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VW,Baumot + Co: Dieselfahrverbote - Berlin-Urteil mit weitreichenden Folgen - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: ModernNomads / shutterstock.com.

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Nachricht vom 11.10.2018 11.10.2018 (www.4investors.de) - Das Berliner Verwaltungsgericht hat für elf Straßenabschnitte in der Hauptstadt Fahrverbote für Diesel-Pkw der Euro-Abgasnormen 1 bis 5 und für Nutzfahrzeuge mit Dieselmotor ausgesprochen. Dabei hatten die Koalitionäre von Union und SPD lange um ein gemeinsames Konzept gerungen, um weitere Fahrverbote in Deutschland (nach Hamburg, Frankfurt am Main und Stuttgart) zu verhindern. Besonders die jüngeren Diesel-Generationen sollten unbedingt vor einem anhaltenden Negativ-Trend bei den Neuzulassungen bewahrt werden. Vor einer Woche hatte man sich auf dem Dieselgipfel dann endlich auf einen Kompromiss geeinigt, nur sieben Tage später ist dieser bereits obsolet – weitere Fahrverbote können offensichtlich nicht vermieden werden. Zudem wächst der Flickenteppich an Regelungen in den Städten bezüglich des Diesels weiter: Mal gelten (künftige) Fahrverbote für die ganze Stadt, mal nur für die Umweltzone, mal für einzelne Straßen, mal nur für bestimmte Abschnitte, dann wiederum nur für Pkws, andernorts auch für Nutzfahrzeuge. Hier sind Modelle, die nur Euro-4 erfüllen, betroffen, dort auch Euro-5-Modelle etc. Und selbst Kfz, die die Euronorm 6 a, b und c erfüllen, stehen in der Kritik – auch für diese Personenwagen werden von diversen Interessengruppen Fahrverbote bereits gefordert. Mit den unterschiedlichen Regelungen und dadurch, dass künftig auch relativ junge Dieselmodelle von Verboten betroffen sein könnten, steigt die Verunsicherung der potenziellen Kunden, weshalb der Marktanteil der Diesel-Autos wohl weiter erodieren wird. Dies wiederum bringt die deutschen Autohersteller noch stärker bezüglich der Erreichung der Ziele für die Flottenverbräuche/-emissionen ihrer Fahrzeuge unter Druck. Positiv ist anzumerken, dass die aus dem obigen Urteil folgenden Konsequenzen für die deutsche Autoindustrie den Investoren hinlänglich bekannt sind. Dennoch: Die Autoindustrie kämpft unverändert mit zahlreichen Großbaustellen.

Anleihen


USA: Verbraucherpreise (September), 14:30 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe, 14:30 Uhr

Die Staatsanleihemärkte blieben auch gestern unter Druck. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen erhöhte sich zwischenzeitlich auf 0,58%. Der jüngste Renditeanstieg geht von den USA aus. Am 3. Oktober erhöhte sich der Renditevorteil 10-jähriger US-Treasuries ggü. Bundesanleihen auf 270 Basispunkte (Bp), in den Sommermonaten tendierte er noch um 250Bp. Grund dafür waren Aussagen von Fed-Chef Powell, den Leitzins möglicherweise über den neutralen Zins hinaus anzuheben. Aufgrund des gestrigen kräftigen Kursrückgangs an den Aktienmärkten gingen im späten Handel auch die US-Renditen deutlich zurück. Die Bundrenditen dürften deshalb heute überwiegend freundlich eröffnen. Nach dem starken Renditeanstieg in Italien konnte gestern der italienische Finanzminister Tria bei seinem zweiten Auftritt vor dem Haushaltsausschuss die Märkte beruhigen. Er zeigte auf, wie die Mehrausgaben teilweise gegenfinanziert werden sollen und versprach, alles dafür zu tun, das Vertrauen der Finanzmärkte wieder zurückzugewinnen. Er betonte, dass die Finanzmärkte mit ihren Reaktionen auf die Haushaltspläne übertreiben würden. Die Rendite 10-jähriger italienischer Staatsanleihen ging gestern von 3,6% auf 3,45% zurück. Auch der Euro stärkte sich dabei auf 1,1540 US-Dollar. Die US-Erzeugerpreise stiegen im September wie erwartet um 0,2% M/M lediglich moderat an. Aufgrund positiver Basiseffekte ging die jährliche Inflationsrate aber von 2,8% auf 2,6% zurück. Die Kernrate der Erzeugerpreise (ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) erhöhte sich dagegen von 2,3% auf 2,5% J/J. Im Fokus steht heute die Meldung der US-Verbraucherpreise vom September. Der Ölpreis ging gestern um rund 2,5% zurück, nachdem die Internationale Energiebehörde IEA die Förderländer aufgefordert hatte, ihre Produktionsmengen zu erhöhen.

Aktien


Südzucker, Ergebnis Q2

Die europäischen Aktienmärkte tendierten gestern sehr schwach. Vor allem am Nachmittag erhöhte sich der Verkaufsdruck noch einmal spürbar, nachdem die Wallstreet mit Verlusten eröffnet hatte. Die Leitindizes in Europa gaben um bis zu 2,4% (Österreich) nach. Steigende Zinsen in den USA und in Italien (Streit um den Schuldenhaushalt), die schwelenden Handelskonflikte zwischen den USA und China/Europa sowie Konjunkturängste und nicht zuletzt warnende Kommentare des IWF in Bezug auf mögliche neue Finanzmarktturbulenzen belasten die Märkte. Der Dax verlor in diesem Umfeld 2,2% und markierte ein neues Jahrestief bei 11.712 Punkten. Auf Einzelwertebene kam es zu heftigen Kursschwankungen. So verlor die zuletzt extrem volatile Aktie von Wirecard (-14,2%) in der Spitze fast 18%! Es gab lediglich drei Dax-Gewinner, wobei die Aktie der Deutschen Telekom (+2,7%) klarer Performancespitzenreiter war. Auf europäischer Sektorenebene führten dann auch Aktien aus dem Bereich Telekommunikation (+1,9%) die Performancerangliste an. Am Ende notierten Titel aus dem Sektor Technologie, die im Schnitt um 4,3% nachgaben. Die Börsen in den USA tendierten sehr schwach. Der Dow Jones-Index verlor 3,2% und der Nasdaq Composite-Index 4,1%; es war der größte Kurseinbruch seit Februar 2018. Spekulationen über einen Insolvenzantrag führten bei Sears (-16,8%) zwischenzeitlich zu einem Kurseinbruch von fast 40%. Auf Sektorenebene (S&P 500) lagen alle Bereiche im Minus, wobei Versorgertitel (-0,5%) die geringsten Einbußen verzeichneten. Technologietitel büßten als Tagesverlierer im Schnitt 4,8% ein. Die Aktienmärkte in Asien tendierten nach den schwachen Vorgaben und infolge der erhöhten Nervosität wenig überraschend ebenfalls mit kräftigen Kursverlusten. Am stärksten traf es die technologielastige Börse in Taiwan mit einem Minus von 6,3%. Der Nikkei 225-Index verlor 3,9%. (Redakteur: Externer Kolumnist)

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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