USA: Auftragseingänge langlebiger Güter steigen stärker als erwartet - Commerzbank-Kolumne

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28.07.2017 09:05 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Im Juni sind die Auftragseingänge langlebiger Güter in den USA mit 6,5% M/M überraschend deutlich gestiegen. Der hohe Zuwachs lag vornehmlich an einem 131%-Plus bei den Flugzeugaufträgen (Boeing). Rechnet man die stark schwankenden Aufträge für Transportgüter aber heraus, ergibt sich eine Steigerung um 0,2% – etwas unter den Erwartungen. Die Vormonatswerte wurden alle nach oben revidiert. Insgesamt zeigt sich die amerikanische Wirtschaft weiterhin robust. Wir rechnen für das zweite Quartal mit einem annualisierten BIP-Wachstum von 2,6%, deutlich höher als im ersten Quartal mit 2,1%.

Zinsen und Anleihen


Deutschland: Verbraucherpreise (Juli), heute
Frankreich: BIP-Wachstum (2. Quartal), 07:30 Uhr
Euroraum: EU-Vertrauensindikatoren (Juli), 11:00 Uhr
USA: BIP-Wachstum (2. Quartal), 14:30 Uhr
USA: Arbeitskostenindex (2. Quartal), 14:30 Uhr

Der Renditerückgang am US-Bondmarkt nach der Sitzung der US-Notenbank (Fed) am Mittwoch wurde in Europa gestern nachgeholt. Da sich die Fed verhaltener zur Inflationsentwicklung äußerte, rechnen die Marktteilnehmer damit, dass sie sich im Zweifel mehr Zeit lassen wird mit dem nächsten Zinsschritt als bisher erwartet. Unsicherheit herrscht bezüglich des Beginns der Reduktion der Fed-Bilanz; wie die Fed dabei vorgehen möchte, hat sie bereits dargelegt. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember ging gestern von 45% auf 40% noch einmal zurück. Die rückläufigen Zinserhöhungserwartungen ließen den US-Dollar weiter ggü. den großen Währungen abwerten. Handelsgewichtet hat sich der US-Dollar inzwischen auf das Niveau von Mitte August 2016 abgewertet. Der EUR stieg gestern im Gegenzug kurzzeitig auf 1,1780 USD, den höchsten Stand seit der Ankündigung der EZB-Anleihekäufe. Auch die Schwäche des Schweizer Franken, die sich im Juli verstärkt hat, setzte sich fort. Der Kurs überstieg die Marke von 1,12 CHF pro EUR. Die Renditen von Bundesanleihen gingen zwischenzeitlich um bis zu 5 Bp. zurück, drehten aber im Tagesverlauf wieder. Dazu trugen vor allem besser als erwartete US-Konjunkturdaten bei. So stiegen die Auftragseingänge langlebiger Güter im Juni um 6,5% M/M bzw. 14,6% J/J. Grund für den deutlich besser als erwarteten Daten war ein extrem kräftiger Anstieg von Flugzeugbestellungen (+131%), die in der Regel sehr volatil sind. Ohne den Transportsektor erhöhten sich die Auf-tragseingänge nur um 0,2% M/M. Die Daten sind auch deshalb besser als erwartet, weil der Rückgang im Vormonat nach oben revidiert wurde.

Aktien


Air Liquide, ArcelorMittal, Ergebnis Q2
Banco Santander, Barclays, BBVA, Ergebnis Q2
BNP Paribas, Credit Suisse, Engie, Ergebnis Q2
Eni, Exxon Mobil, Heidelberg Cement, Ergebnis Q2
Linde, Merck & Co. , Ergebnis Q2
MTU Aero Engines, UBS, Ergebnis Q2
Vinci, Wacker Chemie, Ergebnis Q2

Auch zum Wochenschluss geben wieder viele Unternehmen Auskunft über ihre Geschäftsaktivitäten für das zweite Quartal 2017. Insgesamt 17 Firmen aus unserem Aktien-Beratungsgattungsuniversum veröffentlichen heute ihre Zahlen. Die europäischen Aktienmärkte tendierten am Donnerstag uneinheitlich. Der Dax büßte 0,8% ein. Tagesverlierer war nach enttäuschenden Zahlen die Aktie der Deutschen Bank
(-6,5%). Auch BASF (-2%) und Bayer (-3%) überzeugten nicht mit ihren Quartalsausweisen. Automobilwerte standen wieder unter Druck (VW: -2,4%; BMW: -0,8%). Auf europäischer Sektorenebene erzielten Aktien aus dem Bereich Nahrungsmittel & Getränke (+1,5%) die größten Gewinne (Chemie: -1,3%). Die Börsen in den USA tendierten uneinheitlich. Während der Dow Jones-Index (+0,4%) ein neues Rekordhoch erzielte, fiel der Nasdaq 100-Index um 0,6%. Kurstreiber in den USA bleibt v.a. die gute Berichtssaison. So konnten Aktien wie bspw. Facebook, Verizon und Procter & Gamble nach überzeugenden Quartalszahlen bzw. Ausblicken zum Teil kräftig zulegen. Dagegen stürzte die Notierung von Twitter nach schwachen Geschäftszahlen um 14% ab. Auf Sektorenebene (S&P 500) waren insbesondere Telekommunikationswerte (+5,2%) gefragt. Dagegen büßten Technologietitel im Schnitt rd. 0,8% ein. Die Börsen in Asien tendierten zum Wochenschluss zumeist mit Gewinnmitnahmen. Der Nikkei 225-Index büßte v.a. aufgrund des etwas festeren Yen rd. 0,6% ein. In Korea (-1,7%) belastete die Schwäche der IT-Werte (Samsung Electronics: -3,8%).

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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