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„Mutares entwickelt sich zu einem europäischen Player“ - Exklusiv-Interview

Autor: Redaktion 4investors
21.12.2017

Mutares-CEO Robin Laik im Exklusivinterview mit der Redaktion von www.4investors.de. Bild und Copyright: Mutares AG.


Erfolgreicher Exit für die Mutares AG: Die Münchner Restrukturierungs-Experten haben die im Jahr 2014 erworbene Beteiligung A+F Automation + Fördertechnik GmbH für 20,5 Millionen Euro (plus möglichen Earn-out) an einen Fonds des Schweizer Industriepartners CGS veräußert und damit ein Money Multiple von mindestens 8,5 erzielt. „Die A+F ist für uns ein gelungenes Beispiel für eine erfolgreiche Neuausrichtung“, kommentiert Mutares-CEO Robin Laik im Exklusivinterview mit der Redaktion von www.4investors.de und bestätigt zugleich das mittelfristige Umsatzziel von 1,8 Milliarden Euro. Für die Mutares-Aktie sieht Laik eine starke Unterbewertung, insbesondere mit Blick auf die STS-Gruppe als Teil des Mutares-Konzerns.


www.4investors.de: Herr Laik, die Mutares AG hat ihre Beteiligung A+F Automation+Fördertechnik an einen Fonds des Schweizer Industriepartners CGS für 20,5 Millionen Euro veräußert. Warum haben Sie sich gerade jetzt von A+F getrennt?

Laik:
Die A+F ist für Mutares ein schönes Beispiel für einen rundum gelungenen Lebenszyklus im Portfolio. Mutares hat als Restrukturierungsexperte bei A+F sehr gute Resultate erzielt und damit die Beteiligung ideal für die nächste Entwicklungsphase positioniert. Wir freuen uns, dass wir mit CGS den perfekten Partner für das weitere Wachstum und die internationale Expansion der A+F gefunden haben.

www.4investors.de: Sie sprechen von „einem schönen Beispiel für eine erfolgreiche Neuausrichtung“. Wie sind Sie bei der Sanierung vorgegangen und was hat sich bei A+F seit dem Einstieg von Mutares im Jahr 2014 konkret verbessert?

Laik:
Seit die A+F 2014 Teil unseres Portfolios wurde, haben wir entsprechend unserem Turnaround-Programm konsequent auf strategische Optimierungshebel gesetzt und entsprechende Maßnahmen umgesetzt. Diese umfassten z. B. die Förderung von Innovationen – allein im vergangenen Jahr wurden sechs neue Maschinen entwickelt, die gezielte Stärkung und Festigung des Customer Relationship Managements und des Vertriebs, die Rückgewinnung von ehemaligen Bestandskunden und die Spezialisierung auf Zukunftstechnologien wie Industrie 4.0. Insgesamt ist die Firma nun nach etwas mehr als drei Jahren unter Mutares exzellent positioniert und für uns ein gelungenes Beispiel für eine erfolgreiche Neuausrichtung.

www.4investors.de: Sie haben ein Cash-Multiple von 8,5 bis 10 (inkl. Earn-out) erzielt. Wie zufrieden sind Sie mit diesem Verkaufserlös?

Laik:
In den vergangenen drei Jahren haben unser Beratungsteam und unsere Experten gezielte und strategische Maßnahmen eingeleitet, um A+F wieder zurück auf einen Wachstumspfad zu führen. Wir sehen diesen Verkaufserlös folglich als eine Bestätigung unserer Turnaround-Kompetenz und unseres Ansatzes bereits früh im Portfoliolebenszyklus die Weichen für zukünftiges Wachstum in unseren Beteiligungen zu stellen.

Dividenden sind „wichtiges Instrument”


www.4investors.de: Dürfen sich Ihre Aktionäre nun auf eine besonders attraktive Dividende freuen oder wollen Sie den Verkaufserlös direkt in neue Beteiligungen investieren?

Laik:
Wir sehen Dividenden weiterhin als wichtiges Instrument an, um unsere Aktionäre entsprechend am Erfolg von Mutares zu beteiligen. Die Schärfung unseres Investmentprofils im vergangenen Jahr folgt diesem Anspruch. Die bereits erfolgreich abgeschlossenen Add-on-Akquisitionen zu Plattformen wie der STS Gruppe und Balcke-Dürr fußten vornehmlich über entsprechende Investments aus den Plattformen selbst.

www.4investors.de: Sie sprechen die Plattform-Strategie an. Könnten Sie uns bitte am Beispiel STS erläutern, welche Vorteile sich für Mutares daraus ergeben?

Laik:
Unser geschärftes Investmentprofil konnten wir 2017 erfolgreich umsetzen. Speziell für die STS haben wir drei Zukäufe von operativen Einheiten mit Standorten in China, Mexiko, Brasilien und Frankreich abgeschlossen. So ist es uns gelungen, das Produktportfolio, die technologische Kompetenz und den globalen Footprint der STS Gruppe komplementär zu erweitern und die Voraussetzungen zu schaffen für die Etablierung als ein global führender Systemlieferant für Nutzfahrzeuge mit einem Umsatz von 400 Millionen Euro und 2.700 Mitarbeitern in 16 Werken.

www.4investors.de: Fürchten Sie im Gegenzug nicht auch ein Klumpenrisiko im Portfolio durch die Plattformstrategie?

Laik:
Unser Portfolio besteht aus fünf Industriesektoren, mit Beteiligungen in jeweils unterschiedlichen Phasen des Markt- und Portfoliolebenszyklus. Natürlich stellt die STS Gruppe aktuell unsere umsatzgemäß größte und damit werthaltigste Plattform dar. Mit unserer Strategie des Buy und Build ist unser Ziel daneben noch weitere Beteiligungen in ihrer Entwicklung zu unterstützen und strategische Zukäufe als Teil unseres Turnaround-Ansatzes und aktiven Portfoliomanagements zu etablieren.

www.4investors.de: Ende 2016 haben Sie den Anlagenbauer Balcke-Dürr übernommen und vor kurzem mit der Add-on-Akquisition von Donges Steeltec, einem der führenden Stahlbauunternehmen Deutschlands, verstärkt. Wie läuft die Sanierung bisher und sehen Sie auch Balcke-Dürr als Plattform für weitere Zukäufe?

Laik:
Wir sind sehr glücklich, mit Balcke-Dürr eine hochspezialisierte und exzellent positionierte Beteiligung in unser Portfolio übernommen zu haben. Mit dem Zukauf der Donges Steeltec haben wir nun gezeigt, dass die Sanierung der Gesellschaft bereits 2017 auf einem sehr guten Weg und bereit ist für anorganisches Wachstum und eine darüber hinaus gehende weitere Entwicklung.

www.4investors.de: Neben A+F haben sich in den ersten neun Monaten insbesondere Zanders und Elastomer Solutions sehr positiv entwickelt. Sind das auch die nächsten Exit-Kandidaten?

Laik:
Die Entwicklung bei Zanders und Elastomer Solutions sind für Mutares sehr erfreulich und zeugen vom Erfolg und der soliden Arbeit unserer Teams vor Ort. Mit Blick auf das Portfolio sind beide Beteiligungen sicher weit voran geschritten in ihrer Entwicklung und bereit für potentielle potenzielle nächste operative und strategische Schritte.

Vergleichbare Rahmenbedingungen in Italien und Frankreich


www.4investors.de: Mutares hat seit diesem Jahr einen neuen Standort in Italien. Zudem hat Mutares einen Schwerpunkt in Frankreich. Was macht diese beiden Märkte für Sie so interessant?

Laik:
Es ist richtig, dass Mutares sich allmählich zu einem europäischen Player entwickelt. Was Frankreich und Italien betrifft, so bieten beide Länder vergleichbare Rahmenbedingungen, um unser Geschäftsmodell und unseren Sanierungsansatz erfolgreich einzusetzen. Insofern war die Eröffnung des italienischen Büros nun ein logischer Schritt, um den Wachstumspfad der Mutares weiter zu untermauern.

www.4investors.de: Welche mittelfristigen Ziele haben Sie sich mit Mutares gesteckt?

Laik:
Unser Ziel ist es, wie bereits angekündigt, dass die Mutares 1,8 Milliarden Euro Umsatz erreicht und weiterhin als unternehmerische und operativ aktive Beteiligungsgesellschaft positioniert ist.

www.4investors.de: Ende September hat Mutares einen Net Asset Value von 322 Millionen Euro bzw. 20,78 Euro je Aktie ausgewiesen. Wie bewerten Sie den starken Abschlag der Aktie, die aktuell bei 14,37 Euro notiert und damit bis zum NAV ein Kurspotenzial von über 40 Prozent aufweist?

Laik:
Wir sehen für unsere Aktie eine starke Unterbewertung mit viel Potenzial nach oben, insbesondere mit Blick auf die STS-Gruppe als Teil der Mutares. Dies deckt sich auch mit den Einschätzungen der Analysten, deren Kursziele bei 20 Euro und darüber liegen. Maßgeblich für die Realisierung dieses Kurspotenzials trägt die Kommunikation mit Investoren und Marktteilnehmern bei. Unser Geschäftsmodell als an der Börse gelistete Beteiligungsgesellschaft mit einem Portfolio, das fünf Industriesektoren umfasst, und relevante Entwicklungen in unseren Beteiligungen wollen wir mit gezielten Kommunikationsmaßnahmen zukünftig detaillierter nach außen darstellen.

www.4investors.de: Mit welchen Erwartungen blicken Sie auf das Geschäftsjahr 2018?

Laik:
Für 2018 erwarten wir für Mutares weitere Transaktionen und die Fortsetzung unseres erfolgreich eingeschlagenen Wachstumspfades. Insbesondere durch unseren neuen Standort in Italien, die fokussierte Bearbeitung des skandinavischen Marktes und die Verstärkung unseres französischen Standortes erwarten wir zusätzliche Wachstumsimpulse. Wir blicken daher optimistisch auf 2018 und sind zuversichtlich, dass der Kapitalmarkt unsere operativen Erfolge auch honorieren wird.