Indische Börse erleidet im September 2018 kräftige Kursverluste - Commerzbank Kolumne

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Nachricht vom 05.10.2018 05.10.2018 (www.4investors.de) - Nachdem der Leitindex Sensex am 29. August 2018 mit 38.989 Punkten ein neues historisches Hoch erzielt hatte, ging es im September kräftig bergab. Der Sensex verlor 6,3%. Der in USD denominierte MSCI Indien-Index verlor sogar 9,2%, die schwächste Monatsperformance seit August 2013. Vor allem Finanzwerte (-16,4%) büßten kräftig ein. Verantwortlich hierfür zeichnete vor allem die Krise im sogenannten Schattenbankensektor. Für Gegenwind sorgten auch die schwache Rupie, die ggü. dem USD um weitere 2,4% abwertete (-13% seit Anfang 2018, per 4. Okt. 2018) sowie der weiter gestiegene Ölpreis. Nettomittelabflüsse ausländischer Anleger in Höhe von 1,3 Mrd. USD waren die Folge.

Die Liquiditätsnöte im sogenannten Schattenbankensektor (Finanzinstitute außerhalb des regulären Bankensystems, die weniger reguliert sind) nehmen zu. So konnte Indiens Infrastructure Leasing and Financial Services (IIfs) zum wiederholten Mal Zinszahlungen auf Geldmarktpapieren nicht nachkommen. Bei der IIfs mit seinen fast 200 Tochtergesellschaften handelt es sich um eine systemrelevante Schattenbank, die Infrastrukturvorhaben finanziert. Die Schuldenlast der IIfs beträgt 12 Mrd. USD. Dies belastete den gesamten Finanzsektor, was zu der starken Underperformance des indischen Aktienmarktes im September 2018 beitrug. Offenbar ist es auch in diesem Fall so, dass das Thema der sogenannten Fristentransformation eine entscheidende Rolle spielt. So wurden bei der IIfs langfristige Infrastrukturinvestitionen zu stark mit Fremdkapital kurzer Laufzeit finanziert. Da sich Schattenbanken auch bei voll regulierten Geschäftsbanken finanzieren, besteht möglicherweise ein Ansteckungsrisiko für den regulierten Bankensektor. Innerhalb unseres Regionenrankings bestätigen wir aufgrund der oben genannten Probleme sowie der nicht mehr günstigen Bewertung unser „Untergewichten-Votum“ für den indischen Aktienmarkt.

Anleihen


Deutschland: Auftragseingänge Industrie (Aug.), 8 Uhr
USA: Arbeitsmarktdaten (Sep.), 14:30 Uhr
USA: Handelsbilanz (Aug.), 14:30 Uhr

Der Rentenhandel startete gestern früh mit einem massiven Ausverkauf bei Bundesanleihen. Gegenüber dem Tagesschluss vom Mittwoch sprang die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen von 0,47% auf fast 0,55%. Im Tagesverlauf ging sie dann wieder auf 0,53% zurück. Der Markt verarbeitete damit in erster Linie Äußerungen von US-Notenbankchef Powell, die Leitzinsen könnten – aufgrund der starken US-Wirtschaft – noch höher als bisher vermutet steigen. Zehnjährige US-Treasuries rentierten bis zu 3,23%, dem höchsten Stand seit 2011, sanken dann aber im Tagesverlauf auf 3,19%. Auch die neuesten Wirtschaftsdaten lasteten auf den Staatsanleihekursen: So waren die wöchentlichen Arbeitslosendaten in den USA rückläufig. Und auch die Auftragseingänge in der US-Industrie zeigten, dass die US-Wirtschaft rund läuft. Die Aufträge legten im August gegenüber dem Vormonat stärker als erwartet um 2,3% zu, der Rückgang im Juli wurde von -0,8% auf -0,5% verbessert. Die Erholung italienischer Staatsanleihen setzte sich gestern nur in den ersten Handelsminuten fort, kam dann aber zum Stillstand. Die Risikoaufschläge zehnjähriger italienischer Staatstitel pendelten sich gegenüber Bundesanleihen bei 280 Basispunkten ein. Der Markt ist weiterhin skeptisch, ob die italienischen Wachstumsprognosen gerechtfertigt sind, um die sinkenden Defizitziele zu erreichen. In einem Zugeständnis an die Forderungen Brüssels, Anpassungen am geplanten Haushaltsentwurf vorzunehmen, hatte Italien die Budgetdefizitziele für 2020 auf 2,1% und für 2021 auf 1,8% – nach zuvor 2,4% – revidiert. Für 2019 blieb es bei den veranschlagten 2,4% Defizit. Der Euro erholte sich gegenüber dem US-Dollar wieder und kletterte über die Marke von 1,15 US-Dollar je Euro.

Aktien


Heute keine relevanten Unternehmenstermine

Die europäischen Aktienmärkte tendierten am gestrigen Donnerstag zumeist mit Verlusten (Ausnahme: Österreich, +0,1%). Die schwachen Vorgaben aus Asien sorgten für Gegenwind. Die Tatsache, dass der Dow Jones-Index am Mittwoch mit 26.951 Punkten ein neues historisches Hoch markiert hatte, änderte daran wenig. Die Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell, wonach die Währungshüter aufgrund der florierenden US-Wirtschaft die Zinszügel möglicherweise noch stärker anziehen könnten, sorgten an den Rentenmärkten für steigende Renditen. Diejenige für die 10jährige deutsche Bundesanleihe kletterte wieder über die Marke von 0,5%. Dies begünstigte Bankaktien. So gehörte die Aktie der Deutschen Bank mit einem Aufschlag von 1,5% zu den am meisten gesuchten Titeln im Dax, der um 0,4% verlor. Zu den Tagesverlierern im deutschen Leitindex zählten die Aktien von Covestro (-3,4%) und Continental (-3,8%). Letztere litt u.a. unter einer Votenherabstufung durch einen Broker. Diese schickte die Aktie des Reifenherstellers auf ein neues Jahrestief. In der zweiten Reihe gewann die Aktie des angeschlagenen Modeherstellers Gerry Weber fast 21% an Wert; hier beflügelte die Nachricht von einem Wechsel an der Unternehmensspitze. Auf europäischer Sektorenebene führten Aktien aus dem Bereich Versicherungen (+1%) die Performancerangliste an. Am Ende notierten Titel aus dem Sektor Haushaltsgüter, die im Schnitt um 3% nachgaben. Die Börsen in den USA tendierten schwächer. Der Dow Jones-Index gab nach der jüngsten Rekordjagd um 0,8% nach. Der S&P 500-Index fiel auf ein Drei-Wochen-Tief. Auf Sektorenebene (S&P 500) waren vor allem Finanzwerte gesucht, die im Schnitt um 0,7% zulegten. Technologietitel büßten dagegen als Tagesverlierer im Schnitt 1,8% ein. Die Aktienmärkte in Asien tendierten zum Wochenschluss ebenfalls schwächer. Auch hier standen insbesondere IT-Werte unter Druck. (Redakteur: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter )

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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