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Private Equity auch für Privatanleger

24.01.2018, 09:34 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Mini-Reihe Private Equity - Teil 2: Die Möglichkeiten der Privatanleger mit Private Equity, von Florian Dillinger, Matador Private Equity AG. Bild und Copyright: Matador Private Equity.

Mini-Reihe Private Equity - Teil 2: Die Möglichkeiten der Privatanleger mit Private Equity, von Florian Dillinger, Matador Private Equity AG. Bild und Copyright: Matador Private Equity.

Private Equity als Anlageklasse wurde von Privatanlegern lange stiefmütterlich behandelt. Das hat sich geändert – auch weil es mittlerweile sehr gute Möglichkeiten gibt, sich dort zu engagieren. In nur wenigen Industrien hat sich im Verlauf der vergangenen zwei Jahrzehnte derart viel getan wie in der Investmentbranche. Vor allem Privatanleger profitieren von einer drastischen Erweiterung des Angebotsspektrums, sind ihnen doch mittlerweile Anlageformen zugänglich, die früher institutionellen Investoren vorbehalten waren. Zu den Segmenten, die sich privaten Anlegern verhältnismäßig spät geöffnet haben, gehört Private Equity. Das ist vor allem deshalb erstaunlich, weil es sich hierbei an und für sich um einen äußerst interessanten Markt handelt.

Die Attraktivität dieser alternativen Anlageklasse basiert auf mehreren Aspekten. So ermöglicht Private Equity die Beteiligung an nicht-börsennotierten Unternehmen mit hohen Renditechancen. Ein robustes Fundraising, das Einwerben von Geldmitteln durch Private-Equity-Fonds, sowie ein steigendes Investitionsvolumen in Europa und den USA schaffen eine entsprechende Nachfrage. Zumal eine breite Diversifikation – sowohl in puncto Laufzeit, Branchen, Länder und Unternehmen – für eine geringe Volatilität sorgt, die über die Wirtschaftskrise und ihre Folgen hinweg auch empirisch dokumentiert ist.

Das Potenzial ist enorm. Gute Private-Equity-Fonds erreichen über Jahre stabile Zielrenditen von bis zu 20 Prozent jährlich. Selbst im Durchschnitt kommen die mehr als tausend Private Equity-Fonds am Markt auf ein Ertragsniveau, das den Vergleich mit dem Aktienmarkt keineswegs scheuen muss – ganz im Gegenteil: Private Equity glänzt mit deutlich höheren und stabileren Renditen als der Aktienmarkt. Auch ein Grund dafür, warum die Investmentberatungsgesellschaft Mackewicz + Partner diesem Segment bis zum Jahr 2025 ein weltweites Volumen von bis zu zehn Billionen US-Dollar zutraut.

Das positive wirtschaftliche Umfeld in Kombination mit niedrigen Zinsen führt seit einigen Jahren grundsätzlich zu einem erhöhten Bedarf an alternativen Anlagen. Im Vergleich zu Public Equity, also Unternehmensanteilen in Form von Aktien, ist Private Equity dabei insbesondere in der öffentlichen Wahrnehmung und bei Privatanlegern unterrepräsentiert. Zwar hat der Markt laut der jüngsten Analyse von Mackewicz + Partner aktuell ein Volumen von 2,5 Billionen Dollar erreicht. Doch das bleibt bislang fast ausschließlich institutionellen Investoren vorbehalten. Private Investoren geben sich bisher eher zögerlich. Allein schon daraus leiten sich Wachstumschancen ab – auch wenn sich das global verwaltete Vermögen im Private-Equity-Segment auf Rekordniveau befindet.

Kritikpunkte


Dass es lange gedauert hat, bis eine etwas breitere Masse die Attraktivität dieser alternativen Anlageklasse für sich entdeckt hat, hat mehrere Ursachen. Nicht nur, dass die Hürden eines Investments ursprünglich hoch waren.

Die Zurückhaltung privater Investoren ist auch darauf zurückzuführen, dass Fondslaufzeiten, wie sie am Primärmarkt mit bis zu zwölf Jahren vorherrschen, vielen Anlegern schlicht und ergreifend zu lang sind. Zudem hält sie das sogenannte „Blind Pool“-Risiko ab: Als Investor wissen sie zu Beginn eines Engagements nicht, in welche Firmen der Fonds investiert. Gerade das vermittelt vielen Anlegern den Eindruck der oft zitierten Intransparenz. Auch ergibt sich mit Blick auf die Zahl der Targets innerhalb eines Fonds keine für eine sinnvolle Risikostreuung notwendige hohe Diversifikation. Hohe Mindestzeichnungsbeträge, wie sie insbesondere am Primärmarkt gefordert werden, schrecken zusätzlich ab.

Eine Lösung: „Secondaries“


Viele dieser Risiken kann der Investor allerdings umgehen – indem er statt auf den Primär- auf den Zweitmarkt setzt, auf sogenannte Secondary Investments („Secondaries“). Dieser Teilmarkt umfasst die Käufe und Verkäufe von bereits gezeichneten Private-Equity-Fondsanteilen. Aufgrund verschiedener Rahmenparameter und Entwicklungen der vergangenen Jahre hat sich hier ein sehr liquides Marktsegment herausgebildet. Es gibt zwischenzeitlich sogar etliche spezialisierte Secondary-Fonds, die im Jahr 2016 weltweit ein Transaktionsvolumen von 35 bis 40 Milliarden US-Dollar erzielen konnten. Secondary-Fundraising und –Transaktionen machen zwischen fünf und zehn Prozent des Primary-Volumens aus. Dieser Markt ist äußerst stabil und erfuhr selbst im Rahmen der Finanzkrise und deren Nachgang keinen signifikanten Einbruch.

Um das Secondary-Prinzip zu verstehen, ist ein Blick hinter die Kulissen sinnvoll. So gibt es für den Kauf und Verkauf von Private-Equity-Fondsanteilen keinen börslichen Handel, sondern der Prozess erfolgt via OTC (over the counter). Neben dem eigenen Netzwerk, welches die relevanten Marktteilnehmer untereinander haben, haben sich weltweit einige namhafte Beratungsgesellschaften etabliert, die als Makler in diesem Markt fungieren. Hier hat sich in der Zwischenzeit ein als liquide geltendes und stetig wachsendes Marktsegment herausgebildet. Ein potenzieller Verkäufer kann seine Anteile auch an mehrere Käufer veräußern, doch ist es bei vielen Fonds üblich, dass der Private-Equity-Fonds dem Verkauf zustimmen muss, was in der Regel geschieht.

Die Gründe für einen Verkauf können verschiedenster strategischer Natur sein, wie etwa ein Rückzug von der Anlageklasse aus regulatorischen Gründen oder aufgrund steuerlicher Entwicklungen, die Verkäufe notwendig machen. Erbschaftssteuerthemen bei Family Offices sind dafür ein gutes Beispiel. Kurzum: Die Motive für eine Veräußerung müssen keineswegs aus Unzufriedenheit mit der Rendite resultieren.

Fakt ist, dass die aus diesem Prinzip entstehenden regen Handelsaktivitäten deutliche Auswirkungen auf Liquidität und Fungibilität dieses stetig wachsenden Marktes haben. Und die Liquidität einer Assetklasse und ihre jederzeitige Veräußerbarkeit sind schließlich für viele Investoren ein zentrales Kriterium bei der Bewertung der Attraktivität eines Marktes.

Vorteile im Paket


Bei der Frage nach den Möglichkeiten, in Secondaries zu investieren, stößt der private Anleger unweigerlich auf die börsennotierten Private-Equity-Firmen, die sich genau auf diesen Bereich spezialisiert haben. Deren Manager investieren auf der Basis ihrer Expertise in entsprechende Projekte und Private-Equity-Fonds – und der private Investor profitiert davon. Diese Instrumente verbinden das Beste aus zwei Welten: Sie verbinden die attraktiven Renditechancen der Anlageklasse Private Equity mit den Liquiditätsvorteilen der Assetklasse Aktie – und ermöglichen Investoren den Zugang zu den erfolgreichsten Private-Equity-Gesellschaften ohne Mindestvolumina in einem ansonsten zugangsbeschränkten Markt. Die Anlageklasse Private Equity, die schon viele Institutionelle überzeugt hat, ist damit auch für private Anleger zugänglich.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne von Dr. Florian Dillinger, Matador Private Equity AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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