Raiffeisen: Brexit-Referendum, Solar City, Tesla Motors und Staatsanleihen im Blickpunkt

Bild und Copyright: Nadezda Murmakova / shutterstock.com.

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23.06.2016 09:17 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4investors auf: Twitter | Google News | Facebook

Das marktbeherrschende Thema ist zweifelsohne die heute anstehende Abstimmung des Vereinigten Königreiches über den Verbleib in der EU. Die Wahllokale öffnen um 8 und schließen um 23 Uhr. Erste Auszählungsergebnisse werden für 1:30 Uhr MEZ erwartet, um etwa 4 bis 5 Uhr MEZ sollte die Hälfte der Wahlkreise ausgezählt sein, 80 % der Wahlkreise um 6 Uhr MEZ, das offizielle Endergebnis wird um kurz nach 8 Uhr MEZ erwartet. Die Unsicherheit dürfte sich also bis Freitag Früh hinziehen, auch wenn die gestern Abend erhobenen Umfragen einen leichten Vorsprung für das „Remain“-Lager ausweisen. In der Eurozone stehen heute Vormittag die vorläufigen PMIs auf dem Programm, an denen die Brexit-Abstimmung wohl nicht spurlos vorübergegangen sein dürfte (Eurozone, Deutschland). Lediglich in Frankreich könnte die Fußball-EM diesen belastenden Effekt überlagern. Am Nachmittag wird schließlich in den USA der Markit PMI für das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht. Die Datenveröffentlichungen dürften heute jedoch gegeben der Brexit-Abstimmung generell in den Hintergrund rücken. Auf dem Primärmarkt hat Deutschland gestern eine 2046 fällig werdende Anleihe bei solider Nachfrage (Bid to cover ratio: 2,0 nach 1,4 zuvor) um EUR 0,82 Mrd. aufgestockt (Emissionsrendite: 0,65 %). Angesichts der Brexit-Abstimmung halten sich die Staaten heute mit Emissionen zurück.

Aktienmärkte
Nach fester Eröffnung haben die US-Aktienindizes gestern Abend immer mehr nachgegeben und am Ende im Minus geschlossen. Die Aktien von Tesla Motors verloren mehr als zehn Prozent, nachdem der Elektroauto-Pionier ein Übernahmeangebot für die Solarinstallationsfirma Solar City gelegt hatte. Jene von FedEx und Adobe Systems gingen jeweils nach Bekanntgabe enttäuschender Quartalszahlen um die fünf Prozent zurück. Vor allem Grundstoffwerte zeigten sich demgegenüber fest. An der Börse in Tokio hat der Nikkei 225 Index heute Früh merklich zulegen können. Vor allem Exportwerte schlossen - beflügelt von nachlassenden Sorgen vor einem möglichen Brexit - mehr oder weniger deutlich höher. Das EU-Referendum in Großbritannien wird heute natürlich auch und gerade Europas Börsen in seinen Bann ziehen. Größere Kursausschläge sind dann aber Freitag Vormittag zu erwarten, wenn bekannt sein sollte, welches Lager sich durchsetzt. Größeres "Überraschungspotenzial" im Hinblick auf die Aktienmärkte brächte jedenfalls ein EU-Austritt mit sich, zumal dieser zuletzt tendenziell ausgepreist wurde.

Credit
Am Credit-Markt sind gestern die Risikoprämien sowohl im EUR CDS Segment (iTRAXX Indizes) als auch am EUR Corporate Bond Markt leicht gesunken. Der Primärmarkt wird vermutlich bis zum Bekanntwerden des Ergebnisses des Brexit-Referendums geschlossen bleiben und nur im Falle eines Votums zugunsten eines Verbleibs Großbritanniens in der EU möglicherweise noch diese Woche erste Aktivitäten zeigen.

Emerging Markets
Heute stehen in den großen Emerging Markets keine nennenswerten Daten auf der Tagesordnung. Grundsätzlich ist auch an den Finanzmärkten der Schwellenländer alles auf das Referendum in Großbritannien über den Verbleib in der EU gerichtet. Die asiatischen Aktienmärkte zeigen sich derzeit etwas zittrig und schwanken zwischen leichtem Plus und leichtem Minus. Die meisten Währungen sind etwas fester zum USD.

Zentraleuropa / Osteuropa
- CZ: Politischer Streit um Polizeireform hält noch an
- HU: Programm zum Kauf notleidender Vermögenswerte der NBH tritt in zweite Phase ein
- PL: Verbrauchervertrauen pessimistischer im Hinblick auf die kommenden 12 Monate
- PL: Lokalregierungen sollen Investitionstätigkeit reduzieren
- PL: Laut Finanzminister ist Polen im Falle eines Brexit gut vorbereitet
- RO: Daten zur Darlehenstätigkeit im Mai sollen Aufwärtstrend bestätigen
- RU: Wöchentlicher VPI bleibt bei 0,1% p.w.

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB). Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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