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Affluent Medical - IPO: Interessantes Portfolio für hart umkämpfte Medtech-Märkte

Affluent Medical: Das französische Medizintechnik-Unternehmen geht an den regulierten Markt der Euronext in Paris. Bild und Copyright: HJBC / shutterstock.com.

08.06.2021 07:28 Uhr - Autor: Michael Barck  auf twitter

Schon bei einem heimischen IPO ist es für Anleger manchmal schwierig, zum Zuge zu kommen. Geht ein Unternehmen im Ausland an die Börse, wird die Aufgabe nicht einfacher. Dennoch kann es sich für Geldanleger lohnen, auch einen Blick über den deutschen Tellerrand hinaus zu werfen. Bei 4investors stellen wir immer wieder auch einmal Werte vor, deren Ziel nicht die Frankfurter Börse ist. So wie an dieser Stelle Affluent Medical: Das französische Medizintechnik-Unternehmen geht an den regulierten Markt der Euronext in Paris.

Die treibende Kraft hinter Affluent Medical ist hierzulande an der Börse nicht ganz unbekannt: Truffle Capital gründet und finanziert neue Unternehmen, die möglichst disruptive Ideen verfolgen und entwickeln. Bei Affluent sind dies neuartige Implantate zur Behandlung von urologischen und Herz-Erkrankungen. Im Portfolio von Truffle Capital befindet sich unter anderem aber auch Abivax, die unter anderem mit Evotec zusammenarbeiten und jüngst Furore mit guten Nachrichten zum Medikamentenkandidaten ABX464 in der Behandlung der entzündlichen Darmerkrankung Colitis ulcerosa machten.

Affluent Medical, von Truffle Capital im Jahr 2011 gegründet, ist in ganz anderen, aber nicht minder interessanten Bereichen der Healthcare-Branche unterwegs. Immer mehr Operationen werden minimalinvasiv erledigt - schonend für Patienten und Krankenkassen. In diesem Umfeld entstehen neue Technologien zur Behandlung von Krankheiten unter anderem des Herzens, wo sich neben der Urologie einer der beiden Schwerpunkte von Affluent Medical befindet. Ein Milliardenmarkt, in dem aber auch Konkurrenz von teils großen Adressen des Medtech-Marktes unterwegs ist.

Implantate unter anderem für Behandlung von Herzerkrankungen

Mit den Implantaten, die Affluent Medical entwickelt, sollen wesentliche physiologische Funktionen für die Behandlung von Herz- und Gefäßerkrankungen sowie bei Harninkontinenz wieder hergestellt werden. Zurzeit befinden sich vier Produkte allesamt noch in verschiedenen Stadien der klinischen Entwicklung. In die Entwicklung sind bisher 65 Millionen Euro an Investitionen geflossen. Derzeit beschäftigt Affluent Medical rund 50 Personen.

Der am Weitesten fortgeschrittene Kandidat der Gesellschaft, Kalios, könnte ab dem Jahr 2023 Umsätze generieren, so das Implantat zur Mitralklappenkorrektur zugelassen wird. Das hierfür notwendige CE-Kennzeichen erwarten die Franzosen für das vierte Quartal des kommenden Jahres. Im Rahmen der laufenden Zulassungsstudie sollen 62 Patienten aufgenommen werden. Laut den Angaben des Unternehmens sind 15 Patienten bereits aufgenommen, die Studie soll in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres abgeschlossen werden. Zudem entwickelt Affluent einen Mitralklappenersatz: Epygon. Hierfür startet im zweiten Quartal 2021 in Europa eine Pilotstudie, die Zulassungsstudie steht für die zweite Jahreshälfte 2022 auf der Roadmap. Geht alles wie geplant voran, erwartet die Gesellschaft im vierten Quartal 2025 die FDA-Zulassung für das Implantat und in der zweiten Jahreshälfte 2025 das CE-Kennzeichen.

Das Implantat-Projekt Artus visiert mit dem geplanten Einsatz bei der Behandlung mittlerer bis schwerer Harninkontinenz ein völlig anderes Indikationsgebiet an. In der ersten Jahreshälfte 2022 will Affluent Medical in den USA mit der Zulassungsstudie starten, erste Patienten sollen in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres hierfür rekrutiert werden. Ende 2024 soll es dann die FDA-Zulassung für Artus geben. Das CE-Kennzeichen in Europa erwarten die Franzosen bereits deutlich früher im vierten Quartal 2023. Im zweiten und dritten Quartal 2021 soll in diversen europäischen Ländern eine Pilot- und Zulassungsstudie anlaufen, 70 Patienten sollen hieran teilnehmen.

Mit beiden Indikationsgebieten adressiert Affluent Medical große Zahlen potenzieller Patienten, die sich zudem weiter erhöhen werden, geht aber auch in Konkurrenz zu teils großen Adressen des Medtech-Marktes. „Aktuell leiden Millionen von Patienten weltweit an Harninkontinenz oder Mitralinsuffizienz. Unsere medizinischen Produkte zielen darauf ab, sowohl ihre Lebensqualität als auch die Lebenserwartung dieser Patientengruppen zu verbessern”, sagt Michel Finance, Chief Executive Officer von Affluent Medical. So sind weltweit geschätzt 100 Millionen Patienten von mittlerer bis schwerer Harninkontinenz betroffen, von Mitralinsuffizienz rund 2 Prozent der Weltbevölkerung. Dies sind vor allem ältere Patienten, bei denen schwere Eingriffe am Herzen hohe Risiken bergen, die mit minimalinvasiven Operationsmethoden mit Implantaten wie Epygon verringert werden können.

Truffle Capital bleibt auch nach dem IPO Mehreitsaktionärin

Zur Weiterentwicklung der Produktpalette und Finanzierung klinischer Studien und behördlicher Zulassungen will Affluent Medical im Rahmen des Börsengangs einen zweistelligen Millionenbetrag per Kapitalerhöhung einsammeln. Platziert werden die Aktien zu einem Ausgabekurs zwischen 7,40 Euro und 9,80 Euro. Das Gesamtemissionsvolumen soll zwischen knapp 33 Millionen Euro und - im Falle der vollständigen Ausübung der Verlängerungsklausel und der Mehrzuteilungsoption - knapp 44 Millionen Euro liegen. Schon zuletzt lagen dem Medtech-Unternehmen Zeichnungszusagen in Höhe von 20 Millionen Euro vor, neben Truffle Capital unter anderen von Ginko Invest und Kreos Capital. Truffle Capital wird auch nach dem IPO Mehrheitsaktionärin der Gesellschaft bleiben.

Rund 40 Prozent der Mittel aus dem anstehenden IPO hat Affluent Medical für die Studien in Europa und den USA eingeplant, weitere 25 Prozent sollen in Forschung und Entwicklungsaktivitäten im Portfolio fließen. Mit den weiteren Geldern will Affluent zum einen Schulden tilgen, insbesondere aus einer Wandelanleihe, und die eigene Vertriebs- und Marketingorganisation aufbauen. Bis 2025 solle ein Gesamtfinanzierungsbedarf von 67 Millionen Euro anfallen, prognostizieren die Analysten von Invest Securities in einer Studie zum Börsengang von Affluent Medical.

Die Experten rechnen aufgrund des innovativen Portfolios der Gesellschaft mit einem hohen Interesse an dem Börsengang und verweisen auf die vielen Nachrichten, die in den kommenden Jahren aus den Entwicklungsprojekten von Affluent anstehen. Die Märkte seien hart umkämpft, Affluent hier aber mit einem attraktiven Portfolio präsent.

Die Zeichnungsfrist läuft, in Frankreich endet diese am 8. Juni, international mittags (Pariser Zeit) am 9. Juni. Am Mittwoch will man auch das Ergebnis des IPO bekannt geben. Der Handelsbeginn für die Aktien von Affluent Medical an der Euronext Paris ist dann für den 14. Juni geplant.

Daten zum Wertpapier: Affluent Medical
ISIN: FR0013333077
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