Neue JDC Group Anleihe 2019/2024

Nord LB – USA: Vorerst keine Preisgefahren – perspektivisch aber durchaus möglich!

Bild und Copyright: STILLFX / shutterstock.com.

Bild und Copyright: STILLFX / shutterstock.com.

16.08.2016, 16:42 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Vor wenigen Minuten gab das Bureau of Labor Statistics aktuelle Zahlen zur Entwicklung der Konsumentenpreise (CPI) in den USA bekannt. Demnach kam es im Berichtsmonat Juli zu keiner Veränderung im Vormonatsvergleich. Die Jahresrate ging etwas deutlicher als erwartet auf 0,9% zurück. Bei den Konsumentenpreisen exklusive Nahrung und Energie ergab sich ein kleineres Plus als erwartet (0,2% M/M), was die Jahresrate leicht auf 2,2% drückte.

Die Preisdaten sind ganz leicht unter den Erwartungen ausgefallen. Bereits in der vergangenen Woche hatten die Veröffentlichungen zu den Importpreisen und den Produzentenpreisen erkennen lassen, dass die Musik wieder einmal von den Entwicklungen beim Ölpreis gemacht wird. So sorgte der Preisrückgang beim Schwarzen Gold im Juli auch für nachgebende Benzinpreise und damit für Entlastungen in den Konsumentenpreisen. Für einen Abwärtsdruck sorgten zudem die vielfach gewährten Rabatte bei Gebrauchtwagen. In der Summe fiel die Inflationsrate sogar auf ein neues Jahrestief.

Etwas anders sah es bei der Kernrate aus: Der Monatsanstieg fiel zwar moderater als erwartet aus (u.a. Rückgängen bei Flugpreisen geschuldet), die Jahresrate mit 2,2% notiert aber mittlerweile den achten Monat in Folge über der relevanten Marke von 2%. Im Juli machten sich die gestiegenen Gesundheitskosten sowie die höheren Mieten (Anteil 41% an der Kernrate) bemerkbar.

Die derzeitige Diskrepanz der beiden Jahresraten erschwert die Interpretation der Zahlen – insbesondere für die Einschätzung der geldpolitischen Ausrichtung der Federal Reserve: Notiert die Inflationsrate aktuell auf einem völlig unbedenklichen Niveau, verweist die Jahresrate exklusive Nahrung und Energie seit Monaten auf durchaus erhöhte Preistendenzen. Natürlich wird die Federal Reserve aber in diesem Umfeld nicht handeln.

Allerdings muss perspektivisch damit gerechnet werden, dass die Inflationsrate ab Dezember die Marke von 2% wieder anpeilen wird – selbst bei keinem weiteren Anstieg des Ölpreises werden allein Basiseffekte dafür sorgen. Außerdem ist bei der guten Arbeitsmarktlage sukzessiv mit weiteren Lohnschüben zu rechnen. Zusammen mit der zu erwartenden Konjunkturbelebung dürfte sich in dem dann vorliegenden Umfeld die Federal Reserve, die ja ohnehin eine Abkehr von der extrem expansiven Geldpolitik anstrebt, veranlasst sehen, an der Zinsschraube nochmals ganz leicht zu drehen.

Zeitgleich wurden die Baubeginne mit starken 1,2 Mio. sowie die Baugenehmigungen mit konstanten 1,15 Mio. bekannt gegeben. Wenngleich die Niveaus von vor der Great Recession (glücklicherweise!) noch längst nicht wieder erreicht sind, kann doch eine grundsätzliche Fortsetzung der erfreulichen Aufwärtstendenz konstatiert werden. Positive Signale für den Sektor sendete gestern mit seinem Anstieg auf 60 Punkte bereits der NAHB-Immobilienmarktindex.

Während die Inflationsrate mit 0,8% als unbedenklich bezeichnet werden kann, zeigt die Kernrate mit 2,2% leicht erhöhten Preisdruck an. Eine Sommerhitze bei den Preisen gab es aber nicht! Die Federal Reserve wird zunächst klar abwarten können. Im IV. Quartal wird die Inflationsrate aber allein basispreisbedingt die Marke von 2% anpeilen. Zusammen mit einer zu erwartenden Belebung der Konjunktur könnte dann ein Zinsschritt angebracht sein – wenn nicht wieder irgendwo auf der Welt ein Sack Reis umfällt…

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

Auf einem Blick - Chart und News: Dollar - Währung

Ihr 4investors-Newsletter

Exklusive Interviews und Analysen für Sie aus der 4investors-Redaktion!

Der Newsletter ist kostenlos. Sie können den Newsletter jederzeit wieder abbestellen. Wir speichern Ihre Mailadresse ausschließlich zum Versand des Newsletters und geben diese nicht weiter! Bitte beachten Sie unsere Datenschutzerklärung.



Nachrichten und Informationen zur Dollar - Währung-Aktie

15.11.2019 - EUR/USD: Trendwechsel auf long wohl gescheitert - UBS-Kolumne
01.11.2019 - EUR/USD: Währungspaar am Widerstand - UBS-Kolumne
30.10.2019 - USA: BIP-Wachstum weiter solide, dank der Konjunkturlokomotive Konsum! - Nord LB Kolumne
25.10.2019 - EUR/USD: Abwärtskorrektur beendet? - UBS-Kolumne
18.10.2019 - EUR/USD: Ausbruch nach oben gelungen - UBS-Kolumne
04.10.2019 - EUR/USD: Aufwärtskorrektur im Abwärtstrend - UBS-Kolumne
01.10.2019 - Dollar: Trend läuft weiter gegen den Euro - Donner & Reuschel Kolumne
27.09.2019 - EUR/USD: Marke von 1,10 USD gefallen - UBS-Kolumne
20.09.2019 - EUR/USD: Fallender Trendkanal klar intakt - UBS-Kolumne
19.09.2019 - US-Notenbank senkt Leitzins: Optionen für weitere Zinssenkungen - Commerzbank Kolumne
09.09.2019 - Ebbe an den Finanzmärkten: Alternativen gefragt - J.P. Morgan AM Kolumne
06.09.2019 - USA: Arbeitsmarkt etwas weniger dynamisch – Löhne ziehen aber stärker an - Nord LB Kolumne
06.09.2019 - EUR/USD: Abwärtstrend klar intakt! - UBS-Kolumne
03.09.2019 - USA: Der ISM PMI zeigt keine Rezession an! - Nord LB Kolumne
15.08.2019 - US-Einzelhandelsumsätze: Der Konsument stemmt sich gegen den Abschwung - Nord LB Kolumne
02.08.2019 - USA: Arbeitsmarktdaten im Juli recht freundlich - Nord LB Kolumne
01.08.2019 - USA: Die Fed als globaler Rückversicherer für Konjunkturrisiken - Nord LB Kolumne
29.07.2019 - Fed hat wenig Grund, die Zinsen um mehr als 25 Basispunkte zu senken - Vontobel-Kolumne
16.07.2019 - USA: Kämpft Powell gegen eine Phantom-Rezession? - Nord LB Kolumne
12.07.2019 - EUR/USD: Bodenbildung vor Bewährungsprobe - UBS Kolumne