Angebotsdefizit treibt Preis für Palladium - Commerzbank Kolumne

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02.10.2018 09:06 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Der Preis für Palladium hat seit Mitte August um rund 200 $/Feinunze zugelegt und nähert sich seinem historischen Hoch vom Jahresanfang bei 1.126 $/Feinunze. Er setzt sich damit deutlich von den anderen Edel- und Industriemetallpreisen ab. Das hohe und nachhaltige Angebotsdefizit von ca. 10% der Nachfrage (2018e Nachfrage ca. 10,2 Mio. Feinunzen) kann immer weniger durch Bestände gedeckt werden. So sind die ETF-Bestände in den letzten drei Jahren von 2,6 Mio. Feinunzen auf nur noch 0,9 Mio. Feinunzen abgeschmolzen. Es genügt daher bereits eine geringe Mehrnachfrage, um eine hohe Preiswirkung zu erzielen: Am Terminmarkt wurden Short-Positionen eingedeckt. Der Netto-Kaufüberhang ist dadurch bisher aber nur leicht gestiegen.

Anleihen


Australien: Zinsankündigung der Notenbank 6:30 Uhr

Die Einigung der USA mit Mexiko und Kanada auf ein neues Handelsabkommen hat gestern die Kurse am Rentenmarkt nur leicht belastet. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg von 0,47% auf zwischenzeitlich über 0,50%. Der bisherige „NAFTA-Vertrag“ weicht nun dem „USA-Mexiko-Kanada-Abkommen“ (USMCA). Die Veränderungen gegenüber NAFTA halten sich in Grenzen. Die Einigung bedeutet in erster Linie einen Erfolg für US-Präsident Trump und dürfte ihn bzw. seinen Republikanern bei den Novemberwahlen helfen. Der Welthandel wird zwar ein weiteres Stück zurückgedreht (zum Beispiel dürften Autos in den USA teurer werden), ein Scheitern der Verhandlungen hätte die Unsicherheit der Handelspartner jedoch drastisch erhöht und Investitionen zunächst verhindert. Unterstützung erhielt der Rentenmarkt vom Dauerbrenner Italien. Nachdem letzte Woche die Koalition in Rom angekündigt hatte, das Haushaltsdefizit von 2019 bis 2021 pro Jahr auf 2,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen und damit ein weiteres Schuldenwachstum Italiens in Kauf zu nehmen, waren italienische Staatsanleihen unter Druck gekommen. Die Risikoaufschläge italienischer Titel gegenüber Bundesanleihen erhöhten sich beträchtlich und auch gestern gab es keine Besserung. Öl ins Feuer goss am Wochenende Innenminister Salvini von der Lega, als er in abfälliger Wortwahl im Hinblick auf den Euro-Stabilitätspakt meinte, „Europa sei ihm völlig egal“. In den USA enttäuschte am Nachmittag der ISM-Index des verarbeitenden Gewerbes. Im September ging das Stimmungsbarometer gegenüber August von 61,3 auf 59,8 Punkte zurück und damit stärker als erwartet. Der nach wie vor hohe Wert zeigt aber, dass die US-Wirtschaft trotz der Handelskonflikte und der Schwäche in einigen Schwellenländern weiter auf Hochtouren läuft.

Aktien


Infineon, Business Update Call
PepsiCo, Ergebnis Q3

Nachdem die italienische Schuldenpolitik die Erholung an den europäischen Aktienbörsen am vergangenen Freitag ausgebremst hatte, sorgte der Durchbruch im nordamerikanischen Handelsstreit nun für erneuten Kursauftrieb. Zu den Spitzenreitern im deutschen Auswahlindex Dax 30 gehörte die zum Umtausch eingereichte Aktie von Linde (+5,5%). Nachdem die chinesische Wettbewerbsbehörde der Fusion des Gasproduzenten mit seinem US-Wettbewerber Praxair zustimmt, dürfte der Deal einen großen Schritt vorangekommen sein. Noch stärker stiegen die Titel von Fresenius (+9,1%), getrieben durch eine Nachricht aus dem US-Bundesstaat Delaware. Hier sieht das zuständige Gericht ausreichende Gründe dafür, dass sich der deutsche Gesundheitskonzern von der Übernahme des US-Generikaherstellers Akorn zurückziehen kann. Dagegen hinkten die Aktien von ThyssenKrupp (-4,5%) deutlich der Indexentwicklung hinterher, da inzwischen Bedenken über den Zeitplan der verkündeten Aufspaltung des Stahlkonzerns aufgekommen sind. Im MDax profitierten die Titel von Zalando (+3,0%) und Hugo Boss (+3,2%) von positiven Analystenkommentaren. Im EUROSTOXX 50 wiesen die beiden Branchen IT (+1,5%) und Gesundheit (+1,3%) die beste Entwicklung auf, während Banken (-1,2%) unverändert auf der Abgabeseite standen. An der Wall Street flachte die Euphorie im Handelsverlauf etwas ab, so dass der Dow Jones eindeutig unter seinen Tageshöchstständen schloss. Auch der Nasdaq 100 konnte den zwischenzeitlichen neuen Rekordstand von 7700 Punkten nicht halten. Schwächster Einzeltitel im Dow Jones war wegen einer kritischen Studie die Aktie von Intel (-1,8%). Auf Branchenebene stach mit der Unterstützung steigender Ölpreise der Energiesektor (+1,5%) positiv hervor. In Asien kann der Nikkei erneut zulegen, während der Handel in China feiertagsbedingt ruht.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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