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Gold Referendum in der Schweiz: Der Showdown am Wochenende

Autor: Michael Barck
28.11.2014





Wer sich für den Goldpreis interessiert, der hat den Sonntag schon seit einiger Zeit fest im Terminkalender markiert: Die Schweizer werden im Rahmen eines Referendums über Vorschläge der Initiative „Rettet unser Schweizer Gold“ zur Notenbankpolitik abstimmen. Die Vorschläge der Gruppierung stoßen zwar bei vielen Experten auf breite Kritik, dennoch ist der Ausgang des Referendums offen. Die Umfragen lassen derzeit eine Ablehnung der Initiative vermuten, doch Überraschungen sind nicht ausgeschlossen.

Das hat sich in den vergangenen Tagen beim Goldpreis bemerkbar gemacht. Steigende Kurse der Feinunze des Edelmetalls sind unter anderem auf spekulative Engagements zurückzuführen, denn viele glauben, dass der Goldpreis bei einem „Ja“ der Eidgenossen zu den Forderungen von „Rettet unser Schweizer Gold“ deutliche Gewinne wird verzeichnen können.

Darum geht es am Wochenende: Die zur Abstimmung stehenden Forderungen der Initiative würden massiv in die Notenbankpolitik der Schweizer Zentralbank eingreifen. Diese müsste
  • sämtliche Goldreserven in der Schweiz lagen,
  • den Goldanteil an den Währungsreserven binnen fünf Jahren von zurzeit 8 Prozent auf mindestens 20 Prozent erhöhen,
  • zudem wäre einmal gekauftes Gold mit einem Veräußerungsverbot belegt.
Die Forderungen sorgen für reichlich Kopfschmerzen in der Finanzwelt. Nicht nur die Schweizer Nationalbank befürchtet, dass man in der Währungspolitik massiv eingeschränkt wird. Gerade für die enorm außenhandelsorientierte Schweiz war eine flexible Notenbankpolitik im Zuge der Auswirkungen der Euro-Krise enorm wichtig. Die Banker befürchten, dass der Goldzwang bei den Reserven die Chancen, den Wechselkurs des Schweizer Franken im eidgenössischen Sinne zu beeinflussen, stark leiden werden.

Experten befürchten bei einem „Ja“ negative Auswirkungen au Notenbankpolitik


Welche Auswirkungen ein „Ja“ bei dem Referendum auf den Goldpreis hätte, ist umstritten. Fest steht: Stimmen die Schweizer zu, müsste die Notenbank binnen fünf Jahren massive Goldkäufe tätigen, um den Anteil des Edelmetalls an den Währungsreserven mehr als zu verdoppeln. Sal. Oppenheim rechnet mit Käufen von 1.500 Tonnen Gold binnen fünf Jahren. Käufe, die die Eidgenossen in einem ohnehin schon engen Markt durchführen müssten. Im Gegenteil zu anderen Börsianern glaubt man bei Sal. Oppenheim aber nicht, dass diese Aufstockung des Goldanteils zu starken Preissteigerungen für den Goldpreis führen würde. Stärkere Auswirkungen erwarten die Experten dagegen für Käufe, die kommen müssen, wenn die Schweizer Notenbank die Geldmenge ausweiten muss – dann müssten die Währungshüter zugleich Gold kaufen, während ihnen Goldverkäufe im anderen Fall verwehrt wären. „Einen attraktiven Einstiegszeitpunkt für Goldinvestoren sehen wir daher nicht“, heißt es von Seiten der Analysten bei Sal. Oppenheim mit Blick auf die Umfrageergebnisse und die erwarteten Auswirkungen.

Charttechnisch hat der Goldpreis zuletzt nach der Erholungsbewegung von 1.132 Dollar auf knapp 1.208 Dollar wieder eine kleine Abwärtsbewegung verzeichnet. Aktuelle Kurse der Feinunze Gold liegen um 1.186 Dollar, womit eine erste Unterstützungszone um 1.175/1.183 Dollar der Abwärtsbewegung bisher standgehalten hat. Ein Rutsch hierunter wäre als charttechnisches Verkaufssignal einzustufen, wogegen ein Anstieg über den Bereich 1.200/1.208 charttechnisch positiv für den Goldpreis wäre und die Chancen auf einen neuen kurzfristigen Aufwärtstrend, der sich in den vergangenen Tagen angedeutet hat, erhalten würde. Übergeordnet aber ist weiter die Abwärtsbewegung intakt, was den Bullen Risiken aufbürdet. Eine Trendwende wäre erst ein Thema, wenn der Goldpreis zumindest die Hürden um 1.240/1.255 Dollar überwinden kann.







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