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China: Wachstum im zweiten Quartal überraschend stark - VP Bank

VP Bank: „Die chinesische Wirtschaft hält Kurs. Allerdings ist für die kommenden Quartale nicht davon auszugehen, dass es mit Expansionsraten von über einem Prozent weitergeht.” Bild und Copyright: Sean Pavone / shutterstock.com.

15.07.2021 09:15 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Die chinesische Wirtschaft wächst im zweiten Quartal um 1.3 % gegenüber dem Vorquartal. Das ist mehr als erwartet worden war. Im ersten Quartal waren es 0.4 %. Gegenüber dem Vorjahresquartal steht ein Zuwachs des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 7.9 % zu Buche: Darin kommt die niedrige Ausgangsbasis des Corona-Jahres zum Ausdruck.

Chinas Wirtschaft präsentiert sich im zweiten Quartal überraschend stark. Der BIP-Zuwachs von 1.3 % schlägt die Erwartungen. Eine «harte Landung» der Wirtschaft nach dem Corona-Boom steht nicht an.

Die chinesische Wirtschaft profitierte während der Corona-Krise von einer hohen Nachfrage nach elektronischen Produkten, medizinischen Masken und Möbeln. China war deshalb einer der Profiteure der Corona-Pandemie. Das Bruttoinlandprodukt erreichte bereits Ende 2020 wieder das Vorkrisenniveau. Es war nun zu befürchten, dass nach Abebben dieser Sondernachfrage die Volkswirtschaft ins Stottern gerät.

Die Daten zur Industrieproduktion und zu den Einzelhandelsumsätzen im Juni zeigen aber, dass die Wirtschaft erstaunlich widerstandfähig ist. Die Regierung in Peking strebt also eine sogenannte «weiche Landung» an. Die Wachstumsraten sollen sanft gebremst werden.

Klar ist, dass die starke Nachfrage seitens der USA und Europas aufgrund des weitgehend eingedämmten Virusgeschehens nach chinesischen Produkten nachlässt. Doch dies soll nach dem Willen Pekings nicht zu einem allzu abrupten Stopp der gesamtwirtschaftlichen Expansion führen. Dies ist auch ein gutes Signal für die übrige Welt. Der Aufschwung setzt sich fort. Die USA, Europa und China bleiben auf Wachstumskurs.

Andererseits möchte die chinesische Regierung ein weiteres Ansteigen der gesamtwirtschaftlichen Schuldenquote verhindern. Die Notenbank des Landes drückt deshalb mit einer restriktiveren Kreditvergabe auf die Bremse. Zwar haben die Währungshüter damit vor allem den Immobilienmarkt des Landes im Visier, doch wird die Gesamtwirtschaft einen Gang zurückschalten müssen.

Reduziert die chinesische Regierung die Kreditvergabe, wirkt sich dies nicht nur auf die heimische Wirtschaft aus, sondern auch auf den Rest der Welt. Das bewies zumindest die Vergangenheit. Allzu grosse Wachstumsimpulse sind aus Fernost in den kommenden Quartalen deshalb nicht zu erwarten. Das wird das verarbeitende Gewerbe in Europa und in den USA zu spüren bekommen. Zwar zieht in anderen Teilen der Welt die Nachfrage an, doch nachgebende chinesische Bestellungen bleiben nicht völlig folgenlos.

Kurzum: Die chinesische Wirtschaft hält Kurs. Allerdings ist für die kommenden Quartale nicht davon auszugehen, dass es mit Expansionsraten von über einem Prozent weitergeht. Die Administration in Peking möchte einen ungebremsten Schuldenanstieg im Privatsektor vermeiden. Das wird in anderen Teilen der Welt zu spüren sein. Gerade Europa, insbesondere Deutschland, profitierte von einer kräftigen Nachfrage Chinas nach Autos und Maschinen.

Die gute Botschaft des heutigen Zahlenwerks ist aber: Zu einem allzu starken Rückgang der Wachstumsraten wird es trotz allem nicht kommen.

Daten zum Wertpapier: Konjunktur

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der VP Bank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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