Produzentenpreisauftrieb in den USA lässt weiter nach - Commerzbank Kolumne

Bild und Copyright: STILLFX / shutterstock.com.

Bild und Copyright: STILLFX / shutterstock.com.

11.08.2017 09:11 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

In den USA hat der Auftrieb der Produzentenpreise im Juli weiter nachgelassen; sie sanken bedingt durch niedrigere Energiepreise um 0,1% gegenüber dem Vormonat und lagen damit 1,9% über ihrem Vorjahresstand. Bei den heute anstehenden Verbraucherpreisen ist allerdings schon allein basisbedingt eine Stabilisierung oder gar ein leichter Anstieg der Jahresinflationsrate wahrscheinlich. Doch bleibt die Preissteigerungsrate wohl noch eine Zeitlang hinter dem Ziel der Fed von 2% zurück. Diese Zielabweichung wird die Fed nicht davon abhalten, im September mit dem Abschmelzen ihrer Bilanz zu beginnen; doch ist sie ein Grund, mit der nächsten Leitzinsanhebung bis Dezember zu warten.

Anleihen


USA: Verbraucherpreise (Juli), 14:30 Uhr

Die hilflose Suche der USA nach einer sinnvollen Strategie gegenüber Nordkorea erinnern viele Cineasten vermutlich an den Film „Die Maus, die brüllte“ mit Peter Sellers: Ein Zwergstaat gerät in den Besitz der „Q-Bombe“ und kann den USA einen Kapitulationsvertrag diktieren. Die Finanzmärkte reagierten mit Kursgewinnen beim Gold, beim Yen und beim Schweizer Franken auf das Säbelrasseln. Vielleicht erwarten aber auch einige Marktteilnehmer nur, dass sich andere Sorgen machen – bekanntlich werden an den Finanzmärkten nicht selten „Erwartungserwartungen“ gehandelt. Der Konflikt dürfte nach der Sommerpause wieder in den Hintergrund rücken – wo er auch hingehört.

Gemessen an der Zahl der über 65-jährigen an der Gesamtbevölkerung ist Japan heute schon dort, wo Deutschland sich in 15 Jahren befinden dürfte: Etwa jeder dritte Japaner ist über 65. Die demografische Verschiebung bremst das Wirtschaftswachstum. Zwar zeigt auch in Japan die extrem expansive Geldpolitik allmählich Wirkung – am deutlichsten wohl bei der Industrieproduktion und beim Konsum. Die Verbraucherpreise und die Investitionen hinken aber hinterher. So enttäuschten gestern erneut die Zahlen zu den Maschinenbauaufträgen im Juni, die im Monatsvergleich um 1,9% hinten lagen. Dies ist der dritte Rückgang in Folge.

In Frankreich lag die Industrieproduktion im Juni etwas unter und in Großbritannien über den Erwartungen. Eine saubere Saisonbereinigung ist in den Sommermonaten jedoch schwierig. Klar aufwärtsgerichtet ist in Frankreich der Trend: Gegenüber dem Vorjahr ist aktuell ein Plus von 2,6% zu verzeichnen. Dagegen stagniert der Output in Großbritannien fast. Das NIESR Institut taxiert das Wachstum auf nur 0,2% im Juli. In den letzten fünf Monaten fiel das Wachstum damit deutlich schwächer aus als zwischen 2013 und 2016 – wohl als Folge der Unsicherheit nach der Brexit-Entscheidung.

Aktien


Deutsche Wohnen, Halbjahreszahlen
Innogy, Ergebnis Q2
Telefonica Deutschland, Halbjahreszahlen
VW, Konzernabsatz 07/17

Die gestiegene Risikoaversion setzte gestern sowohl die europäischen Aktienbörsen als auch die Gemeinschaftswährung unter Druck, womit die Aktienkurse nicht von der Entlastung bei der zuletzt erlebten Euro-Stärke profitierten konnten. In einem Umfeld, in dem erneut alle Branchen schwächer tendierten, verzeichneten Banken (-1,5%) und Versicherungen (-1,3%) die größten Abschläge. Besonders stark unter Druck gerieten im Dax 30 nach einer enttäuschenden Quartalsberichterstattung die Aktien von Henkel (-4,1%). Dagegen konnten die Anteilscheine von ThyssenKrupp (+0,8%) trotz eines gemischt ausgefallenen Zahlenwerks leicht zulegen. Im MDax verloren die Aktien von Aurubis (-6,0%) nach der Veröffentlichung von Quartalsdaten ebenso wie die von Hannover Rück (-4,9%) und Lanxess (-3,3%) deutlich. Im Leitindex des Euroraums, dem EUROSTOXX 50, konnten lediglich der Versorger Engie (+0,4%) und Total (+0,2%) zulegen. Am Ende der Kursliste standen mit den Werten der Deutschen Bank (-3,1%), Banco Santander (-2,3%) und Munich Re (-2,3%) vor allem Titel aus dem Finanzbereich. An der Wall Street sorgte die verschärfte Rhetorik von Präsident Trump dafür, dass auch hier die Kurse nach der verhaltenen Reaktion vom Vortag stark unter Druck gerieten. Insbesondere Technologieaktien verzeichneten deutliche Abgaben. So standen die zuletzt auf einem Rekordstand notierten Aktien von Apple (-3,6%) am Ende der Kursliste. Somit sackte auch der Technologieindex Nasdaq 100 (-2,2%) deutlich ab. In Asien setzt sich der Stimmungsabfall heute Morgen weiter fort. Die asiatischen Börsen geben in der Breite kräftig nach. Die europäischen Aktienmärkte werden ebenfalls mit Verlusten eröffnen, wobei der Dax nun unter die Marke von 12.000 Punkten rutscht.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

Auf einem Blick - Chart und News: Dollar - Währung

Ihr 4investors-Newsletter

Exklusive Interviews und Analysen für Sie aus der 4investors-Redaktion!

Der Newsletter ist kostenlos. Sie können den Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Wir speichern Ihre Mailadresse ausschließlich zum Versand des Newsletters und geben diese nicht weiter! Bitte beachten Sie unsere Datenschutzerklärung.



Nachrichten und Informationen zur Dollar - Währung-Aktie

29.11.2019 - EUR/USD: Richtungswechsel im unteren Trendkanalbereich? - UBS-Kolumne
22.11.2019 - EUR/USD: Steigender Trendkanal bestätigt - UBS-Kolumne
15.11.2019 - EUR/USD: Trendwechsel auf long wohl gescheitert - UBS-Kolumne
01.11.2019 - EUR/USD: Währungspaar am Widerstand - UBS-Kolumne
30.10.2019 - USA: BIP-Wachstum weiter solide, dank der Konjunkturlokomotive Konsum! - Nord LB Kolumne
25.10.2019 - EUR/USD: Abwärtskorrektur beendet? - UBS-Kolumne
18.10.2019 - EUR/USD: Ausbruch nach oben gelungen - UBS-Kolumne
04.10.2019 - EUR/USD: Aufwärtskorrektur im Abwärtstrend - UBS-Kolumne
01.10.2019 - Dollar: Trend läuft weiter gegen den Euro - Donner & Reuschel Kolumne
27.09.2019 - EUR/USD: Marke von 1,10 USD gefallen - UBS-Kolumne
20.09.2019 - EUR/USD: Fallender Trendkanal klar intakt - UBS-Kolumne
19.09.2019 - US-Notenbank senkt Leitzins: Optionen für weitere Zinssenkungen - Commerzbank Kolumne
09.09.2019 - Ebbe an den Finanzmärkten: Alternativen gefragt - J.P. Morgan AM Kolumne
06.09.2019 - USA: Arbeitsmarkt etwas weniger dynamisch – Löhne ziehen aber stärker an - Nord LB Kolumne
06.09.2019 - EUR/USD: Abwärtstrend klar intakt! - UBS-Kolumne
03.09.2019 - USA: Der ISM PMI zeigt keine Rezession an! - Nord LB Kolumne
15.08.2019 - US-Einzelhandelsumsätze: Der Konsument stemmt sich gegen den Abschwung - Nord LB Kolumne
02.08.2019 - USA: Arbeitsmarktdaten im Juli recht freundlich - Nord LB Kolumne
01.08.2019 - USA: Die Fed als globaler Rückversicherer für Konjunkturrisiken - Nord LB Kolumne
29.07.2019 - Fed hat wenig Grund, die Zinsen um mehr als 25 Basispunkte zu senken - Vontobel-Kolumne