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EZB bekräftigt Beschlüsse vom Dezember und hält sich alle Türen offen - Nord LB Kolumne

Die EZB hat auf ihrer heutigen Sitzung wie erwartet keine Veränderungen an ihrer Geldpolitik vorgenommen. Bild und Copyright: nitpicker / shutterstock.com.

21.01.2021 15:56 Uhr - Autor: Kolumnist  auf twitter

Die Europäische Zentralbank hat heute keine Änderungen an ihrer Geldpolitik beschlossen. Die Zinssätze für die Hauptrefinanzierungsgeschäfte (0,00%), Einlagefazilität (-0,50%) und die Spitzenrefinanzierungsfazilität (0,25%) blieben unverändert. Zudem wurden die Elemente des im Dezember beschlossenen Maßnahmenpaket bekräftigt. Das anvisierte Gesamtvolumen des Anleihekaufprogramms Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) bleibt demnach bei EUR 1.850 Mrd. und das Programm soll mindestens bis Ende März 2022 laufen. Auch die Erwartung einer für längere Zeit anhaltend expansive Geldpolitik wurde mit der Forward Guidance erneut bestätigt.

Auf die Möglichkeit, dass das Volumen nicht unbedingt vollständig ausgenutzt werden muss, hatte Christine Lagarde bereits im Dezember hingewiesen. Die Position des Rates hierzu ist jedoch symmetrisch, da gleichfalls die EZB bereit sei, bei Bedarf das PEPP nochmals auszuweiten. Für die nächsten Monate stehen hier jedoch keine Änderungen und Beschlüsse an, für graduelle Akzentuierungen (Front Loading etc.) bietet das Programm ohnehin die notwendigen Freiheitsgrade.

Veränderungen an den Instrumenten waren nach dem erst im Dezember beschlossenen umfangreichen Maßnahmenpaket unwahrscheinlich und auch nicht erwartet worden. Zudem haben die seither gemeldeten Wirtschaftsdaten auf eine etwas höhere Resilienz der europäischen Wirtschaft im Schlussquartal hingewiesen als dies bei der Vorlage der letzten EZB-Projektionen noch befürchtet worden war.

Insbesondere die relative Stärke im Industriesektor dürfte bis zum Jahresende angehalten haben und dazu beigetragen haben, dass die negativen Auswirkungen der Lockdown-Maßnahmen in der Eurozone zumindest teilweise kompensiert wurden. In Deutschland blieb die Wirtschaftsleistung nicht zuletzt aus diesem Grund etwa auf dem Vorquartalsniveau. Gleichwohl ist für die Eurozone ein Rückgang der Wirtschaftsleistung im vierten Quartal so gut wie sicher und auch in Q1 ist mit einer sehr gedämpften BIP-Entwicklung zu rechnen.

Die Verbesserung der Finanzierungsbedingungen, gerade nach den durchwachsenen Signalen vom jüngsten Bank Lending Survey, bleibt ein wichtiges Ziel der EZB-Politik. Allerdings bezeichnete Lagarde die derzeitigen Finanzierungsbedingungen als „insgesamt günstig“. Von hohem Interesse bleibt die Position der EZB zur Euro-Stärke, Wir rechnen weiterhin nicht damit, dass die EZB hierauf mit einer Senkung des Einlagesatzes reagieren wird, zumal sich der Euro-Außenwert handelsgewichtet zuletzt sogar wieder etwas reduziert hat. Die EZB dürfte sich daher in dieser Frage in den kommenden Monaten auf verbale Interventionen beschränken.

Mit den außerordentlichen Krisenmaßnahmen unterstützt die EZB weiterhin die wirtschaftliche Entwicklung. Insbesondere bei einer erneuten Verschärfung der Lage sei die Notenbank bereit, alle Instrumente entsprechend anzupassen. Gleichwohl wird hierzu derzeit kein Bedarf gesehen. Die begonnenen Impfungen bezeichnete Lagarde als wichtigen Meilenstein. Gleichwohl kann noch keine Entwarnung gegeben werden. Konkrete Diskussionen über den Exit aus den Krisenmaßnahmen nach Überwinden der Pandemie wären zum jetzigen Zeitpunkt daher völlig verfrüht.

Fazit: Die EZB hat auf ihrer heutigen Sitzung wie erwartet keine Veränderungen an ihrer Geldpolitik vorgenommen. Dies entspricht den Erwartungen, zumal erst im Dezember ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen wurde. Die EZB fährt angesichts der sehr dynamischen Entwicklungen in der Coronakrise auf Sicht, in den kommenden Monaten rechnen wir nicht mit größeren Anpassungen. Diese Zeit können die Währungshüter nutzen, um in der anstehenden Strategiedebatte weiter voranzukommen.

Daten zum Wertpapier: EZB

Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Nord LB. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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