Raiffeisen: Hewlett-Packard, Honeywell, United Technologies und Staatsanleihen im Blickpunkt

26.02.2016, 09:41 Uhr - Autor: Kolumnist  Kolumnist auf Twitter  | 4nvestors auf: Twitter | Google News | Facebook

Nach den enttäuschenden Daten zuvor waren gestern positive Signale zum Werdegang der US Konjunktur zu vermelden (Auftragsplus bei dauerhaften Konsumgütern von 4,9 % p.m., tiefes Niveau bei Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe von 272 Tsd.). In den USA sind heute die Zahlen zu den privaten Konsumausgaben im Januar von Interesse. Der private Konsum hatte im Schlussquartal des letzten Jahres etwas geschwächelt und man erhofft sich nun den Beleg dafür, dass es sich dabei nur um eine Delle gehandelt hat. Wir rechnen mit einem kräftigen Plus um 0,4 % p.m. Weiters dürfte die zweite Schätzung des realen BIP in Q4 Beachtung finden. Die mittlerweile vorliegenden Daten zu Lagerinvestitionen und Außenhandel im November bzw. Dezember deuten auf eine leichte Abwärtsrevision hin. In der Eurozone wird heute die Schnellschätzung für die Inflationsrate in Deutschland, Spanien und Frankreich einen Aufschluss über die Entwicklung der Teuerung im Februar in der gesamten Währungsunion geben. Die Ölpreisentwicklung im Februar dieses bzw. letzten Jahres lässt auf einen Rückgang der Teuerungsrate um rund 0,2 Prozentpunkte schließen. Der Indikator der EU Kommission für das Sentiment im Industriebereich bzw. in der Gesamtwirtschaft dürfte für den gesamten Währungsraum einen Rückgang auswiesen. Am Sekundärmarkt kaufte gestern Portugal um EUR 1,075 Mrd. ausstehende Anleihen mit Laufzeit 2017, 2018 und 2019 zu einem Kurs von 106,48 %, 108,15 % und 110,39 % zurück. Am Primärmarkt stockt heute Italien einen Geldmarktfloater mit Laufzeit 2022 und eine Fixzinsanleihe mit Fälligkeit 2020 auf. Zudem wird eine Anleihe mit Laufzeit Juni 2026 und Kupon 1,6 % neu emittiert. In Summe sollen durch die Auktionen EUR 6,75 bis 8,25 Mrd. eingesammelt werden. Laut Ratingkalender hat heute Moody’s die Möglichkeit, eine erneuerte Einschätzung für Deutschland, Österreich, Luxemburg und Griechenland bekannt zu geben.

Aktienmärkte
Nach einer deutlich positiven Entwicklung in Europa konnten gestern auch die wichtigsten US-Aktienindizes Zugewinne verbuchen. Beim S&P 500 war der Anstieg von allen zehn Sektoren unterstützt. Bei den Einzelwerten stach u.a. die Entwicklung von United Technologies (+4,8 %) hervor. Gerüchten zufolge soll Honeywell an einer Übernahme des Unternehmens interessiert sein. Ein wenig unter die Räder kam der Computerhersteller (-4,4 %) Hewlett-Packard. Die erstmals seit der Aufspaltung des Unternehmens vorgelegten Zahlen zeigten eine rückläufige Entwicklung und konnten auch die Erwartungen nicht erfüllen. In Japan fiel die Entwicklung heute verhalten aus. Nach zwischenzeitlichen klaren Zugewinnen konnte der Nikkei 225 heute nur leicht über seinem Vortagesniveau schließen. Heute sollten die Einflüsse von Seiten der Konjunkturdaten eher geringer ausfallen. Demgegenüber werden vor allem auf Unternehmensebene in Europa noch einige interessante Zahlen präsentiert. Die europäischen Aktienmärkte dürften heute leichte Zugewinne zu Handelsbeginn aufweisen.

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Die EUR 1,25 Mrd. Covered Bond (CB)-Emission von Nationwide Building Society wurde bei MS+21 BP (5J) gepreist. Die Banco Popular Espanol brachte einen EUR 1,5 Mrd. CB mit einem Aufschlag von MS+ 88 BP (6J) auf den Markt. Im Bereich der Senior Anleihen waren die Bremer Landesbank (EUR 300 Mio., MS+85 BP, 4 Jahre) sowie die UBS (EUR 750 Mio Mio., MS+190 BP, 8 Jahre) aktiv. Zuletzt hat der spanische Ökostromanbieter Abengoa die Gläubiger um Zustimmung gebeten, die Laufzeit einer im nächsten Monat fälligen EUR 500 Mio. Anleihe zu verlängern. Auf der Ratingfront hat Moody’s diverse brasilianische Banken hinabgestuft. Der Deutsche Bundestag sprach sich gegen die Pläne der Europäischen Kommission zur gemeinsamen Europäischen Einlagensicherung aus. Im Gespräch ist aktuell der Vorschlag von November 2015. Laut diesem sollte die gemeinsame Einlagensicherung stufenweise bis 2024 aufgebaut werden.

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Das Staatliche Amt für Statistik gab heute Morgen die aktuellen Zahlen zu den Immobilienpreisen in China bekannt. Dabei konnten Neubauten im Januar in 38 von 70 Großstädten Preisanstiege (im Monatsvergleich) verzeichnen, wohingegen lediglich 24 Städte weitere Preisrückgänge verbuchten. Im Vergleich zu den Vormonaten weist der Immobiliensektor eine leichte Stabilisierung auf. Unterstützende Maßnahmen der chinesischen Regierung, wie die Senkung der minimal erforderlichen Hypothekenanzahlungen in manchen Regionen sowie die Steuersenkung auf Immobilientransaktionen, trugen wesentlich zu dieser Entwicklung bei. Chinesische Aktien notieren seit dem heutigen Handelsbeginn am Festland (Shanghai Composite Index) sowie in Hongkong (HSCE Index) leicht im Plus.

Zentraleuropa / Osteuropa
- HU: Arbeitslosigkeit im Januar voraussichtlich unverändert
- RO: Lokal begebende EUR-denominierte Anleihen könnten im März aufgestockt werden
- RU: VPI sinkt auf 8,7 % p.a.
- HR: Regierung verabschiedet mittelfristige wirtschafts- und fiskalpolitische Richtlinien
- RS: Vorübergehende Schließung der FIAT-Fahrzeugproduktionsanlage

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB). Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!