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Facebook, Netflix und Co: Berichtssaison nach starkem Start mit Enttäuschungen - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: Bart Sadowski / shutterstock.com.

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Nachricht vom 01.08.2018 01.08.2018 (www.4investors.de) - Die US-Berichtssaison ist inzwischen weit fortgeschritten und trotz der harten Enttäuschungen bei den Schwergewichten der Segmente Internet-Services bzw. -Retail (Netflix, Facebook, Twitter) und der Automobilproduzenten ist sie dennoch sehr erfolgreich. Aktuell haben ca. 52% der Konzerne des S&P 500 ihre Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Im Durchschnitt konnten sie dabei die Prognosen um 6,7% übertreffen. Gegenüber dem Vorjahresquartal liegen die Gewinne sogar um 26% höher. Noch prägnanter wird der Vergleich bei den Top-Titeln des S&P 100: Nachdem hier bereits über zwei Drittel der Ergebnisse vorliegen, liegt der Durchschnittsgewinn um 9,6% über den Prognosen und um 29,6% über den Gewinnen des zweiten Quartals in 2017. Dass sich dieses Ergebnis bisher nur partiell in der Indexentwicklung niederschlägt, liegt zum einen an der Belastung durch die Handelskonfliktdebatte in den ersten beiden Berichtswochen, zum anderen an den eklatanten Enttäuschungen und folgenden Kurseinbrüchen bei den oben genannten Highflyer-Werten, die in erster Linie die gesamte Branche und letztendlich die aufkommende Stimmung an den Aktienbörsen mit nach unten zogen. Die wegen der neuen Datenschutzregeln in Europa rückläufigen Nutzerzahlen bei Facebook und Twitter verunsicherten die Anleger ebenso wie die milliardenschwere Kartellstrafe der EU für die Google-Mutter Alphabet. Dagegen gerieten die Rekord-Gewinnzahlen bei Amazon und das sehr starke operative Ergebnis bei Alphabet in den Hintergrund. Auch im Automobilbereich gab es mit Ford und General Motors große Enttäuschungen. Beide Konzerne hatten wegen der Erwartung massiv steigender Kosten ihre Prognosen gekappt. Diese zuletzt vorgelegten Ergebnisse lassen die ansonsten starke US-Berichtssaison leider in einem wesentlich schlechteren Licht erscheinen. Sehr positiv fallen hingegen die Quartalsberichte der Pharmakonzerne ins Auge, von denen einige die Prognosen erhöht haben.

Anleihen


USA: ADP Beschäftigung (Juli), 14:15 Uhr
USA: ISM Manufacturing (Juli), 16:00 Uhr
USA: Fed-Zinsentscheid, 20:00 Uhr

Im Euroraum erhöhte sich das reale BIP im 2. Quartal nur noch um 0,3% Q/Q, genauso wie im 1. Quartal. Damit hat das Wirtschaftswachstum in der ersten Jahreshälfte deutlich an Fahrt verloren. 2017 stieg das reale BIP mit 0,7% Q/Q im Durchschnitt mehr als doppelt so stark. Allerdings haben sich die Stimmungsindikatoren zuletzt wieder stabilisiert. Das steht im Einklang mit unserer Erwartung eines Wachstums von 2,0% in diesem Jahr. Nach oben überrascht hat jedoch der Verbraucherpreisanstieg im Euroraum. So stieg die Inflationsrate im Juli von 2,0% J/J auf 2,1% J/J, was in erster Linie an einem Anstieg der Kernteuerungsrate (ohne Nahrungsmittel- und Energiepreise) lag, die überraschend von 0,9% auf 1,1% J/J anstieg. Dies ist eher auf Sondereffekte wegen der Ferien zurückzuführen. Wir rechnen ebenfalls damit, dass die Löhne beginnen, allmählich anzuziehen, die Arbeitslosenquote ist inzwischen auf 8,3% (Juni) zurückgegangen. Der Euro stärkte sich gestern aufgrund des höher als erwarteten Verbraucherpreisanstiegs auf 1,1740 USD, gab aber danach wieder ab. Die Bundesanleihen, die am Montag im Vorfeld der Sitzung der Bank of Japan unter Druck gerieten, eröffneten gestern erholt, gaben im Tagesverlauf die Kursgewinne zum Teil aber wieder ab. Der Kern-Konsumdeflator, den die Fed als Inflationsmaß beobachtet, verharrte lediglich bei 1,9% J/J. Auch der Index für die Beschäftigungskosten stieg im 2. Quartal mit 0,6% Q/Q zwar weniger als erwartet. Er liegt damit aber 2,8% über dem Vorjahresstand, der sich kontinuierlich erhöht. Das US-Verbrauchervertrauen stieg im Juli von 127,1 auf 127,4 Punkte und der Chicago Einkaufsmanagerindex von 64,1 auf 65,5 Punkte, beide übertrafen damit der Erwartungen. Heute steht die Sitzung der US-Notenbank Fed im Mittelpunkt.

Aktien


Infineon, Ergebnis Q3
Volkswagen, Halbjahreszahlen
ArcelorMittal, BNP, Generali, Halbjahreszahlen
Intesa SanPaolo, Rio Tinto, Halbjahreszahlen
Osram Licht, Vossloh, Ergebnis Q2
Norma Group, endg. Ergebnis Q2

Die europäischen Aktienmärkte und insbesondere der deutsche Leitindex Dax 30 schafften es nach dem schwachen Wochenauftakt auch am Dienstag nicht, wieder an Schwung zu gewinnen. Angesichts der geldpolitischen Entscheidungen in dieser Woche hielten sich die Anleger vorerst zurück. Die vielen Quartalsvorlagen fanden ein unterschiedliches Echo. Sehr positiv wurde die Geschäftsentwicklung der Deutschen Lufthansa (+8,3%) bewertet. Dagegen fielen die Aktien von Fresenius (-4,3%) und FMC (-2,2%), welche währungsbedingte Umsatzeinbußen zu verkraften hatten, bis an das Ende der Kursliste zurück. Die wenig spektakulären Zahlen des Baustoffkonzerns HeidelbergCement (+0,7%) wurden leicht positiv goutiert. Etwas stärker als der Dax präsentierte sich der EUROSTOXX50. Hier sorgten vor allem die Kursgewinne von Banken (+1,3%) und Energie (+0,9%) für den leicht positiven Trend. Dagegen entwickelte sich der IT-Sektor (-0,5%) weiterhin schwächer. Favoriten im Leitindex des Euroraums waren die Aktien von Vivendi (+3,7%) und Intesa SanPaolo (+4,1%). Während beim französischen Medienkonzern der Teilverkauf des Musikgeschäfts für Fantasie sorgte, legte die italienische Bank im Vorfeld der Quartalszahlen zu. An der Wall Street konnten sich die IT-Werte vor der nachbörslichen Gewinnvorlage von Apple leicht erholen. Stärkster Einzelwert im Dow Jones war allerdings die Aktie des Pharmakonzerns Pfizer (+3,1%) nach überzeugenden Zahlen. Auf Branchenebene hatte eindeutig der Industriesektor (+2,1%) die Nase vorn. Die asiatischen Börsen weisen heute Morgen eine uneinheitliche Tendenz auf. (Redakteur: Externer Kolumnist)

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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