Green Bonds: Warum 2019 „grün“ wird - AXA IM Kolumne

Seit Auflegung des ersten Green Bonds im Jahr 2007 ist der Markt für grüne Anleihen exorbitant gewachsen: Die Zahl der Emissionen hat sich seit 2015 jedes Jahr verdoppelt. Anfang 2018 verlor sich diese Dynamik jedoch – die Schätzungen der Climate Bond Inititative (CBI) wurden im vergangenen Jahr nicht erreicht. Doch es gibt auch gute Nachrichten. Anders als 2017 waren die Emissionen grüner Anleihen im vergangenen Jahr stabil, und der Quotient aus Zeichnungswünschen und Emissionen blieb recht hoch. „Die Nachfrage nach Green Bonds hält weiter an, selbst in turbulenten Zeiten“, schlussfolgert Johann Plé, Portfoliomanager bei AXA Investment Managers. So stieg das Emissionsvolumen um 45 Prozent, und auch neue staatliche Emittenten gingen an den Markt, beispielsweise Indonesien, Irland und Belgien. Darüber hinaus kamen im vergangenen Jahr neben Staatsanleihen auch etwa 23 Prozent der Neuemissionen aus dem Finanzsektor. Das ist ein Anstieg um fast 60 Prozent mehr als noch 2017.[1]

Schwieriges Marktumfeld


Das Jahr 2018 war von einem schwierigen Marktumfeld geprägt. Die Unterstützung der Notenbanken ließ nach, die Europäische Zentralbank gab das Ende ihrer quantitativen Lockerung bekannt, und die Fed erhöhte ihren Leitzins viermal. Dies und die instabile politische Weltlage aufgrund der andauernden Brexit-Verhandlungen, der Handelskonflikte und der politischen Unsicherheit in Italien dämpften die Risikobereitschaft und sorgten für hohe Mittelabflüsse aus den meisten Assetklassen. Entsprechend stark gingen die Emissionsvolumina zurück. Für Emittenten wurde die Situation nicht einfacher.

Die größte Enttäuschung 2018 stellten die Emissionen von Unternehmen dar: Sie gingen um 10 Prozent zurück.[2] „Dies zeigt, dass viele bisherige Emittenten grüner Anleihen nicht erneut an den Markt gingen. Es gilt aber auch zu bedenken, dass es für ein Industrieunternehmen teuer und zeitaufwendig ist, die Voraussetzungen für die Emission grüner Anleihen zu schaffen. Emittenten, die diese ersten Herausforderungen gemeistert haben, dürften auch in Zukunft grüne Anleihen begeben“, so Plé weiter.

Was hält 2019 bereit?


Der Experte rechnet damit, dass 2019 staatliche Emittenten wie die Niederlande grüne Anleihen auf den Markt bringen könnten. „Dies und die vielen geplanten Neuemissionen von Unternehmen, etwa aus dem Automobil- und dem Telekommunikationssektor, könnten für hohes Wachstum sorgen“, sagt Plé.

Darüber hinaus verbesserten sich die Voraussetzungen für die Emission grüner Anleihen: Die Emittenten bauen ihr Berichtswesen aus und informieren transparenter über die Mittelverwendung. „Natürlich ist uns bewusst, dass wir von einem internationalen Standard für grüne Anleihen noch weit entfernt sind. Allerdings entwickelt sich der Markt in die richtige Richtung. Für dieses Jahr wird allgemein mit europäischen Regeln für grüne Anleihen gerechnet. Dann könnte der Markt für Investoren zugänglicher werden, und Neuemissionen würden leichter fallen“, sagt der Experte.

Fazit: 2019 wird ein grünes Jahr


2018 wurden die Erwartungen der Investoren oft nicht erfüllt. Dennoch blickt Plé hinsichtlich des Marktwachstums von grünen Anleihen optimistisch in die Zukunft: Der Markt für grüne Anleihen umfasse heute ein Volumen von 240 Milliarden US-Dollar[3] und dank einer verbesserten Länder- und Sektordiversifikation falle es ihm leichter, ohne Verzerrungen des Risiko-Ertrags-Profils Neuemissionen aufzunehmen. „Der Markt für Green Bonds wird somit stabiler und gleicht mehr und mehr dem klassischen Anleihemarkt. Und da das Klimabewusstsein wächst, können wir darauf vertrauen, dass 2019 ein grünes Jahr sein wird – und dass mehr grüne Anleihen begeben werden als in den Jahren zuvor“, schließt Plé.

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07.02.2019 - Autor: Externer Kolumnist

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