eMovements: Frisches Geld für einen erfolgreichen „ello“-Marktstart

Max Keßler, Benjamin Rudolph und Matthias Geertsema von eMovements wollen per Crowdinvesting die Finanzierung des Marktstarts für den Elektro-Rollators ello stemmen. Bild und Copyright: eMovements.

Max Keßler, Benjamin Rudolph und Matthias Geertsema von eMovements wollen per Crowdinvesting die Finanzierung des Marktstarts für den Elektro-Rollators ello stemmen. Bild und Copyright: eMovements.

29.07.2016 07:14 Uhr - Autor: Johannes Stoffels  Johannes Stoffels auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Noch bis zum 7. August können Interessenten über die Crowdinvesting-Plattform aescuvest Investments für den Elektro-Rollator ello von eMovements zeichnen. Bisher sind rund 150.000 Euro zusammengekommen, die erhoffte Zielvorgabe liegt bei 250.000 Euro. Mit dem Geld wollen die Macher von eMovements eine erste Serie ihres ello an den Markt bringen.

Im Gespräch mit der Redaktion von www.4investors.de erläutert Geschäftsführer Benjamin Rudolph die Pläne seines Unternehmens. Er spricht über Verträge mit potenziellen Partnern, den erhofften Breakeven und über Chancen und Risiken der Investoren. Rudolph erläutert, warum seine Gesellschaft auf Crowdinvesting via aescuvest setzt und wie das bisherige Feedback des Marktes ist. Das Thema Internationalisierung wird von Rudolph ebenso thematisiert wie die Erfahrungen auf der CEBIT.


www.4investors.de: Sie haben einen eRollator entwickelt, der einen elektrischen Antrieb sowie eine intelligente Steuerung enthält. Ein solches Vehikel ist einmalig auf der Welt?

Rudolph:
Die Art, wie wir unseren elektrischen Rollator ello umgesetzt haben, ist einmalig. Wir setzen auf bewährte Premium-Rollatoren und nutzen speziell entwickelte Motoren. Diese sind quasi unsichtbar in den Hinterrädern. Die ermüdungsfreie Bedienung, die vielen Zusatzfunktionen wie Licht und Notruf und das ergonomische Design der Griffe zeichnen unser Produkt aus.

www.4investors.de: Ihre Zielgruppe sind Senioren. Welche Reaktionen haben sie von diesen bei den bisherigen Tests erhalten?

Rudolph:
In der Startup Szene sagt man: „Kein Produkt übersteht den ersten Kontakt mit dem Kunden“. So war das 2014 auch bei uns. Unser ello, der damals noch e-buddy hieß, war ausgestattet mit einem Tablet mit Navigationssoftware, einem Joystick zur Steuerung und schweren Motoren. Heute wissen wir, was unserer Zielgruppe wichtig ist. Einfache, intuitive Bedienung, große Tasten, leicht verständliche Funktionen, ein echter Mehrwert im Alltag. Das haben wir umgesetzt und das spiegeln auch die Reaktionen unserer Test-Nutzer.

www.4investors.de: Und wie ist das Feedback des Marktes auf ihr Produkt?

Rudolph:
Zu Beginn, als wir die verschiedenen Kundennutzen noch nicht herausgearbeitet und priorisiert hatten, waren die Reaktionen verhalten. Neue Produkte in diesem Bereich und für diese Zielgruppe sind bis heute eher selten. Heute höre ich von allen, die von unserem ello erfahren, aber vor allem auch von Brachen-Insidern, dass es dafür einen Markt geben wird. Das beweist auch das große Interesse in unsere aktuelle Crowdinvesting-Kampagne.

www.4investors.de: Wie lange und wie weit kann man sich mit dem eRollator bewegen, bis der Akku leer ist?

Rudolph:
Einen Nutzungstag, d.h. mindestens 4 Stunden bis 5 Stunden am Stück, sind mit dem ello kein Problem. Auf der Cebit 2016 kamen wir die 5 Tage mit nur einer Akkuladung aus. Der Akku ist sehr leicht entnehmbar und kann nachts an jeder Steckdose geladen werden. Welche Strecke in dieser Zeit mit dem ello zurückgelegt wird, liegt an der Beschaffenheit und dem Nutzer.

www.4investors.de: Was kostet ihr eRollator? Wo liegt er damit im Vergleich zu anderen Rollatoren?

Rudolph:
Die UVP für unseren ello wird bei 2.480 Euro liegen und ist damit nicht vergleichbar mit herkömmlichen Rollatoren. Es gibt sehr günstige Rollatoren, die für einige Nutzer völlig ausreichen. Leider gibt es aber auch viele Menschen, die noch gehen möchten, aber das Haus, auch mit konventionellen Rollatoren, nicht verlassen können. ello gibt hier mit der Mobilität ein großes Stück Lebensqualität zurück. Wir haben einen hohen Zuverlässigkeits- und Qualitätsanspruch und arbeiten deshalb stark mit Herstellern aus Deutschland zusammen.

www.4investors.de: Wieso setzen sie bei der Entwicklung des eRollators auf das Crowdinvesting?

Rudolph:
Zum einen machen wir das, um eine erste Serie an den Markt zu bringen, ohne gleich die halbe Firma verkaufen zu müssen. Zum anderen ist eine erfolgreiche Kampagne ein Beweis für das große öffentliche Interesse am ello. Jeder Investor ist auch ein Multiplikator, der unseren ello empfehlen wird.

www.4investors.de: Was können Anleger für ihr Investment erwarten?

Rudolph:
Wir bieten 4 Prozent Basiszins und 3 Prozent Umsatzbeteiligung. Dies zusammen ergibt, anhand den konservativ kalkulierten zu erwartenden Umsätzen, eine avisierte Zielrendite von 23,37 Prozent p.a. Außerdem bieten wir einen Exit-Erlös bei Verkauf von 12,5 Prozent des Verkaufserlöses. Neben diesen Konditionen bieten wir auch attraktive Prämien. Die Laufzeit eines Investments beträgt fünf Jahre mit einer Verlängerungsoption von bis zu zwei Jahren. Bei uns investieren sie in ein weit entwickeltes zukunftsträchtiges Produkt für einen riesigen und stark wachsenden Markt.

www.4investors.de: Wie sieht es mit der Sicherheit des eingesetzten Geldes aus?

Rudolph:
Es ist ein Risiko-Investment, das eingesetzte Geld kann verloren gehen. Wir haben aber immer mit Puffer gerechnet und wissen, dass es den Bedarf an unserem ello gibt. Ein Großteil des Geldes wird in Material investiert. D.h. im Falle einer Insolvenz wird es noch ein Erlös aus diesem geben. Wahrscheinlicher aber ist ein Folgeinvestment durch einen VC in 2017 bis zum Erreichen des Break-Even. Der entsprechende Kontakt besteht bereits.

www.4investors.de: Wird das eingesammelte Geld bis zum Breakeven ausreichen oder muss es später eine weitere Finanzierungsrunde geben?

Rudolph:
Das eingesammelte Geld wird für die erste Serie, also einen erfolgreichen Marktstart verwendet. 2017 ist ein Folgeinvestment geplant, um damit auch das entsprechende Wachstum bis zum Break-Even zu erreichen. Wir sind hier bereits mit Investoren im Gespräch.

www.4investors.de: Wann kann eMovements schwarze Zahlen schreiben?

Rudolph:
Spätestens im Jahr 2018 erreichen wir nach Plan den Break-Even, arbeiten also bereits mit einer Serie von 1.000 ellos profitabel. Für ein Startup ist das sehr schnell. Zum Vergleich: Wir erwarten, dass im Jahr 2018 über 700.000 Rollatoren alleine in Deutschland gekauft werden.

www.4investors.de: Haben Sie schon Verträge mit potenziellen Partnern abgeschlossen?

Rudolph:
Ja, das haben wir. Mit Herstellern, Lieferanten und Anderen wie z.B. Phoenix Design. Damit haben wir eine der renommiertesten Produktdesignagenturen weltweit als Partner gefunden, weil die Geschäftsführung an unseren ello glaubt. Im August haben wir zahlreiche Termine mit großen potentiellen Vertriebspartnern.

www.4investors.de: Zahlen die Krankenkassen solche Leistungen?

Rudolph:
Krankenkassen zahlen sogenannte Fallpauschalen. Aktuell werden aber nur ca. 1/6 aller Rollatoren durch die Krankenkasse bezuschusst. Inwieweit sich Krankenkassen an ello beteiligen können, ist nicht abschließend geklärt.

www.4investors.de: Gab es schon Mitbewerber, die bei ihnen angeklopft haben, um sie zu übernehmen?

Rudolph:
Es gab Gespräche in verschiedene Richtungen. Wir wussten aber immer, was wir wollten. Als Startup ist man flexibel und kann auf neue Anforderungen schnell und agil agieren. Wir haben nicht geplant, uns diesen Vorteil zu diesem Zeitpunkt nehmen zu lassen.

www.4investors.de: Wie viele Rollatoren wollen Sie im kommendem Jahr verkaufen?

Rudolph:
500 Stück. Wobei uns schon von verschiedenen Stellen eine zu konservative Kalkulation unterstellt wurde. Wir freuen uns, wenn es mehr wird.

www.4investors.de: Steht auch eine Internationalisierung auf ihrer Agenda?

Rudolph:
Wir haben im August Termine in Österreich und der Schweiz. Weiter werden wie die kommenden 1,5 Jahre nicht denken. Deutschland alleine ist ein riesiger Markt. Grundsätzlich ist dann aber dank der einheitlichen europäischen Medizinrichtlinie eine Expansion sehr gut möglich.

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