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US-Midterm Elections mit zwei Gewinnern - Commerzbank Kolumne

Bei den US-Zwischenwahlen muss man zwar noch einige Zeit auf ein offizielles Ergebnis warten, doch auf Basis der Hochrechnungen zeichnet sich ein klares Bild ab. Die Demokraten haben die Mehrheit über das Repräsentantenhaus nach 8 Jahren wieder zurückerobern können. Dieses Ergebnis war angesichts der diversen Umfragen, in denen die „Democrats“ zuletzt immer leicht vorn lagen, zu erwarten gewesen. Die GOP (Grand Old Party) hingegen konnte angesichts der für die Demokraten ungünstigen Wahlkonstellation (nur 35 der 100 Senatoren mussten sich zur Wiederwahl stellen, dabei mussten 26 Demokraten um ihr Amt bangen und auf der anderen Seite nur 9 Republikaner) ihre kleine Mehrheit im Senat sogar noch weiter ausbauen. Somit können sich beide Parteien als Gewinner fühlen. Das regieren wird indes nicht leichter werden. Vor allem innenpolitisch muss sich Trump nun stärker mit der Opposition auseinandersetzen. Gesetzesvorlagen werden dadurch erschwert, womit die zweite Stufe der Steuerreform oder ein endgültiges Zurücksteuern bei der Gesundheitsreform wohl nicht mehr zu realisieren sind. Doch wird es in einer solchen Konstellation auch durchaus Kompromisse geben, das bisher von Trump nur angekratzte Infrastrukturprogramm könnte angesichts der gleichlaufenden Interessen vielleicht sogar einen neuen Schub bekommen. Während die Demokraten Trump innenpolitisch richtig ärgern können, sind seine außenpolitischen Freiheiten von dem „Split Congress“ kaum betroffen. Somit steht zu erwarten, dass er sich stärker auf seinen Protektionismus konzentrieren wird. Kurz nach den ersten Hochrechnung reagierten die internationalen Aktienbörsen mit Kursgewinnen, da die Republikaner nicht beide Kammern verloren haben, was den Präsidenten zu einer „Lame Duck“ gemacht hätte, da er bis zum Ende seiner Amtsperiode ohne die Opposition nur noch wenig hätte entscheiden können.

Anleihen


Japan: Aufträge Maschinenbau (Sep.), 00:50 Uhr
Deutschland: Exporte (Sep.), 08:00 Uhr
USA: Erstanträge Arbeitslosengeld, 14:30 Uhr
USA: Fed-Zinsentscheidung, 20:00 Uhr

Die deutschen Exporte gingen im September um 0,8% zum Vormonat zurück und blieben damit unter den Erwartungen. Dennoch – die Konjunkturdaten (Auftragseingänge, Produktion) für September waren erfreulicherweise im Einklang mit unserer Einschätzung einer in den kommenden Monaten wieder kräftiger wachsenden Produktion. Zum einen hat das Statistische Bundesamt die Augustzahlen etwas nach oben revidiert, zum anderen fielen die Septemberdaten besser als erwartet aus. Die Auftragseingänge spiegelten wider, dass die Automobilindustrie immer noch mit den neuen Abgastests zu kämpfen hat. Die Branche erholt sich aber langsam, womit das BIP-Wachstum im vierten Quartal wohl 0,25 Prozentpunkte zusätzlich steigen dürfte. Für US-Präsident Trump wird das Regieren künftig schwieriger, da die Republikaner ihre Stimmenmehrheit im Repräsentantenhaus verloren haben. Mithin werden die Republikaner die zweite Stufe ihrer Steuerreform wohl nicht durchsetzen können (vgl. „Im Blickpunkt“). Die Marktteilnehmer reagierten gestern gelassen: Sie sehen offenbar sowohl Vor- als auch Nachteile durch den „Split Congress“. Der US-Dollar verlor leicht gegenüber den Hauptwährungen. Die Renditen von Bundesanleihen und US-Staatsanleihen stiegen 3-4 Basispunkte an. In China verzeichneten die Exporte einen unerwartet kräftigen Zuwachs von 15,6% zum Vorjahr. Angesichts drohender US-Zölle wurden wohl einige Exporte vorgezogen. In Japan gingen die Bestellungen im Maschinenbau im September deutlich um 18,3% zurück. Nach zwei Monaten mit kräftigen Zuwächsen war eine Gegenbewegung erwartet worden, zudem schwanken die Daten ohnehin stark.

Aktien


Continental, Deutsche Telekom, Ergebnis Q3
Generali, Hannover Rück, Ergebnis Q3
Heidelberg Cement, ProSiebenSat.1, Ergebnis Q3
Philips, Kapitalmarkttag
Rheinmetall, Société Générale, Ergebnis Q3
Walt Disney, Ergebnis Q4

Die US-Bürger haben gewählt: Die Republikaner verteidigen ihre Mehrheit im Senat und die Demokraten holen die Mehrheit im Repräsentantenhaus. Die asiatischen Börsen reagierten auf die US-Kongresswahl nach anfänglichen Kursgewinnen kaum verändert. Die europäischen Aktienmärkte tendierten dagegen allesamt im Plus. Die Leitindizes stiegen um bis zu 2% (Spanien). Euphorie wollte aber nach dem weitgehend so erwarteten US-Wahlergebnis nicht aufkommen. Dass die Wahlunsicherheit jetzt verflogen ist, stimmte viele Anleger gestern aber positiv. Der Dax gewann in diesem Umfeld 0,8%. Tagesgewinner im deutschen Leitindex war die Notierung von Fresenius Medical Care (+9,6%). Sie profitierte von der Nachricht, dass die Kostenerstattung für Dialysebehandlungen im US-Bundesstaat Kalifornien nicht gedeckelt wird. Adidas (-3,6%) und BMW (-3,5%) gaben nach Vorlage von enttäuschenden (Umsatz-) Zahlen nach. Auf europäischer Sektorenebene waren am gestrigen Handelstag insbesondere Aktien aus dem Bereich Einzelhandel gefragt, die im Schnitt um 2,5% stiegen. Am Ende der Performancerangliste notierten Autowerte, die nahezu unverändert tendierten. Die Börsen in den USA zeigten sich nach der US-Zwischenwahl fester. Der Dow Jones-Index gewann 2,1%. Auf Sektorenebene (S&P 500-Index) waren insbesondere die Bereiche Gebrauchsgüter (+3,1%), Pharma (+2,9%) und IT (+2,9%) gefragt. Dagegen waren Verbrauchsgüterwerte (+0,6%) am wenigsten gesucht. Die Börsen in Asien tendierten infolge der positiven Vorgaben ebenfalls freundlich. Chinas Festlandaktien drehten aber in der zweiten Börsenhälfte leicht ins Minus.

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08.11.2018 - Autor: Externer Kolumnist

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Aktie: DAX - Aktienindex
WKN: 846900
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Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.
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