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Steinhoff Aktie: Jetzt kommen die wirklich wichtigen Dinge in den Fokus!


30.08.2018 07:35 Uhr - Autor: Michael Barck  Michael Barck auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Substanziell Neues gab es gestern zwar rund um Steinhoff International nicht, auch nicht bei einer parlamentarischen Anhörung in Südafrika zu dem Bilanzskandal des niederländisch-südafrikanischen Großkonzerns. Weder die Unternehmensvertreter noch der frühere Steinhoff-Finanzchef Ben la Grange brachten bemerkenswerte Neuigkeiten vor. Dennoch konnte die Steinhoff Aktie gestern starke Kursgewinne abliefern - zumindest in Relation zu jüngsten Kursniveau. Bis auf 0,1815 Euro ging es gestern für das Papier nach oben, Steinhoffs Aktienkurs beendete den XETRA-Handel schließlich bei 0,17 Euro mit mehr als 26 Prozent im Plus.

Vor dem Ausschuss des südafrikanischen Parlaments gab es alles in allem nichts, was der Markt nicht schon wusste. Dass la Grange alle Verantwortung an dem Bilanzskandal von sich weisen wird, war zu erwarten. Dass der frühere Konzernchef Markus Jooste gar nicht erst auftaucht, war zu befürchten. Somit müssen Anleger auf die tatsächliche Aufklärung der über viele Jahre hinweg systematisch falsch dargestellten Finanzen des Konzerns weiter warten.

Der größte Kurstreiber für die Steinhoff Aktie dürfte daher die erneute Versicherung des Unternehmens sein, dass man die Gefahr des unmittelbaren Zusammenbruchs der Unternehmensgruppe abwenden konnte. Das allerdings ist keine Überraschung mehr, seitdem das Unternehmen per Stillhalteabkommen sich die Unterstützung der Investoren gesichert hat - zumindest für drei Jahre und sofern die vereinbarten Schritte umgesetzt werden können. Hier hakte es zuletzt, so wurde bei der Tochter Hemisphere die Umsetzung der nächsten Schritte mehrfach verschoben - wir berichteten. Zudem bestätigt das Unternehmen gestern unter anderen, dass man Ende des laufenden Jahres die geprüften Zahlen für das Geschäftsjahr 2017 vorlegen werde. Spätestens Ende Januar des kommenden Jahres sollen dann die Daten für das laufende Geschäftsjahr 2017/2018 vorliegen, das am 30. September endet.

Auf Steinhoff wartet viel Sanierungsarbeit


Saniert ist Steinhoff International damit noch lange nicht. Langsam kommen damit Fragen in den Mittelpunkt, wie sich der Konzern sanieren und Schulden abbauen will. Mittlerweile werden von der Konzernspitze Verkäufe weiterer Unternehmensteile ins Spiel gebracht. Wir hatten diese Option in den letzten Wochen immer wieder als wahrscheinlich genannt. Offen ist, welche der zahlreichen Konzerntöchter es treffen könnte. Damit bleibt unklar, wie Steinhoff International in einigen Jahren aussehen könnte. Für Aktionäre wird nicht nur wichtig sein, ob das Unternehmen seine Schulden senken kann, sondern wie zukünftig Geld verdient wird, um die Gesellschaft wieder auf gesunde Füße zu stellen und den Schuldendienst bewerkstelligen zu können. Hier kommt schon in der nächsten Zeit viel Arbeit auf das Team um Chairwoman Heather Sonn zu, zumal Probleme vor allem bei der US-Tochter Mattress Firm drängen.

Zuletzt war der gestrige deutliche Kursanstieg der Steinhoff Aktie auch auf das starke Momentum zurückzuführen, das sich nach und nach aufbaute. Nicht zu vergessen ist, dass sich in dem Papier viele kurzfristig und hoch aktive Anleger engagieren. Gewinnmitnahmen und Einstiege in den Titel können da schnell wechseln, starke Kursbewegungen gab es zuletzt bei Steinhoff International immer wieder - in beide Richtungen. Gestern konnten charttechnische Hindernisse bei 0,145/0,148 Euro und 0,152 Euro überwunden werden, was der Steinhoff Aktie Schwung gab. Folgekaufsignale bei 0,157/0,161 Euro brachten zusätzliche bullishe Tradingimpulse. Die Marken sind nun im Falle von Gewinnmitnahmen als charttechnische Unterstützungen anzusehen. Auf Hindernisse trifft der Aktienkurs von Steinhoff dagegen um 0,178/0,182 Euro. Da Steinhoff am Freitag operative Eckdaten vorlegen will und zudem bei Hemisphere nach vielen Verzögerungen ebenfalls bis Morgen endlich Fortschritte erzielt werden sollen, könnte die Volatilität hoch bleiben.

Auf einem Blick - Chart und News: Steinhoff International

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