windeln.de-Finanzchef Nikolaus Weinberger. Bild und Copyright: windeln.de.

windeln.de: Entscheidende Tage im Januar

In den vergangenen Wochen lief es nicht wirklich gut für windeln.de. Eine Gewinnwarnung, die Verschiebung des Turnarounds auf das Jahr 2020, eine Hauptversammlung im Januar, die über einen wichtigen Kapitalschnitt entscheiden soll. All dies muss erst einmal verdaut werden. Der Kurs und die Aktionäre hatten jedenfalls schwer zu schlucken. Stand der Kurs der Aktie Anfang November noch bei rund 0,70 Euro, so hat er sich inzwischen auf 0,288 Euro mehr als halbiert.

In China gab es im zweiten und dritten Quartal eine Reihe von Problemen. Unter anderem wurden die Zollkontrollen temporär verschärft. Liefen alle Lieferungen von windeln.de damals nur über einen chinesischen Zollhafen, so hat man inzwischen fünf verschiedene Zollhäfen zur Verfügung und kann so ein mögliches neues Problem entschärfen. Ein problematischer Warenüberhang stand im Zusammenhang mit den ungewöhnlich langen Neujahrsfeierlichkeiten in China sowie mit der Neueinführung von Produkten, die zu Konsumverzögerungen bei den Kunden geführt haben. Dieser Überhang ist inzwischen nicht mehr existent, teils spricht man sogar schon von einer Unterversorgung. Für 2019 geht man bei windeln.de nicht erneut von solchen Einmaleffekten aus, was die Lage entspannen dürfte.

Im vierten Quartal zeigt sich bei windeln.de eine Erholung, die sich vor allem auch in China bemerkbar macht. Es gibt einen positiven Trend beim Traffic und beim Orderverhalten der Kunden. Die Manager des Unternehmens hoffen im Gespräch mit unserer Redaktion, dass sich dieser Trend im ersten Quartal 2019 fortsetzen wird. Für das laufende Jahr erwarten die Vorstände Matthias Peuckert (CEO) und Nikolaus Weinberger (CFO) einen Umsatz von etwas über 100 Millionen Euro, nach drei Quartalen hatte man 78,5 Millionen Euro verbucht. 2019 will die Gesellschaft zweistellig wachsen, eine Steigerung um 20 Prozent oder mehr könnte möglich sein.

Diese Hoffnungen stehen und fallen jedoch mit der außerordentlichen Hauptversammlung von windeln.de am 9. Januar in München. Dort soll zunächst eine Kapitalherabsetzung im Verhältnis 10:1 beschlossen werden. 75 Prozent der anwesenden Stimmen müssen dem Plan zustimmen. Damit soll der Kurs wieder die Marke von einem Euro überspringen. Dies ist die Hürde, um eine Kapitalerhöhung durchzuführen.

Falls das Aktionärstreffen der Herabsetzung zustimmt, soll es in der Folge eine Kapitalerhöhung geben, um dringend benötigtes frisches Geld ins Unternehmen zu bekommen. Die Manager hoffen auf einen höheren einstelligen Millionenbetrag. Sollte die Hauptversammlung den Plänen nicht zustimmen, müsste das neue Geld über andere Wege ins Unternehmen kommen, zum Beispiel über Convertibles. Ob Investoren dabei wirklich mitspielen, ist nicht sicher. Denn die jüngsten Entwicklungen haben den Markt verunsichert. Das Vertrauen hat gelitten, im Unternehmen spricht man lieber von einer Enttäuschung bei den Anlegern.

Mit dem frischen Geld hofft windeln.de auf neuen Schub für die Planungen. Ein Anfang 2020 auslaufender Logistikvertrag soll zu verbesserten Konditionen neu verhandelt werden. Das würde Kosten sparen. Ein als App verfügbarer Schwangerschaftskalender soll ebenso neue Kunden bringen wie die „Storchenbox“, die Eltern mit einem Sonderpreis für Babyzubehör zu regelmäßigen Kunden machen soll.

All dies soll dafür sorgen, dass das neue Ziel von windeln.de Realität wird: Im ersten Halbjahr 2020 will das Unternehmen den Breakeven schaffen.

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07.12.2018 - Autor: Johannes Stoffels | Folgt uns auf Google News - hier klicken!

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