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Bei Schwellenländer-Anleihen liegt die Würze in der Kürze - DWS Kolumne

Mit dem Streit zwischen Italien und der EU-Kommission über den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr ist die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen mittlerweile wieder in den Bereich um 0,3% zurückgefallen. Eine schlechte Nachricht für Anleger, die auf dem aktuellen Niveau rund 200 Jahre brauchen würden, um das Kapital mit solchen Schuldtiteln zu verdoppeln.

Anleihen aus den Schwellenländern sind zwar in der Regel attraktiver verzinst, allerdings können diese Papiere den Anlegern temporär herbe Kursverluste bescheren. Das hat erst vor wenigen Wochen die Krise um Länder wie die Türkei und Argentinien wieder eindrücklich gezeigt. Einen Ausweg aus diesem Dilemma bietet die Beschränkung auf Anleihen aus den Schwellenländern, die nur noch eine kurze Restlaufzeit (Short Duration) haben.

„Unter der Voraussetzung, dass der Emittent nicht ausfällt, wird sich der Kurs einer Anleihe – egal ob von einem Unternehmen oder einem Staat begeben – gegen Ende der Laufzeit dem Nennwert annähern. Dieser Effekt nennt sich Pull-to-Par“, erklärt Roland Gabert, Fondsmanager des DWS Emerging Markets Bonds (Short). Dabei gelte grundsätzlich: Je kürzer die Restlaufzeit, desto geringer die bis zur Rückzahlung noch zu erwartenden Kursschwankungen.

Bank of China schlägt Daimler – bei gleicher Bonität


Der Renditevorteil von Schuldtiteln aus den Schwellenländern kann dabei mitunter erheblich sein. So bringt eine Anleihe der Bank of China mit einer Restlaufzeit von drei Jahren 0,7%, ein vergleichbares Papier von Daimler wirft hingegen lediglich 0,4% ab. Und das bei einem „A“-Rating für beide Papiere.

Und nicht nur die Schwankungsintensität sinkt mit der näherrückenden Fälligkeit eines Schuldtitels, sondern auch das Risiko eines Zahlungsausfalls des Emittenten. Bei Unternehmensanleihen mit einem „BB“-Rating beispielsweise sind historisch betrachtet bei einer Restlaufzeit von fünf Jahren rund 8,7% der Schuldtitel ausgefallen. Bei einer Restlaufzeit von drei Jahren lag dieser Wert nur noch bei etwa 4,7%. Bei Staatsanleihen gleicher Bonität verringerte sich die historische Ausfallrate von rund 5% auf etwa 2,7%.

„Dabei handelt es sich aber eben nur um Durchschnittswerte. Daher ist es essenziell, dass wir die fundamentalen Daten eines Emittenten genau analysieren, um uns so eine Meinung über seine Zahlungsfähigkeit zu bilden. Dass sich der Kurs in der Regel mit näherrückender Fälligkeit dem Nennwert nähert, wissen wir hingegen schon“, so Gabert, der im Rahmen seiner Short-Duration-Strategie ausschließlich in Hartwährungsanleihen aus den Schwellenländern investiert.

Die Krise um türkische und argentinische Schuldtitel hat dem Fondsmanager interessante Investitionsmöglichkeiten eröffnet: „Die Märkte haben übertrieben und bei vielen Schwellenländeranleihen ein zu hohes Risiko unterstellt. Deshalb waren diese Papiere günstig zu bekommen“.

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22.11.2018 - Autor: Externer Kolumnist | Folgt uns auf Google News - hier klicken!


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