im Vergleich zum Vormonat um 5,3%, die der Baugenehmigungen sanken um 0,6%. Höhere Zinsen, starke Kostensteigerungen und teilweise auch ein zu geringes Angebot an Bauflächen bremsen die Bautätigkeit.

Aktien


Deutschland: SAP
Europa: Kühne & Nagel, Nestle, Novartis, Unilever
USA: American Express, Travelers

Zur Wochenmitte hielten sich die Anleger an Europas Börsen zurück. Nach dem deutlichen Erholungstrend an den Vortagen gaben die Kurse nach moderaten Gewinnen zu Handelsbeginn am Ende leicht nach. Damit verpufften die positiven Impulse aus Amerika und Asien, was auch an Gewinnwarnungen lag. Der DAX verlor zum Handelsschluss 0,5%, der MDAX geringfügig weniger mit 0,2%. Drastische Verluste gab es beim Dialysespezialisten FMC (-16,5%) und in der Folge auch bei der Mutter Fresenius (-8,9%) nach einer Gewinnwarnung. Im MDAX hatte die Gewinnwarnung bei Dürr (-9,6%) größere Folgen. Merck (+3,0%) und Vonovia (+2,7%) waren die Tagesgewinner im DAX. Der EuroStoxx 50 gab um 0,4% nach. Die Spanne bei den Titeln außerhalb Deutschlands reichte von 3,5% Zuwachs bei ASML bis zu -4,3% bei Danone nach enttäuschenden Zahlen. In den USA tat sich per Saldo bei Dow Jones (-0,4%) und unverändertem S&P500 bzw. Nasdaq Comp. nicht viel. Zinssorgen verhinderten eine Fortsetzung der Erholung der Vortage. Spürbar wirkten sich die berichteten Quartalszahlen aus. Auf den Dow drückte IBM (-7,4%), wohingegen die Euphorie bezüglich der Zahlen von Netflix nach vorbörslich zweistelligen Zuwächsen letztlich nicht ganz anhielt (+5,3%). Unter den Branchen waren die Finanzwerte (+0,9%) ganz vorne, Grundstoffe (-0,8%) und Energie (-0,7%) lagen am Ende, auch als Folge der deutlich gefallenen Ölpreise. Die asiatischen Börsen verzeichnen heute überwiegend klare Verluste. Insofern sind die Vorgaben für die europäischen Aktienmärkte eher ungünstig, wobei die Quartalszahlen einiger Schwergewichte von Bedeutung werden. (Redakteur: Externer Kolumnist)

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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