Solarworld-Aktie: Die Quittung für die Zockerei
Eigentlich sah es am Frankfurter Aktienmarkt gestern gut aus, doch einige Titel sind dennoch stark unter Druck geraten. Eines der Papiere ist die Aktie von Solarworld, die auf Schlusskursbasis rund 15 Prozent verloren hat und mit knapp 0,69 Euro aus dem Handel gegangen ist. Das Tagestief für den Titel wurde sogar bei 0,62 Euro notiert, vorbörslich zeigen sich am Mittwochmorgen Indikationen von 0,67/0,68 Euro bei Lang + Schwarz.
Auf den ersten Blick mag der Kurssturz komisch erscheinen, wo Solarworld zugleich sich mit Schuldscheingläubigern und einem Darlehensgläubiger auf ein Rettungskonzept geeinigt hat. Doch der erste Blick trügt, denn diese Rettung geht einher mit einer extremen Verwässerung der derzeitigen Anteile. Die jetzigen Aktionäre des Konzerns werden, sofern das Rettungskonzept umgesetzt wird, nur noch 5 Prozent an dem Solarenergieunternehmen aus Bonn haben. Kurz gesagt: Sie zahlen die Zeche, werden in ihrem Einfluss marginalisiert und werden daher von möglichen positiven Effekten Sanierung nahezu gar nicht profitieren.
Wir hatten zuvor immer wieder davor gewarnt, dass Kursgewinne aufgrund des vorliegenden Sanierungskonzeptes auf Sand gebaut sind. Der gestrige Absturz war daher nur die Quittung der vorherigen Spekulation, die den Solarworld-Aktienkurs am Montag auf bis zu 0,915 Euro hatte klettern lassen. Die Kursentwicklung nimmt nun den zu erwartenden Verlauf, wobei die Solarworld-Aktie um 0,56/0,61 Euro auf eine Unterstützung trifft, während der Bereich 0,67/0,71 Euro als Widerstandsbereich zu werten ist.

