Daimler, VW, Tesla und Co.: Das bringt die Zukunft der Automobilindustrie - AXA IM Kolumne

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09.07.2018 09:44 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Die Automobilindustrie befindet sich im fundamentalen Wandel. Vor allem das gestiegene Umweltbewusstsein ändert mehr und mehr die Einstellung zum Fahren und Fahrverhalten. So gehören nicht nur Elektromotoren längst zum Alltag – auch Fahrtenvermittler-Apps gewinnen zunehmend an Bedeutung und verändern vor allem in Großstädten das Mobilitätsverhalten. „Natürlich werden Autos auch in Zukunft gekauft und verkauft. Jedoch wird sich die gesamte Branche wandeln. Auch die Lieferketten der Fahrzeugbauer werden sich grundlegend verändern, da das ‚Endprodukt Auto‘ schon bald ein anderes sein dürfte, als wir es heute kennen“, sagt Tom Riley, Portfolio Manager des AXA WF Framlington Robotech Fonds. Investoren, die vom Wandel der Automobilbranche profitieren wollen, sollten neben dem technologischen Fortschritt daher noch andere Faktoren im Auge behalten.

Die Geschichte des Autos ist eine Erfolgsgeschichte. Das wird sie auch bleiben, glaubt Riley: „Mobilität wird auch für die Menschen von morgen ein existenzielles Grundbedürfnis sein. Schätzungen zufolge wird sich die Anzahl der Autos bis 2040 weltweit auf etwa zwei Milliarden verdoppeln. Doch zwei Milliarden Autos benötigen auch zwei Milliarden Parkplätze.“ Gehe man gleichzeitig davon aus, dass etwa 70 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben und arbeiten werden, dränge sich unweigerlich die Frage auf, ob der öffentliche Raum für die Mobilität der Zukunft ausreichen werde.

„Immer mehr Menschen greifen daher auf Alternativen zum eigenen Auto zurück. Mit einer simplen Fahrtenvermittler-App auf dem Smartphone kann man in den meisten Großstädten dieser Welt ans gewünschte Ziel gelangen, anstatt selber fahren zu müssen“, erklärt Riley. Diese Art von Mobilität biete gleich zwei Vorteile gegenüber dem eigenen Auto: Man spart Geld für den Unterhalt und kommt darüber hinaus noch in den Genuss eines sozialen Erlebnisses, nämlich einer Fahrgemeinschaft. Goldman Sachs untermauert diese Prognose mit Zahlen: Laut deren Schätzung wird der weltweite Markt für Fahrtenvermittler und Mitfahrgelegenheiten von gegenwärtig fünf Milliarden Dollar bis ins Jahr 2030 auf etwa 285 Milliarden Dollar anwachsen.

Neue Technologien, neue Mentalität


Darüber hinaus zwingen neue Technologien die Automobilindustrie, sich zu verändern. „Durch die rapide Zunahme der Rechnerleistung, Konnektivität und Künstliche Intelligenz rückt eine Welt mit selbstfahrenden Autos neben – oder statt – Autos mit menschlichen Fahrern immer näher an unsere Gegenwart heran“, prognostiziert Riley.

Die öffentliche Diskussion um den Klimawandel beschleunigt zudem den Übergang von Kraftwagen, die mit fossilen Brennstoffen angetrieben werden, zu elektrischen Fahrzeugen. Dafür spreche die wachsende Zahl der Besitzer von E-Autos. „2016 wurden mehr als zwei Millionen elektrische PKWs verkauft. Laut der Internationalen Energieagentur wird es im Jahre 2030 mehr als 200 Millionen E-Autos auf den Straßen geben“, so Riley.

Voranschreitende Verbesserungen bei Batterien und anderen Neben-Technologien lassen dazu annehmen, dass der Markt für „Mobility as a Service“ weiterhin wachsen wird. Einer aktuellen Studie von McKinsey zufolge könnte 2030 jedes zehnte Auto ein „Shared Vehicle“ sein.

In die Zukunft des Autos investieren


„Diejenigen Unternehmen, die umweltfreundliche, miteinander vernetzte und künstlich intelligente Autos bauen, werden am Automobilmarkt immer dominanter – und sie werden entsprechende Gewinnmargen realisieren. Folglich gehen mit diesem Wandel und Wachstum neue Chancen für Anleger einher“, ist Riley überzeugt.

Investoren der Branche werden künftig nicht nur vor die Wahl zwischen Ford oder Toyota gestellt. Sie werden sich auch nicht nur zwischen Tesla oder dem Nissan Leaf entscheiden müssen. „Vielmehr müssen sie bei ihren Anlageentscheidungen vermehrt auch App-Entwickler, Batteriehersteller und Chip-Produzenten berücksichtigen“, schließt der Experte.
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