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publity: „Wir sind wieder ein prosperierendes Unternehmen“

Autor: Redaktion 4investors
15.01.2019

publity-Vorstand Thomas Olek im Gespräch mit der Redaktion von www.4investors.de. Bild und Copyright: publity.






2018 war für publity kein einfaches Jahr. Dies soll sich 2019 ändern. Im Gespräch mit der Redaktion von www.4investors.de erläutert publity-Vorstand Thomas Olek, welche Pläne es im neuen Jahr bei publity gibt. Olek spricht dabei über Kaufobjekte und Dividendenpläne. Auch seine Aktienkäufe und die Prognose sind Themen im Interview mit unserer Redaktion.


www.4investors.de: Nicht jeder Investor kennt publity. Stellen sie die Gesellschaft bitte in drei Sätzen vor.

Olek:
publity ist ein Asset Manager im Immobilienbereich. Das heißt, für unsere institutionellen Kunden erwerben wir Immobilien, heben in der laufenden Betreuung deren Wertpotenziale und veräußern diese Objekte dann wieder. Entlang dieser Wertschöpfungskette sind wir an erfolgreichen Ankäufen, dem laufenden Asset Management und gewinnträchtigen Verkäufen jeweils durch Honorare beteiligt. Die Gewinnbeteiligung macht uns natürlich besondere Freude. Zusätzlich zum Immobiliengeschäft engagieren wir uns – als zweites Standbein - – in der Aufbereitung und Verwertung notleidender Kredite, sogenannter NPLs. Oh weh, das waren jetzt mehr als drei Sätze, oder?

www.4investors.de: Welche Kaufobjekte sind für publity 2019 besonders interessant?

Olek:
Wir sind seit jeher spezialisiert auf Büroimmobilien in Deutschland. In diesem Segment verfügen wir über ein hervorragendes Netzwerk im Immobilienmarkt und bei den Verwertungsabteilungen der Banken sowie über eine eigene Datenbank mit mehreren tausend Objekten. Das ist ein echter Wettbewerbsvorteil vor allem im Ankauf und in der Vermietung. Deshalb finden wir immer noch attraktive Objekte und können diese weiter im Wert entwickeln. Auf diese Weise sind wir ein begehrter Partner für Investoren im Immobilienbereich, wollen diese Marktposition künftig punktuell aber auch für Investments aufs eigene Buch nutzen.

www.4investors.de: Als Bestandshalter ist publity bisher nicht aufgefallen. Das wird sich also künftig ändern?

Olek:
Wir wollen für publity einen Bestand an Büroimmobilien aufbauen. Durch die damit verbundenen laufenden Mieteinnahmen balancieren wir unser Geschäftsmodell noch mehr aus und glätten unseren Cashflow. Unsere Kernkompetenz, die Wertentwicklung von Büroimmobilien, werden wir natürlich auch beim eigenen Bestand ausspielen. Zusätzlich wollen wir übrigens auch als publity in NPLs investieren. Die finanzielle Basis, um unsere Eigeninvestments in beiden Geschäftsfelder umzusetzen, haben wir bereits geschaffen.

www.4investors.de: 2018 war für publity kein einfaches Jahr. Vor allem rund um eine Wandelanleihe, die bis 2020 läuft, gab es Irritationen. Ist da inzwischen alles ausgeräumt?

Olek:
Zum Glück ist publity wieder in ruhigem Fahrwasser und erfolgreich. Im intensiven Dialog mit den Investoren der Wandelanleihe und durch harte Arbeit haben wir die Situation bereinigt. Dazu haben unsere erfolgreiche Kapitalerhöhung, die attraktiven Immobilienverkäufe und unsere sehr positive operative Entwicklung entscheidend beigetragen. Ich darf entsprechend sagen, die operative Situation bei publity ist aktuell deutlich positiver als das Sentiment am Kapitalmarkt. Im Hinterkopf vieler Börsianer sind vor allem noch die Turbulenzen von Anfang 2018 präsent – was ich natürlich ein Stück weit nachvollziehen kann. Wer sich hingegen leidenschaftslos mit unseren Zahlen und den durchgeführten Maßnahmen beschäftigt, der kann erkennen, dass wir wieder ein prosperierendes Unternehmen sind.

www.4investors.de: Sie haben jüngst eine Kapitalerhöhung über 40 Millionen Euro durchgeführt. Wie viel „fire power“ für neue Deals haben sie 2019?

Olek:
Die Kapitalerhöhung hatte zwei Stoßrichtungen: Zum einen war ihre erfolgreiche Durchführung und mein Commitment als Vorstand und Großaktionär – ich habe den überwiegenden Teil der Kapitalerhöhung selbst gezeichnet – ein Signal an den Kapitalmarkt und vor allem für die Investoren der Wandelanleihe. Vor allem aber haben wir damit natürlich die Finanzgrundlage für unser Wachstum ausgebaut. Für unsere Aktivitäten im Asset Management benötigen wir keine zusätzliche „fire power“. Dort investieren wir das Geld unserer Kunden, wohl aber für den eigenen Bestandsaufbau. Wir wollen im laufenden Jahr dort einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag investieren. Die ersten beiden Büroimmobilien sind bereits gekauft.

www.4investors.de: Wo setzen sie 2019 besondere Akzente?

Olek:
Offen gestanden wollen wir schlicht da weiter machen, wo wir 2018 aufgehört haben: Werte von Immobilien steigern, NPL Portfolios strukturieren und aufbereiten und vor allem gute Deals im An- und Verkauf von Immobilien machen. Dass wir das auch in der aktuellen Marktlage können, haben wir hinreichend bewiesen. Unsere Erfolgsfaktoren im Einkauf – Netzwerk, Datenbank und Marktkenntnis – habe ich bereits geschildert. Im Verkauf sind wir begehrter Ansprechpartner für nahezu alle Immobilieninvestoren, die aktuell am deutschen Büroimmobilienmarkt aktiv sind. Bestes Beispiel dafür sind die börsennotierten Aktiengesellschaften wie Demire und Godewind, die beim Aufbau ihrer Portfolios auf Objekte aus dem von publity verwalteten Bestand und auf unsere Expertise bei der Objektsuche zurückgreifen.

www.4investors.de: Seit Dezember 2018 ist Frank Schneider Mitglied im publity-Vorstand. Welche Schwerpunkte wird „der Neue“ setzen?

Olek:
Ich bin sehr froh, dass wir mit Frank Schneider einen erfahrenen Immobilienexperten und nebenbei gesagt einen der renommiertesten Juristen im Bereich Immobilien- und Baurecht für publity als Vorstand gewinnen konnten. Er wird als Chief Operating Officer (COO) die weitere Verfeinerung unserer Prozesse und die erfolgreiche Umsetzung unseres Tagesgeschäfts verantworten. Das ist besonders relevant, wenn man wie publity die Geschäftsbasis wie geschildert weiter ausbaut. Perfekt ist natürlich, dass Frank Schneider publity bestens kennt, er hat uns bei vielen hundert Transaktionen in seiner vorherigen Funktion als Partner der größten deutschen Wirtschaftskanzlei begleitet. Entsprechend hat er im Unternehmen keinerlei Anlaufzeit gebraucht, sondern vom ersten Tag als Vorstand direkt Mehrwert geliefert.

www.4investors.de: In den vergangenen Wochen gab es viele Meldungen über ihre Aktienkäufe. Sie halten in der Zwischenzeit mehr als 60 Prozent an publity. Wie soll dies weitergehen? Welche Pläne haben sie mit ihrem Aktienpaket?

Olek:
Es stimmt, ich kaufe fleißig und sehr regelmäßig Aktien. In den vergangenen sechs Monaten habe ich rund 60 Millionen Euro in unser Unternehmen investiert, im Rahmen der Kapitalerhöhung und über sehr zahlreiche und umfangreiche Käufe an der Börse. Ich sehe das als langfristiges Investment in ein sehr gut aufgestelltes und günstig bewertetes Unternehmen. Insofern fühle ich mich mit meinem nahezu täglich größer werdenden Anteil am Unternehmen sehr wohl, möchte es langfristig halten und auch noch weiter ausbauen.

www.4investors.de: Mitte Dezember haben sie ihre Gewinnprognose sehr deutlich angehoben. Umsatz und Ergebnis könnten um bis zu 70 Prozent ansteigen. Zuvor gingen sie von maximal 30 Prozent aus. Das ist ein ziemlich großer Unterschied. Kann man das nur mit einem konservativen Ansatz begründen?

Olek:
Ein konservativer Ansatz ist die eine Sache – und glauben sie mir, wir haben alles getan, um den Mund bei der Prognose nicht zu voll zu nehmen – vor allem aber fußt unsere bereits zum zweiten Mal in wenigen Monaten deutlich angehobene Prognose auf der sehr positiven Entwicklung von publity im 2. Halbjahr 2018. Wir haben große, lukrative Verkäufe umsetzen können. Als die Tinte unter diesen Verträgen trocken war, haben wir die Prognose angehoben. Das halte ich für ein konservatives und angemessenes Vorgehen.

www.4investors.de: Analysten halten 2018 eine Dividende von 0,66 Euro für möglich. Können sie dem etwas abgewinnen?

Olek:
Sie sprechen den Research Report von First Berlin an, der vor unserer zweiten Prognoseanhebung veröffentlicht wurde. Natürlich wird die Hauptversammlung am 24. Mai 2019 über die Gewinnverwendung für 2018 entscheiden. Vorstand und Aufsichtsrat werden in der Einladung zur Hauptversammlung, die Anfang April veröffentlicht wird, einen Vorschlag dazu machen. Soweit die formelle Antwort.

Ich persönlich, und hier spreche ich nur als Aktionär, habe publity immer als Dividendenwert verstanden und hätte viel Sympathie für eine Ausschüttung mit Augenmaß nach der Dividendenpause im Jahr zuvor. Die Grundlage dafür hätten wir durch das erfolgreiche Jahr 2018. Ob wir so einen Gewinnverwendungsvorschlag formulieren, werden wir in den kommenden Wochen in Vorstand und Aufsichtsrat intensiv diskutieren. Bevor das nicht entschieden ist, verbieten sich selbstverständlich detailliertere Spekulationen zur möglichen Dividendenhöhe.

www.4investors.de: Vieles steht und fällt bei publity mit der Person Thomas Olek. Wie groß schätzen sie diese Gefahr ein?

Olek:
Es mag meiner Eitelkeit schmeicheln, wenn sie das so formulieren, in der Realität jedoch haben wir gerade in den vergangenen Monaten noch einmal viel dafür getan, damit diese Sicht nicht stimmt und eben kein umfangreiches Personenrisiko besteht. Mit Frank Schneider habe ich einen kompetenten und starken Vorstandskollegen an meiner Seite, unser Finanzressort wird ausgezeichnet von unserem Prokuristen Stephan Kunath geleitet, im Asset Management haben wir eine hervorragende zweite Führungsebene und ein kraftvolles Team. Dies gilt auch für alle weiteren Bereiche von publity. Als Großaktionär wäre ich ja auch wahnsinnig, wenn ich den ganz überwiegenden Teil meines Vermögens in ein Unternehmen investieren würde, das an einer einzigen Person hängt.

www.4investors.de: Bisher haben sie nach HGB bilanziert, künftig wollen sie für den Konzernabschluss IFRS anwenden. Warum? Und wie wird sich dies auswirken?

Olek:
Wir haben dem Kapitalmarkt und den Investoren zugehört. Deren Wunsch war ein Konzernabschluss nach IFRS, damit sie einen transparenteren Blick auf publity haben. Mit dem Konzernabschluss für 2018 bilden wir dann auch die Entwicklung unserer Tochtergesellschaften ab und dies nach internationalem Rechnungslegungsstandard. Letzteres war besonders unseren ausländischen Investoren wichtig. Diesem Wunsch des Kapitalmarktes kommen wir nach und ich verspreche mir langfristig davon auch eine noch bessere Sichtbarkeit und Akzeptanz von publity in der Financial Community. Eine Anmerkung noch zum Abschluss der Antwort: Die Umstellung auf einen Konzern-IFRS-Abschluss hat keine Auswirkungen auf unsere Prognose, die basiert auf der erfolgreichen operativen Entwicklung.

www.4investors.de: Was haben sie aus dem eher schwierigen Jahr 2018 für publity gelernt?

Olek:
Dass harte Arbeit sich auszahlt und dass ein solide arbeitendes Unternehmen dann auch gut durch temporäre Turbulenzen kommt. Wer hätte am Jahresanfang 2018 geglaubt, dass publity ein so erfolgreiches Jahr haben würde mit einer Gewinnsteigerung um mindestens 50 bis 70 Prozent. Trotzdem weiß ich, dass wir bescheiden und konservativ bleiben müssen und das werden wir auch.

www.4investors.de: Derzeit haben sie Assets under Management im Volumen von rund 4,6 Milliarden Euro. Wird 2019 die Marke von 5 Milliarden Euro geknackt werden?

Olek:
Wir wollen bescheiden bleiben und entsprechend fände ich es eine gute Leistung, wenn wir unsere Assets 2019 wie auch im abgelaufenen Jahr auf dem derzeit hohen Niveau stabil halten. Das aktuelle Preisumfeld am Immobilienmarkt nutzen viele unserer Kunden, um eher Objekte durch uns verkaufen zu lassen. Es spricht für unsere Expertise und Marktposition, dass wir diese sehr lukrativen Verkäufe auf der anderen Seite durch attraktive Zukäufe wieder auffüllen können. Denn wir kaufen selbstverständlich nicht um jeden Preis, weder für unsere Kunden noch für unseren Eigenbestand.

www.4investors.de: Können sie schon eine erste Prognose für 2019 abgeben?

Olek:
Ich bin mir sehr sicher, dass dieses Interview nicht der adäquate Rahmen ist, um eine Prognose für 2019 zu publizieren. Das werden wir per Ad-hoc-Mitteilung in den kommenden Monaten tun. Ich darf aber sagen, dass ich optimistisch bin und davon ausgehe, dass auch 2019 wieder ein gutes Jahr für publity wird. Die massive Gewinnsteigerung im vergangenen Jahr ist ein guter Ansporn für uns.







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