Schwellenländerbörsen mit Underperformance im September - Commerzbank Kolumne

Wie schon in den Vormonaten ist das Börsenumfeld für die Emerging Markets (EM) recht schwierig. Während der MSCI Welt-Index im September 2018 um 0,3% zulegte und der MSCI Developed Market-Index (DM) um 0,4% nach oben kletterte, fiel der MSCI EM-Index um 0,8% zurück. Seit Anfang des Jahres hat der MSCI EM-Index damit 9,5% verloren (per 30. Sep. 2018), wohingegen der MSCI DM-Index um 3,8% zulegte. Damit ergibt sich eine signifikante Underperformence der EM. Die Outperformance der DM resultiert vor allem aus der sehr beeindruckenden Performance des MSCI US-Index, der seit Anfang des Jahres um 9,1% zulegte; dagegen fiel der MSCI Europe-Index um 4,9%. Drohende weitere Zinserhöhungen in den USA sorgten in den meisten EM ebenso für Gegenwind wie der nach wie vor schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie die fragile Situationen einiger Währungen in den Schwellenländern. Die EM konnten im September kaum von steigenden Notierungen u.a. für Rohöl (Brent: +6,9%) oder Naturgas (+2,3%) profitieren. Ein Korb aus EM-Währungen legte gegenüber dem US-Dollar um 0,6% zu. Auf Sektorenebene waren in den EM vor allem Energiewerte gefragt, die im Schnitt um 6,8% zulegten. Am Ende der Performancerangliste notierten Aktien aus dem Bereich Immobilien (-6,3%); hier machten sich vor allem steigende Zinsen negativ bemerkbar. Regional legte vor allem der MSCI-Lateinamerika zu (4,6%). In Asien ex-Japan (-1,6%) fiel vor allem die schlechte Performance von Indien auf (9,2%), der schwächste Monat seit August 2013. Vor allem Finanzwerte (-16,4%) büßten kräftig ein. Verantwortlich hierfür zeichnete insbesondere die Krise im Schattenbankensektor. Für Gegenwind sorgte auch die schwache Rupie, die gegenüber dem USD um weitere 2,4% abwertete (-13,5% seit Anfang 2018). Der MSCI Russland-Index (+9,3%) profitierte vor allem vom steigenden Ölpreis und damit einhergehenden positiven Gewinnrevisionen.

Anleihen


China: Verbraucherpreise (Sep.), 03:30 Uhr
Großbritannien: Arbeitsmarkt (Aug./Sep.), 14:30 Uhr
USA: Industrieproduktion (Sep.), 15:15 Uhr
USA: NAHB Wohnungsmarkt-Index (Okt.), 16:00 Uhr

Die Hoffnungen auf eine Einigung bei den Brexit-Verhandlungen zerstoben am Wochenende wieder, als der britische Brexit-Minister Dominic Raab und EU-Unterhändler Michel Barnier trotz intensiver Verhandlungen keinen Durchbruch erzielten. Voraussetzung für einen EU-Sondergipfel im November ist eine Einigung beim EU-Gipfel jetzt am Donnerstag in Brüssel. Gewünscht wird eine zweijährige Übergangfrist, bei der sich vor allem die britischen Unternehmen auf den Brexit vorbereiten können. Streitpunkt sind nach wie vor die Kontrollen an der künftigen EU-Außengrenze in Irland. Die britische Premierministerin Theresa May zeigte sich gestern beim Auftritt im britischen Parlament optimistisch. Sie glaube, dass ein Abkommen zu erreichen sei. Sie will heute bei einer Kabinettsitzung ihre Minister auf einen Kompromiss einschwören. Das britische Pfund reagierte gestern volatil auf die unterschiedlichen Nachrichten. Letzte Woche hatte sich das Pfund wegen der Hoffnung auf einen Durchbruch noch kräftig ggü. dem Euro aufgewertet, zum Wochenstart aber wieder deutlich nachgegeben. Ein ungeregelter Brexit birgt das Risiko einer stärkeren und dauerhaften Abwertung. In den USA fielen die Daten für die Einzelhandelsumsätze mit einem Plus von 0,1% M/M enttäuschend aus. Grund dafür war aber vor allem der Rückgang der Tankstellenumsätze wegen gesunkener Benzinpreise um 0,8% M/M und ein Rückgang von Speisen- und Getränke-Dienstleistern um 1,8% M/M. Klammert man die volatilen Autoverkäufe, Tankstellenverkäufe und Baumaterialien aus, stiegen die Umsätze um 0,5% M/M. Wir rechnen deshalb trotzdem mit einem kräftigen Anstieg des Privaten Konsums im 3. Quartal von 3,5% Q/Q annualisiert, nach 3,8% Q/Q im 2. Quartal.

Aktien


BHP Billiton, Produktionsergebnis Q1
IBM, Ergebnis Q3
Johnson & Johnson, Ergebnis Q3
Merck KGaA, Kapitalmarkttag 2018

Nachdem es zum Handelsauftakt so ausgesehen hatte, als könnten die europäischen Aktienbörsen der Erholungstendenz an der Wall Street nicht folgen, gelang es ihnen im weiteren Tagesverlauf doch noch, die negativen Vorgaben aus Asien sukzessive abzustreifen. Besonders positiv setzten sich dabei im deutschen Leitindex Dax 30 die Vorzugsaktien von VW (+3,0%) in Szene. Am Ende der Kurstabelle standen hingegen nach einem negativen Analystenkommentar die Titel der Deutschen Lufthansa (-3,2%). In der zweiten Börsenreihe konnte sich der MDax der positiven Tendenz nicht anschließen und verlor erneut ein halbes Prozent. Im SDax verbuchten die schwer angeschlagene Ceconomy-Aktien (+3,1%) Kursgewinne, nachdem bekannt geworden war, dass die Konzernspitze ausgetauscht werden würde. Im EURO-STOXX 50 konnten sich vor allem die Branchen Telekommunikation (+1,7%) und Gesundheit (+1,0%) positiv in Szene setzen. Schwächer tendierten nur Finanzdienstleister (-0,7%) und Industrie (-0,4%). An der Wall Street ging es nach der deutlicheren Erholung vom Freitag wieder einen Schritt zurück. Kurz vor der intensivsten Phase der Berichtssaison hielten sich die Anleger bedeckt. Nach der Vorlage von Quartalszahlen gaben Bank of America (-1,8%) und der Broker Charles Schwab (-2,8%) nach. Analysten monierten das Ergebnis im Investment Banking des Bankhauses. Auf Branchenebene verzeichneten insbesondere IT-Titel (-1,6%) stärkere Verluste, während einzig Basiskonsum und Real Estate (jeweils +0,5%) spürbar zulegen konnten. Auch in Asien gab es heute Morgen keine einheitliche Tendenz. Während der Nikkei Gewinne verbuchte, gaben die chinesischen Börsen überwiegend nach. Europa dürfte leicht fester eröffnen.

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16.10.2018 - Autor: Externer Kolumnist

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Aktie: DAX - Aktienindex
WKN: 846900
ISIN: DE0008469008
Branche: Der Deutsche Aktienindex, kurz DAX, ist der wichtigste Index des Frankfurter Aktienmarktes. Der Index besteht aus 30 Aktien. Der Index wurde 1988 an der deutschen Börse als maßgebliches Marktbarometer eingeführt und ist Basiswert für viele Derivate, zum Beispiel im Bereich der Zertifikate und Optionsscheine. Der Startwert des Index geht auf das Jahresende 1987 zurück und ist mit 1.000 Punkten festgesetzt worden. Die wichtigste Form der Berechnung des DAX ist die als Performanceindex, von diesem ist in der Regel in den Medien die Rede, wenn es um den DAX geht. Neben den Kursveränderungen der jeweiligen Aktien werden bei einem Performanceindex zum Beispiel auch Ausschüttungen wie die Dividende berücksichtigt. Die exakte Zusammensetzung des DAX ist immer wieder Änderungen unterworfen. Für die Aufnahme einer Aktie in den DAX ist die Marktkapitalisierung des Streubesitzes sowie der Umsatz der jeweiligen Aktie maßgeblich. Die Zusammensetzung wird alle drei Monate durch den Arbeitskreis Indizes der Deutschen Börse überprüft. Zudem kann es außerhalb des üblichen Turnus Änderungen geben, wenn sich eine nicht im DAX vorhandene Aktie sowohl bei der Marktkapitalisierung des Streubesitzes als auch dem Umsatz unter den Top 25 befindet – die sogenannte Fast-Entry-Regel. Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen unter anderem im Prime Standard des Frankfurter Aktienmarktes notiert sein. Beim Streubesitz gibt es eine Mindestschwelle von 10 Prozent. Im DAX enthalten sind also die umsatzstarken Aktien großer Unternehmen. Beispiele hierfür sind Allianz, Bayer, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, SAP, Siemens und Volkswagen. Ihre Gewichtung im Index ist unterschiedlich hoch und berechnet sich nach der Marktkapitalisierung des jeweiligen Unternehmens, basierend auf dem Streubesitz. Die DAX-Kurse werden während des XETRA-Handels auf Basis der Kurse der im Index enthaltenen Aktien berechnet. Vor und nach dem XETRA-Handel werden von der Deutschen Börse AG der Early DAX und der Late DAX berechnet.
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