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US-Zwischenwahlen: Eine sanfte aber keine schallende Ohrfeige für Donald Trump - VP Bank Kolumne

Die Demokraten hofften auf eine schallende Ohrfeige für Donald Trump, doch daraus wurde nichts. Zwar verbuchen die Demokraten landesweit Zugewinne, die von der Opposition erhoffte „blaue Welle“ blieb aber aus. Das Land ist damit weiterhin ein gespaltenes. Ersten Hochrechnungen zufolge werden die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus übernehmen, der Senat bleibt aber in republikanischer Hand. Das Ergebnis entspricht damit den Erwartungen – auch unseren.

Da grosse Überraschungen ausblieben, nimmt man den Wahlausgang an den Finanzmärkten derweil gelassen. Deutliche Kursreaktionen sind bislang nicht auszumachen. Die asiatischen Aktienmärkte tendierten freundlich. Der Euro kann gegenüber dem US-Dollar leichte Zugewinne verbuchen. US-Staatstitel notieren ebenfalls etwas im Plus.

Die Demokraten werden nun versuchen, das Leben des Präsidenten so schwer wie möglich zu machen. Viele Gesetze bedürfen der Zustimmung beider Häuser des Kongresses. So ungern Donald Trump Kompromisse eingeht, spätestens bei der Verabschiedung neuer Haushaltsgesetze braucht er die Zustimmung der Demokraten. Die laxe Finanzpolitik des US-Präsidenten kann von den Demokraten ausgeschlachtet werden. Aber auch neue Untersuchungsausschusse können den Chef des Weissen Hauses in Bedrängnis bringen. Es brechen also ungemütlichere Zeiten in der Regierungszentrale an.

Die grosse Unbekannte bleibt die Handelspolitik. Zu vermuten ist, dass Donald Trump nun versöhnlichere Töne anschlagen wird. Nicht alle Republikaner teilen die aggressive Politik des Präsidenten gegenüber den Handelspartner. Interne Kritiker könnten ihre Stimme lauter erheben. Andererseits gibt es aber gerade auch auf Seiten der Demokraten Befürworter einer protektionistischen Handelspolitik. Darüber hinaus gilt: Donald Trump ist aufgrund des Mehrheitsverlustes im Repräsentantenhauses nun politisch eingeschränkt – nicht so bei der Handelspolitik. Der Präsident hat hierbei weitreichende Befugnisse. Denkbar wäre nun, dass Donald Trump gerade die freie Spielwiese der Handelspolitik nutzt, um sein Profil zu schärfen. Kurzum: Im Bereich des Aussenhandels verbleiben Unsicherheiten.

Wenngleich die US-Notenbank keine politische Stellung beziehen darf, für die eingeschlagene Marschrichtung der Fed ist der Wahlausgang positiv. Die Währungshüter in Washington möchten behutsam den Leitzins anheben. Hätten die Republikaner die Mehrheit in beiden Häusern des Kongresses behalten, wäre eine Steuerreform 2.0 wahrscheinlich gewesen. In diesem Fall hätte die Notenbank ihren Kurs auf den Prüfstand nehmen müssen. Eine aggressivere Zinspolitik wäre wohl die adäquate Antwort gewesen. Nun sind zusätzlich fiskalische Entlastungen vermutlich vom Tisch. US-Notenbankchef Jerome Powell kann vorerst an seinem Kurs festhalten. Mehr dazu erfahren wir dann morgen Abend bei der Sitzung des FOMC.

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07.11.2018 - Autor: Externer Kolumnist | Folgt uns auf Google News - hier klicken!

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