Bisher haben Fintechs wie Wirecard die Finanzwelt aufgemischt. Der DAX-Konzern ist seit Tagen allerdings vom Jäger zum Gejagten geworden - der Grund sind kritische Medienberichte zu möglichen Unregelmäßigkeiten im Asien-Geschäft. Bild und Copyright: science photo / shutterstock.com.

Wirecard Aktie: Boden gefunden? Klage und „Insiderkäufe”

Im Vorstand von Wirecard greift man nun zu härteren Geschützen: Nachdem drei Berichte der „Financial Times” innerhalb von acht Tagen dem Aktienkurs heftig zugesetzt haben, gab es gestern „Insiderkäufe” aus dem Management zu Kursen nicht weit vom Tagestief entfernt. Zudem will das Unternehmen gegen die „Financial Times” rechtlich vorgehen - allerdings, so berichtet die Süddeutsche Zeitung, stehen bei einer möglichen Klage die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter im Vordergrund.

Dem gestrigen detaillierten Bericht der britischen Wirtschaftszeitung setzte Wirecard gestern nur ein kurzes Statement entgegen, in dem die Inhalte pauschal zurückgewiesen wurden - das kam an der Börse nicht überall gut an. Am Nachmittag baute das Unternehmen die Verteidigungslinie dann weiter aus. Zwei Vorstände kauften jeweils für rund 0,11 Millionen Euro Wirecard Aktien. Das brachte zwar etwas Vertrauen in den DAX-Wert zurück. Doch stark in die Gegenrichtung zu den Verlusten bewegt hat sich Wirecards Aktienkurs bisher noch nicht. Der XETRA-Handel zeigte ein Tagestief bei 104,85 Euro, der Schlusskurs wurde mit 15 Prozent Tagesverlust bei 110,75 Euro notiert. Nachbörslich ging es gestern etwas nach oben, aktuelle Indikationen für Wirecards Aktienkurs notieren um 114,50/115,00 Euro ebenfalls oberhalb des gestrigen XETRA-Schlusskurses.

Der Blick auf den Chart der Wirecard Aktie ist interessant. Rauschte der Aktienkurs des süddeutschen Fintech-Konzerns am Freitag nach dem zweiten belastenden Bericht der „Financial Times” noch bis auf 99,85 Euro nach unten, so wurde dieses Tief gestern nicht erreicht. Auch die Handelsumsätze in dem Papier blieben etwas hinter den Werten aus dem turbulenten Börsenhandel vom Freitag und Montag zurück. An der Börse könnte man darin ein mögliches eventuelles Bodenniveau sehen - mit all seinen Risiken im Zusammenhang mit möglichen weiteren Enthüllungsberichten in der britischen Zeitung, die bisher alle von Wirecard - teils ausführlich wie am Montag, teils kurz wie gestern - dementiert wurden.

Der Blick auf die Kursverläufe der Wirecard Aktie im Handelsverlauf zeigt um 105 Euro eine erste mögliche charttechnische Unterstützung. Hinzu kommt der Bereich um das Tages- und Baissetief vom Montag bei 99,85 Euro. Zum Vergleich: Im September erreichte die Wirecard Aktie ihr Allzeithoch bei 199 Euro, wenige Tage vor dem Beginn der Berichte in der „Financial Times” beendete das Papier bei 170,70 Euro eine Erholungsbewegung. Kommt es zu einer Erholungsbewegung, könnte der Bereich um 124/128 Euro einen ersten charttechnischen Widerstand darstellen. Um 134,15/136,60 Euro sind weitere Tradinghindernisse in der technischen Analyse der Wirecard Aktie zu erwarten, wenn diese ihre Erholungsbewegung mit weiteren Kaufsignalen ausbauen kann.

Lesen Sie hierzu auch folgenden Beitrag aus der 4investors-Redaktion - Wirecard: Das Erfolgsmodell hat wieder heftige Schrammen

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08.02.2019 - Autor: Michael Barck

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Weitere Informationen:

Aktie: Wirecard
WKN: 747206
ISIN: DE0007472060
Aktienindex: DAX
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Branche: Fintech: Wirecard bietet Online- und Mobile-Zahlungssysteme, elektronischer Zahlungsverkehr, Risikomamangement, Herausgabe und Akzeptanz von Kreditkarten an. Die Gesellschaft ist damit im weltweit stark wachsenden Markt für Payment-Systeme im Bereich von Online- und Mobile-Anwendungen aktiv.

Wirecard war in den letzten Jahren immer wieder das Ziel von Short-Attacken und kritischen Medienberichten, vor allem in der Financial Times, die vom Unternehmen sämtlich scharf zurückgewiesen und als verleumderisch bezeichnet wurden.

Die Wirecard-Aktie gehört zu den Blue Chips des Frankfurter Aktienmarktes und ist in diversen Aktienindizes gelistet, unter anderem dem DAX 30.
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