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Am Morgen: Brenntag, Tesco, Ölpreis und Zinserhöhungen im Blickpunkt - Nord LB Kolumne

Basierend auf den starken Ergebnissen in Q1, der Fortsetzung des positiven Ergebnistrends in Q2 sowie der Berücksichtigung der Aussichten für den weiteren Jahresverlauf hat Brenntag seine Jahresprognose für den Betriebsgewinn (EBITDA) angehoben. Bild und Copyright: Michael Barck / www.4investors.de.

21.06.2021 08:45 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Die deutschen Produzentenpreise haben im Mai überraschend stark angezogen. Dabei hoben die Erzeuger ihre Preise so kräftig an wie seit annähernd 13 Jahren nicht mehr. Die Preise gewerblicher Produkte stiegen um 7,2% zum Vorjahresmonat bzw. um 1,5% zum Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt mit. Volkswirte waren von einem deutlich geringeren Anstieg ausgegangen. Die Erzeugerpreise sind in der Regel ein guter Indikator für die Entwicklung der Verbraucherpreise. Hauptverantwortlich für den Anstieg der Produzentenpreise waren deutlich höhere Kosten für Energie (+14,9%) und Vorleistungsgüter (+10,7%).

Japans Notenbank verlängert ihre Konjunkturhilfen für die von der Corona-Krise geplagte Wirtschaft über die bisherige Frist (September) um ein halbes Jahr. Die Bank von Japan beließ zudem ihr kurzfristiges Zinsziel bei minus 0,1% und die Zielrendite für zehnjährige Staatsanleihen bei 0%. Die Bank of Japan bleibt ihrer bisherigen zinspolitischen Linie treu und spielt damit weiterhin auf Zeit. Die Notenbank macht durch die frühzeitige Verlängerung des Unterstützungsprogrammes für die von der aktuellen Krise betroffenen Firmen klar, dass man auch weiterhin gegen die ökonomischen Auswirkungen der Pandemie kämpft. Gleichzeitig offenbart die Ankündigung eines neuen Programms zur Finanzierung von Maßnahmen gegen den Klimawandel, dass die Zentralbank in Tokio inzwischen auch für die Zeit nach der CoronavirusKrise plant.

Rentenmarkt
Deutsche Staatsanleihen erholten sich den 2. Tag in Folge von den Verlusten zur Wochenmitte. Die deutlich gestiegenen Erzeugerpreise hatten keinen Einfluss auf das Geschehen. Nach einem schwächeren Auftakt drehten US-Treasuries noch ins Plus.

Aktienmarkt
Am deutschen Aktienmarkt ging es am Freitag zum Teil deutlich nach unten. Hintergrund war u.a. der große Verfallstag an der Eurex. Am Nachmittag erhöhte sich der Druck, nachdem ein Fed-Gouverneur Zinserhöhungen schon ab Ende 2022 ins Spiel gebracht hatte. DAX -1,78%, MDAX -0,58%, TecDAX -0,53%. Die Kurszielsenkung eines Analystenhauses sorgte bei Henkel für einen Abschlag von 5,47% und damit für den letzten Platz im Leitindex.

Auch an der Wall Street bestimmte der Verfallstag bei den Terminkontrakten das Geschehen. Belastet wurde die Stimmung zusätzlich von Kommentaren des Notenbank-Mitglieds Bullard, der sich eine Zinserhöhung bereits Ende 2022 vorstellen kann. Dow Jones -1,24%, S&P-500 -0,93%, Nasdaq-Comp. -0,92%. Der Nikkei-225 präsentiert sich zum Wochenauftakt aktuell bei 27.913 Punkten (-3,63%) sehr schwach. Hintergrund ist die Angst vor einer vorzeitigen Zinswende in den USA.

Unternehmen
Basierend auf den starken Ergebnissen in Q1, der Fortsetzung des positiven Ergebnistrends in Q2 sowie der Berücksichtigung der Aussichten für den weiteren Jahresverlauf hat Brenntag seine Jahresprognose für den Betriebsgewinn (EBITDA) angehoben. Für das Geschäftsjahr 2021 werde nunmehr ein operatives EBITDA in einer Bandbreite von 1,16 bis 1,26 (bisher: 1,08 bis 1,18) Mrd. EUR erwartet, teilte der Chemikalienhändler mit. Die aktualisierte Prognose berücksichtigt organisches Wachstum, die erwarteten Effizienzsteigerungen aus der Umsetzung des Transformationsprogramms „Project Brenntag” und den Ergebnisbeitrag bereits abgeschlossener Akquisitionen, hieß es.

Die britische Supermarktkette Tesco ist in Q1 (31.05.) des GJ 2021/2022 nur noch langsam gewachsen. Die Erlöse in Großbritannien stiegen im Jahresvergleich auf vergleichbarer Fläche (ohne Treibstoff und Mehrwertsteuer) um nur noch 0,5% (Vorquartal: +8,8%). Tesco bestätigte die Gewinnprognose für das Geschäftsjahr 2021/22, die ein ähnliches operatives Ergebnis auf Basis des fortgeführten Geschäfts wie 2019/20 vorsieht.

Devisen
Die Zinsaussagen der Fed vom Mittwoch belasteten den Euro den dritten Tag in Folge.

Öl / Gold
Weder der weiter steigende US-$, noch die Aussicht auf eine eventuell frühere Rückkehr des Iran an den Markt konnten die Ölpreise von einem weiteren Anziehen abhalten. Gold hat sich nach den empfindlichen Verlusten der Vortage am Freitag stabilisiert.

Daten zum Wertpapier: Brenntag
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Ticker-Symbol: BNR
WKN: A1DAHH
ISIN: DE000A1DAHH0

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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