Raiffeisen: OMV, Ölpreis, Konjunkturdaten und Staatsanleihen im Blickpunkt

Bild und Copyright: josefkubes / shutterstock.com.

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05.04.2016, 09:32 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

In den USA steht heute mit dem ISM-Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe der wichtigste Konjunkturindikator der Woche an. In den letzten Monaten hatte das Stimmungsbarometer nachgegeben, verbleib jedoch klar jenseits der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Für März wird eine leichte Aufwärtsbewegung erwartet. Die JOLT Umfrage für Februar sollte heute die solide Entwicklung des amerikanischen Arbeitsmarktes widerspiegeln. Nach zuletzt taubenhaften Aussagen von Fed-Präsidentin Yellen, hat das stimmberechtigte FOMC-Mitglied Eric Rosengren (Boston Fed) gestern etwas falkenhaftere Töne angeschlagen. „Die Zinsschritte könnten schneller erfolgen, als aktuell vom Markt erwartet“, so der eigentlich als Taube geltende Rosengren. Mehr Klarheit erwarten sich die Markteilnehmer von der morgigen Veröffentlichung des FOMC-Sitzungsprotokolls. In der Eurozone dürften die Einkaufsmanagerindizes (PMI) für den Dienstleistungssektor in Spanien und Italien heute unveränderte Werte ausweisen, dies legen zumindest die vorliegenden Schnellschätzungen nahe. Der Sentix Index, die erste Konjunkturumfrage des Monats, fiel gestern unter Konsens aus. Die befragten Analysten sehen in der Eurozone für April keine wesentliche Konjunkturaufhellung. Diese zurückhaltende Einschätzung trifft jedoch nicht auf alle Euroländer zu, der Index für Deutschland verzeichnete einen klaren Anstieg. Am Primärmarkt plant heute Österreich die Aufstockung zweier Fixzinsanleihen mit Laufzeiten von 2026 und 2047 um insgesamt EUR 1,1 Mrd.

Aktienmärkte
Die wichtigsten US-Aktienindizes haben sich zu Wochenbeginn zögerlich gezeigt und beendeten den Handel im negativen Terrain. Die Gründe für diese Zurückhaltung dürften neben den Aussagen des Boston-Fed-Präsidenten Eric Rosengren auch von Seiten eines wieder nachgebenden Ölpreises stammen. Die Hoffnungen in Bezug auf eine Preiserholung des „schwarzen Goldes“ sowie die Aussichten auf eine Einigung beim Treffen am 17. April hat der iranische Ölminister Bijan Zanganeh zuletzt geschmälert, nachdem er die Forderung Saudi-Arabiens nach einer Begrenzung der Ölförderung zurückgewiesen hatte. Die Börse in Tokio kam in Folge der schwachen Vorgaben der Wall Street sowie in Anbetracht der aktuellen Yen-Stärke deutlich unter Druck. Wir erwarten mit Blick auf die ersten Indikatoren eine negative Eröffnung an den europäischen Aktienmärkten, wobei die Investoren ihr Augenmerk auf die heutige Veröffentlichung des ISM-Index für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe richten dürften.

Credit
Am gestrigen Montag erlebten wir ein sehr reges Primärmarktaufkommen. Unter anderem preisten FedEx (4 Tranchen mit in Summe EUR 3 Mrd., Laufzeiten 3, 4, 7 und 11 Jahre, Baa2/BBB) und die Credit Suisse (2 Tranchen mit in Summe EUR 2,75 Mrd., Laufzeiten 3 und 10 Jahre, A1/A/A). Spannend ist auch, dass trotz Brexit-Sorgen die Aktivitäten auf dem britischen CB-Markt wieder zunehmen. So platzierte Lloyds Bank PLC einen Covered Bond (7 Jahre, Aaa/AAA, Soft Bullet) mit einem Volumen von EUR 1,25 Mrd. bei MS+28 BP. Auch die Leeds Building Society gab bekannt, dass sie planen noch vor der Abstimmung über einen EU-Austritt einen EUR denominierten Covered Bond zu emittieren. Fitch hat gestern das Rating der OMV bestätigt jedoch veränderte sich der Ausblick von „Stable“ auf „Negative“.

Emerging Markets
Wie erwartet senkte heute die indische Notenbank (Reserve Bank of India, RBI) den Leitzins (Repo Satz) um 25 Basispunkte (BP) auf 6,5 %. Überraschend war hingegen die Anhebung der Reverse Repo Rate um 25 BP auf 6,0 %. Damit wird der Zinskorridor von vormals 100 BP auf 50 BP reduziert. Die indische Rupie setzte ihre Aufwertung zum USD weiterhin fort, die Renditen indischer zehnjähriger Staatsanleihen gaben etwas nach. Der Sensex konnte sich dem negativen Sog der asiatischen Aktienmärkte nicht entziehen und notiert leicht im Minus (-0,5 %). Auch chinesische Aktien in Hong Kong waren negativ (-1,6 %), der Shanghai Composite notierte 1,2 % höher als gestern.

Zentraleuropa / Osteuropa
- CZ: Die laufende Woche sollte starke Daten für Industrieproduktion, Einzelhandelsumsätze und die Arbeitslosenquote bringen
- PL: Moody’s ist hinsichtlich der Krise des Verfassungsgerichts negativ eingestellt
- RO: Einzelhandelsumsätze sollten im Februar weiter gestiegen sein
- RS: Überraschender Leistungsbilanzüberschuss im Januar 2016

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB). Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!