Mit dem Braunkohleausstieg wird in der Branche ein signifikanter Stellenabbau einhergehen. RWE hat dies auch bereits angekündigt. Bild und Copyright: corlaffra / shutterstock.com.

RWE: Konsens über den Ausstieg aus der Braunkohle bis spätestens 2038 - Commerzbank Kolumne

Die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ (kurz Kohlekommission) hatte zur Aufgabe, ein Konzept für die Abschaffung der klimaschädliche Braunkohleverstromung und gleichzeitig eine Alternativen für die Beschäftigten vorzulegen. Dies ist nun mit großem Einvernehmen geschehen. In ihrem 336 Seiten starken Abschlussbericht spricht sich die Kommission dafür aus, spätestens 2038 den letzten Kohlemeiler vom Netz zu nehmen. Hierüber soll 2032 beschlossen werden. Innerhalb der nächsten vier Jahre bis 2022 müssen etwa 12,5 GW - der derzeit rd. 43 GW - Kraftwerke abgeschaltet werden, um die Kapazität der Kohleverstromung dann auf 30 GW zu drosseln. Dies entspricht etwa 24 größeren Kohleblöcken. Ein signifikanter Stellenabbau dürfte damit einhergehen. RWE hat dies auch bereits angekündigt. Nach Agenturmeldungen sollen Strukturhilfen für die betroffenen Regionen - Rheinisches Revier und Lausitz - in Höhe von 40 Mrd. €, verteilt über 20 Jahre, bereitgestellt werden. Zudem sind Entschädigungen für den vorzeitigen Kohleausstieg für die Kraftwerksbetreiber vorgesehen, deren Höhe bis 30.06.2020 festgelegt werden soll. Auch die Stromkunden sollen nicht unter höheren Strompreisen leiden, sondern Entlastungen erhalten. Da zusätzlich die Atomkraftwerke mit 9 GW bis 2022 vom Netz gehen und nun die Kohlestromgewinnung deutlich zurückgefahren wird, muss der Umstieg auf Ökostrom beschleunigt werden. Dies könnte auch eine Chance für die Tagbau-Regionen sein. Versorgungssicherheit gilt es auch künftig zu gewährleisten. Nun muss die Politik handeln, Ende 2019 könnte dann Planungssicherheit bestehen, um die Klimaziele 2030 noch zu erreichen. Begrüßenswert ist, dass ein großer Konsensus über den Ausstieg herrscht. Deutschland könnte zum Vorreiter vieler Kohleregionen in Europa (z.B. Polen, Bulgarien) werden.

Anleihen


USA: S&P Hauspreise (Nov.), 15:00 Uhr
USA: Verbrauchervertrauen (Jan.), 16:00 Uhr

Im Fokus steht die Abstimmung über den Brexit-Vertrag nach Plan B vom Premierministerin May im britischen Unterhaus. Nach Medienberichten stellt sich May hinter den Vorschlag ihrer Fraktion, den Backstop durch alternative Regelungen zu ersetzen. Eine überparteiliche Gruppe von Abgeordneten aber ist entschlossen, einen Brexit ohne Abkommen zu blockieren. Dafür liegen mehrere Änderungsanträge vor. Über welchen Antrag tatsächlich abgestimmt wird, bestimmt Parlamentssprecher John Bercow. In der Rede vor dem EU-Parlament betonte EZB-Chef Mario Draghi gestern erneut, dass die Abwärtsrisiken für den wirtschaftlichen Ausblick zugenommen haben. Ursache sei eine schwächere Auslandsnachfrage. Die EZB sei bereit, falls notwendig, alle verfügbaren Instrumente anzuwenden. Im Dezember stieg das Geldmengenwachstum M3 mit 4,1% J/J stärker an als erwartet. Es war das kräftigste Geldmengenwachstum was die EZB seit Februar 2018 vermeldete. Das Wachstum der Kreditvergabe blieb unverändert bei 3,3% an Private Haushalte und bei 4,0% J/J an Unternehmen. Nach Meldung der Geldmengendaten stiegen die Renditen kurzfristig an, gingen aber nach der Rede von Draghi wieder zurück. Angesichts der abschwächenden Konjunktur kann die EZB damit zufrieden sein. Gut fünf Monate nach Auslaufen des Hilfsprogramms für Griechenland hat Athen die Begebung einer 5-jährigen Staatsanleihe für heute angekündigt. Ziel sei es, 2 bis 3 Mrd. Euro aufzunehmen. Es wird mit einer Rendite von 3,5 bis 3,75% gerechnet. Von der EU wurde der Marktgang begrüßt. Neben der Brexit-Abstimmung stehen in dieser Woche viele US-Konjunkturdaten zur Meldung an. Aufgrund der Schließung einiger US-Ämter konnten eine Reihe von US-Daten noch nicht gemeldet werden bzw. wird die Meldung auch in dieser Woche verschoben.

Aktien


SAP, Jahreszahlen
Siemens Healthineers, Ergebnis Q1
LVMH, Jahreszahlen
Philips, Jahreszahlen
Apple, Ergebnis Q1
3M, Amgen, eBay, Pfizer, Verizon, Ergebnis Q4

Nachdem die europäischen Aktienbörsen die letzte Woche mit einer kleinen Rally beenden und so den seit Jahresbeginn positiven Trend fortführen konnten, hielten sich die Anleger vor der Sitzung der US-Notenbank am Mittwoch, der nächsten Abstimmung im britischen Parlament sowie der Veröffent-lichung vieler wichtiger Konjunkturdaten deutlich zurück. Auch das kurzfristige Einlenken des US-Präsidenten im Haushaltsstreit vermittelte keine Impulse. Im deutschen Leitindex Dax verzeichneten die meisten Listenwerte Kursverluste. Die Aktien der Deutschen Telekom (+0,7%, Erholung nach wo-chenlangem Abwärtstrend) und von ThyssenKrupp (+0,7%, positiv aufgenommenes Interview des CEO Kerkhoff zur geplanten Konzernaufspaltung) konnten sich von dieser Entwicklung etwas absetzen. Im EUROSTOXX 50 standen bis auf Telekommunikation (+0,2%) alle Branchen unter Kursdruck, vor allem Energie und Banken (jeweils -1,5%) erlitten stärkere Verluste. An der Wall Street kippte die Stimmung vor allem nach dem enttäuschenden Quartalsbericht des Baumaschinenherstellers Caterpillar (-9,1%) und der Gewinn- und Umsatzwarnung des Grafikchip-Produzenten Nvidia (-13,8%), welche beide auf einer schwachen Entwicklung im wichtigen chinesischen Absatzmarkt basierten. Dem allgemein schwächeren Trend konnten sich nur die defensiven Branchen Real Estate (+0,9% und Basiskonsum (+0,5%) entziehen. An den asiatischen Börsen wurden im Vorfeld der Wiederaufnahme der Handelsgespräche zwischen China und den USA keine größeren Kursausschläge verzeichnet. Die europäischen Aktienmärkte werden heute Morgen etwas fester eröffnen.

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29.01.2019 - Autor: Externer Kolumnist

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