Öl: Trotz Ausfälle entspannt sich zumindest kurzfristig die Angebotssituation - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: Slavko Sereda / shutterstock.com.

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20.07.2018 09:10 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter auf Twitter 

Venezuela, Kanada, Libyen, Nordsee – die Produktionsausfälle haben zugenommen. Trotzdem entspannt sich aber die Angebotssituation, wie fallende Ölpreise und eine deutlich rückläufige Backwardation am Terminmarkt – der Aufschlag für kürzerfristig verfügbares Öl tendiert gegen Null – signalisieren. Die Wende fällt mit dem faktischen Außerkraftsetzen des OPEC-Abkommens Ende Juni zusammen. Sowohl Saudi Arabien als auch Russland haben die Fördermengen deutlich ausgeweitet, wozu auch Donald Trump gedrängt hat. Er will im Vorfeld der Wahlen im November die Wähler nicht mit steigenden Ölpreisen aufgrund der anlaufenden Iran-Sanktionen verärgern. Zunächst ist daher mit steigenden Lagerbeständen zu rechnen.

Anleihen


Japan: Verbraucherpreise (Juni), 01:30 Uhr
Euroraum: Leistungsbilanz (Mai), 10.00 Uhr

Nach der Anhörung von Fed-Chef Powell vor dem US-Kongress am Mittwoch wertete der US-Dollar ggü. vielen Währungen auf. Der Euro fiel unter die Marke von 1,160 USD. Nachdem US-Präsident Trump aber die Leitzinserhöhungen der Fed kritisierte und er einen deutlichen Nachteil darin für die USA sehe, schwächte sich der Greenback wieder ab. Normalerweise agiert die US-Notenbank unabhängig; Trump bricht damit ein wichtiges Tabu. Großbritanniens Ministerpräsidentin Theresa May steht politisch unter Druck. Am Montag hat sie den Brexit-Hardlinern in ihrer Partei Zugeständnisse gemacht und ihre Position dadurch weiter geschwächt. Die Verhandlungen über eine Übergangsphase nach dem offiziellen Brexit im März 2019 sollten bis Herbst abgeschlossen sein. Sollte das nicht gelingen, kann es zu einem ungeregelten Brexit, ohne Zugang zum Binnenmarkt, kommen. Darauf bereitet sich jetzt auch die EU vor. Gestern hat die EU-Kommission alle öffentlichen Stellen und die Wirtschaft ermahnt, sich besser auf einen möglichen harten Bruch ohne Vertrag vorzubereiten. Darüber hinaus gingen die britischen Einzelhandelsumsätze im Juni um 0,6% M/M – erwartet war ein Anstieg – deutlich zurück. Seit der Meldung der Preisdaten vom Mittwoch gingen die Zinserhöhungsspekulationen für die BoE für August zurück. Das britische Pfund schwächte sich aufgrund der politischen Turbulenzen und enttäuschenden Daten deutlich ggü. Euro und US-Dollar ab. Der chinesische Renminbi wertet seit Mitte April drastisch ab. Vor dem Hintergrund sich abschwächender Fundamentaldaten scheint die Abwertung gerechtfertigt, zumal die chinesische Notenbank schon zweimal in diesem Jahr ihre geldpolitischen Zügel gelockert hat. Zudem versucht China wohl auch die Nachteile der Zölle mit der Währung auszugleichen.

Aktien


General Electric, 2. Quartal
Honeywell, 2. Quartal
Schlumberger, 2. Quartal

Nach einer Serie von 5 Gewinntagen in Folge pausierten die deutschen Aktienmärkte am Donnerstag. Im Verlauf bröckelten die Kurse immer weiter ab und der DAX landete schließlich bei -0,6%. Der EuroStoxx 50 endete nicht weit entfernt mit -0,4% ebenfalls mit leichten Verlusten. Hauptverlierer im DAX waren SAP (-3,5%), wo in den Halbjahreszahlen die Margenentwicklung bei Mietsoftware enttäuscht kommentiert wurde. Leichte Gewinne zeigten Deutsche Post (+1,1%) sowie Daimler (+0,7%) und VW (+0,5%). In den USA gab es eine ähnliche Tendenz. Dow Jones und Nasdaq gaben in Einklang mit den europäischen Aktienmärkten 0,5% ab. Doch war an der Wall Street erneut eine Fülle von Quartalsberichten zu verdauen, die teils heftige Auswirkungen hatten. So legte Dow-Schwergewicht IBM nach Zahlen 3,3% zu. Am Ende der Sektoren rangierten die Finanzwerte, deren Teilindex 1,4% abgab. Prominenteste Verlierer waren nach Zahlen Travelers (-3,7%), American Express (-2,7%) und an der Nasdaq die Handelsplattform Ebay (-10,1%). Nur Gewinner produzierte der Verzicht von Comcast (+2,6%) auf weitere Bieterrunden um das Medienimperium 21st Century Fox zu Gunsten von Disney (+1,3%). Für den heutigen Handelstag fehlen die großen Kurstreiber. Die asiatischen Börsen sind uneinheitlich. In Japan schloss der Nikkei 225 mit leichten Verlusten, während die Kurse in Korea auf der Stelle treten. Dagegen vermelden die Börsen in China Zuwächse um 2%. Erneut sind auch einige Quartalszahlen aus den USA zu verarbeiten, die wie Microsoft nachbörslich veröffentlicht wurden oder heute im Tagesverlauf erwartet werden.
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