Steinhoff International: Schon wieder Neuigkeiten!

Bild und Copyright: ViblyPhoto / shutterstock.com.

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Nachricht vom 20.07.2018 20.07.2018 (www.4investors.de) - Weiter geht es mit den Sanierungsnachrichten von Steinhoff International. Nachdem seit gestern klar ist, dass die Gläubiger mit Quoten zwischen 89 Prozent und 99 Prozent dem Stillhalteabkommen im Rahmen des ausgehandelten Sanierungsplans zustimmen, kann dieses nun in Kraft treten. Mittlerweile wurden auch die letzten Bedingungen erfüllt - dazu gehören vor allem positive Fortführungsprognosen gemäß österreichischem Recht für die Steinhoff Europe AG und die Steinhoff Finance Holding GmbH. Die Boards beider Unternehmen hatten diese nun etabliert, meldet der SDAX-notierte Konzern am Freitagvormittag.

In einem nächsten Schritt will Steinoff International nun den Sanierungsplan implementieren. Drei Monate veranschlagt der Konzern hierfür als Zeitraum. Details zu den Planungen nennt man nicht. Sobald der Plan implementiert ist, soll das Stillhalteabkommen über weitere drei Jahre gelten, spätestens aber Ende 2021 auslaufen. Diese Frist soll auch bei der geplanten Restrukturierung von Hemisphere International Properties B.V. gelten, für die nun ebenfalls ein Stillhalteabkommen ausgehandelt werden soll. In der Gesellschaft sind vor allem die Immobilien der österreichischen kika/Leiner-Gruppe gebündelt, die Schulden dieser Gesellschaft liegen bei 750 Millionen Euro - wir berichteten.

Steinhoff Aktie: Viele offene Fragen


Steinhoff International hat mit dem Stillhalteabkommen für den Sanierungsplan einen wichtigen Schritt in Richtung Sanierungsversuch getan. Was konkret in dieser Zeit passieren soll, ist derzeit völlig offen. Große Details zum ausgehandelten Sanierungsplan hat Steinhoff International bisher nicht veröffentlicht. So bleibt unklar, wie der Konzern zukünftig genügend Geld verdienen und Cash generieren will, um Gläubiger und Aktionäre zufrieden zu stellen und Schulden abzubauen.

Vielleicht war das ein Grund, warum sich in den Aktienforen des Internets der eine oder andere enttäuscht von der gestrigen Kursbewegung der Steinhoff Aktie gezeigt hat. Diese schaffte erst im zweiten Anlauf den Sprung über eine Hinderniszone unterhalb von 0,225 Euro. Bei 0,247 Euro wurde das Tageshoch erzielt - weit entfernt von den zuletzt viel herumgereichten, wenngleich aufgrund des defizitären Geschäfts und weiterer Beteiligungsverkäufe (u.a. kika/Leiner) längst wohl nicht mehr aktuellen Buchwert von 0,58 Euro je Steinhoff Aktie. Mit 0,232 Euro ging die Steinhoff Aktie letztlich aus dem Handel, ein Plus von immerhin mehr als 20 Prozent. Aktuell liegt das Papier mit 2,8 Prozent im Minus bei 0,2255 Euro.

Steinhoff: Viele Fragen zur Sanierung sind weiter offen


Die Zahl der Steinhoff-News dürfte in diesen Tagen kaum kleiner werden. So dürfte sich nach und nach der Fokus an der Börse auf die Frage nach den konkreten Sanierungsplanungen verlagern. Werden Schulden in Aktien getauscht, müssen profitable Beteiligungen zum Schuldenabbau verkauft werden? All dies ist bisher ungeklärt. Dass der SDAX-Konzern sich von weiteren Beteiligungen trennen muss, ist kaum zu vermeiden. Geld wird weiter benötigt, zum Schuldenabbau und für das operative Geschäft. Problemkinder wie die US-Tochter Mattress Firm, tief defizitär und schlecht aufgestellt, machen weiter Sorgen. Gestern gab es erste Indikationen, wie die Immobiliengesellschaft Hemisphere saniert werden könnte - hierin bündelt Steinhoff International vor allem die Immobilien von kika/Leiner und nur wenige wären wohl völlig überrascht, wenn diese in der nächsten Zeit verkauft werden würden. 750 Millionen Euro an Schulden sind bei Hemisphere vorhanden, die nun mit 10 Prozent verzinst werden und die spätestens Ende 2021 fällig werden.

Der Blick auf den Chart der Steinhoff Aktie ist angesichts der noch zu erwartenden Neuigkeiten des Unternehmens weiter hoch interessant. Nachdem sich die Aktie über den diversen charttechnischen Hürden zwischen 0,219/0,221 Euro und 0,225/0,226 Euro stabilisieren konnte, sind hier nun charttechnische Unterstützungen zu sehen. Nach oben hin sollte vor allem der Bereich um das gestrige Tageshoch und bei einem Ausbruch hierüber eine Zone zwischen 0,268/0,271 Euro und 0,275 Euro als Widerstand anzusehen sein.

Lesen Sie hierzu auch folgenden Beitrag aus der 4investors-Redaktion - Steinhoff: So soll Hemisphere saniert werden





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