VW holt sich Absage bei Kobalt-Ausschreibung für e-Autos

Nachricht vom 16.10.2017 16.10.2017 (www.4investors.de) - Das lässt tief blicken: Die Financial Times berichtet in ihrer englischsprachigen Online-Ausgabe vom vergangenen Samstag darüber, dass der weltgrößte Automobilkonzern VW (WKN 766400) bei dem Versuch gescheitert ist, sich langfristige Lieferungen mit Kobalt zu Fixpreisen sichern.

VW habe im vergangenen Monat eine Ausschreibung für einen Fünfjahresvertrag an Händler geschickt. Diese haben dem Unternehmen offenbar einen Korb gegeben. Die Konditionen seien zu weit von der Realität des aktuellen Marktes entfernt, zitierte die FT eine unbenannte Quelle aus Händlerkreisen. VW sei arrogant, weil es sich dies in der Vergangenheit leisten konnte, so die Quelle. Der Kobaltpreis ist in den zurückliegenden 12 Monaten um 80 Prozent gestiegen.

Arrogant oder nicht - das Problem für VW ist grundsätzlicher Art: Rund 60 Prozent des Kobalts stammt aus dem Kongo. Dort kontrollieren eine Handvoll Unternehmen die Produktion, insbesondere Glencore (WKN A1JAGV) und China Molybdenum. Hinzu kommt, dass bei kleineren Produzenten aus dem Land immer wieder Kinderarbeit im Spiel ist. Was also tun? Einerseits hat VW das Ziel ausgegeben, bis 2030 Marktführer bei e-Mobilität zu werden. Anderseits fehlen sichere und nachhaltige Quellen für das wichtige Rohmaterial Kobalt, das vor allem in Lithium-Ionen-Batterien verwendet wird. VW ist nicht alleine. Im Prinzip konkurrieren alle Automobilunternehmen einschließlich Tesla (WKN A1CX3T), BMW (WKN 519000) und Daimler (WKN 710000) um das wenige verfügbare Kobalt.

Welche Dimension das Problem hat, wird aus einer Rechnung deutlich, die die FT aufmacht: Bis 2030 möchte die VW Gruppe 70 Milliarden Euro in die e-Mobilität investieren und 300 Modelle auf den Markt bringen. Der erste vollelektrische Wagen soll 2019 verfügbar sein und schon 2020 will VW der größte Anbieter von e-Autos sein. Um seine hochfliegenden Pläne zu verwirklichen, bräuchte VW wohl 80 bis 130.000 Tonnen Kobalt, schätzen Händler. Die gesamte Produktion von Kobalt liegt weltweit derzeit aber nur bei rund 100.000 Tonnen pro Jahr, meist als Beiprodukt aus der Kupferproduktion.

Man braucht kein Hellseher zu sein um zu erfassen, dass Kobalt in der Rohstoffindustrie „the next big thing“ werden wird. Die Machtverhältnisse kehren sich glatt um. Hier könnte die Rohstoffindustrie, die in einer von digitalen Mehrwerten getriebenen Automobilindustrie oft und gerne an den (schmutzigen) Rand gedrängt wird, zurückschlagen. Automobilkonzerne gerade in Deutschland könnten schmerzlich lernen, dass mangelnde Rohstoffkompetenz ihr Geschäft vielleicht nicht unerheblich gefährdet. Es reicht eben nicht, Rohstoffbeschaffung der zuständigen Abteilung zu überlassen. Dieses Thema sollte auf Vorstandsebene diskutiert werden – und wird es wohl auch, spätestens, wenn die bevorstehende Beschaffungskrise offenkundig wird.

Ob die Rohstoffindustrie die Angebotslücke schnell genug schließen kann, darf nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre stark bezweifelt werden. Minen lassen sich nicht anschalten wie Wasserhähne. Es wird riesiger Investitionen bedürfen, um neue Kobaltlagerstätten zu entwickeln. Während es für deutsche Automobilhersteller nur schwer vorstellbar ist, sich direkt an Rohstoffunternehmen, geschweige denn an riskanten Explorationsunternehmen zu beteiligen, kennen chinesische Staatsunternehmen offenkundig weniger Scheu. Hier sei nur eine Transaktion aus jüngster Zeit genannt: Es passt in das Konzept des chinesischen Staatkapitalismus, dass sich Ganfeng Lithium Co. Ltd., einer der größten Lithiumproduzenten, soeben mit 1 Mio. CAD bei der winzigen kanadischen Explorationsunternehmen Explorex Resources Ltd. (CSE: EX) beteiligt. Das Unternehmen hat in der Nachbarschaft der Stadt „Kobalt, Ontario“ (nomen es omen!) mehrere frühere Minen im historischen Kobaltgürtel von Ontario erworben. Die Minen wurden im ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts überwiegend wegen ihres Gold- und Silbervorkommen ausgebeutet. Allerdings wurden auch Kobaltvorkommen mit Gehalten von oft mehreren Prozent mitabgebaut. Die neue Situation auf dem Kobaltmarkt dürfte diese Projekte aus ihrem hundertjährigen Dornröschenschlaf wecken. Wir werden das Unternehmen auf Goldinvest.de demnächst im Detail vorstellen.


Folgen Sie uns auf Facebook: https://www.facebook.com/goldinvest.de/
Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter: http://www.goldinvest.de/newsletter
Besuchen Sie uns auf YouTube: https://www.youtube.com/user/GOLDINVEST

Die Inhalte von www.goldinvest.de und allen weiteren genutzten Informationsplattformen der GOLDINVEST Consulting GmbH dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine wie immer geartete Handlungsaufforderung dar. Weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Des Weiteren ersetzten sie in keinster Weise eine individuelle fachkundige Anlageberatung, stellen vielmehr werbliche / journalistische Texte dar. Leser, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Der Erwerb von Wertpapieren birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die GOLDINVEST Consulting GmbH und ihre Autoren schließen jedwede Haftung für Vermögensschäden oder die inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Artikel ausdrücklich aus. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungshinweise.

Laut §34b WpHG möchten wir darauf hinweisen, dass Partner, Autoren und/oder Mitarbeiter der GOLDINVEST Consulting GmbH Aktien der erwähnten Unternehmen halten können oder halten und somit ein Interessenskonflikt bestehen kann. Wir können außerdem nicht ausschließen, dass andere Börsenbriefe, Medien oder Research-Firmen die von uns besprochenen Werte im gleichen Zeitraum besprechen. Daher kann es in diesem Zeitraum zur symmetrischen Informations- und Meinungsgenerierung kommen. Ferner kann zwischen den erwähnten Unternehmen und der GOLDINVEST Consulting GmbH direkt oder indirekt ein Beratungs- oder sonstiger Dienstleistungsvertrag bestehen, womit ebenfalls ein Interessenkonflikt gegeben sein kann.

Mehr zum Thema: Realtime Goldpreis und Gold-News | Realtime Silberpreis und Silber-News


(Werbung)
PfeilbuttonOhne Depotgebühren. Mit Kosten-Airbag. Das Wertpapierdepot der MERKUR BANK.

4investors Exklusiv-Berichte und Interviews:
PfeilbuttonPNE Wind: Lesser sieht „attraktive Opportunitäten für Zukäufe“
PfeilbuttonIPO-Kandidat STEMMER IMAGING AG: „Wir wollen den europäischen Markt weiter konsolidieren“
Pfeilbuttonwallstreet:online: Kryptowährungen und ein App-Juwel
Pfeilbuttonwindeln.de: Nachhaltiges und profitables Wachstum als Ziel


Werbung

Weitere Nachrichten zu Rohstoff-Unternehmen

16.02.2018 - FYI Resources mit Spitzenwerten für effiziente HPA-Extraktion
16.02.2018 - Zinkangebot bleibt knapp – Zinkpreis bleibt hoch
15.02.2018 - Harte Gold verdreifacht Goldressource der Sugar Zone!
15.02.2018 - Mawson Resources schließt Goldcorp-Platzierung ab
15.02.2018 - TriStar Gold sichert sich Hilfe von Top-Senior-Beratern
14.02.2018 - FYI Resources nimmt 3 Mio. AUD für HPA-Entwicklung auf
13.02.2018 - M2 Cobalt startet Kobaltexploration in Uganda
13.02.2018 - Tristar Gold will auf’s Radar der großen Goldproduzenten
12.02.2018 - Lucapa Diamond: Erste Diamanten aus Lesotho
09.02.2018 - Arctic Star: Über 100 Kilometer Messlinien auf Timantti Projekt in Finnland
09.02.2018 - Zum ersten Mal seit 5 Jahren: ETFs halten Gold für über 100 Mrd. USD
08.02.2018 - Stärkerer US-Dollar: Gold unter Druck
07.02.2018 - Mawson Resources: Goldcorp steigt groß ein!
07.02.2018 - Trigon Metals: Ressource und PEA der Kombat-Mine verbessert
07.02.2018 - Explorex: Vielversprechende Daten vom Silver Dollar-Projekt
06.02.2018 - Arctic Star entdeckt dritten Kimberlit neben Black und White Wolf
06.02.2018 - Bonterra legt wieder los: bis zu 26,7 g/t Gold pro Tonne erbohrt!
06.02.2018 - M2 Cobalt – Das Silverside-Projekt wird vergrößert
05.02.2018 - Gold wird die Januargewinne zunächst halten
05.02.2018 - Orinoco Gold - Turnaround-Goldstory des Jahres?


Weitere Nachrichten aus der 4investors-Redaktion

16.02.2018 - First Sensor übertrifft Ziele für 2017
16.02.2018 - artec: Der nächste Großauftrag
16.02.2018 - Bitcoin Group: FDP-Politiker Schäffler legt Mandat nieder
16.02.2018 - Westag + Getalit verzeichnet Belastungen im Ergebnis
16.02.2018 - Eyemaxx verzeichnet Gewinnplus
16.02.2018 - Volkswagen: Zweistelliger Zuwachs im Januar
16.02.2018 - TTL erreicht die Gewinnzone
16.02.2018 - Pfeiffer Vacuum legt Zahlen für 2017 vor
16.02.2018 - Vossloh setzt ab 2019 auf Belebung in China
16.02.2018 - adesso: 2017 besser als erwartet


4investors Chartanalysen

16.02.2018 - QSC Aktie: Bodenbildung voraus?
16.02.2018 - Paragon Aktie: Kommt jetzt die Kursrallye?
15.02.2018 - Wirecard Aktie: „Insiderkauf” beflügelt! Durchbruch nach oben?
15.02.2018 - Aixtron Aktie: Die nächsten Kaufsignale sind möglich!
15.02.2018 - 4SC Aktie: Was ist hier los?
14.02.2018 - Steinhoff Aktie: Neue Sorgen!
14.02.2018 - Heidelberger Druck Aktie vor Comeback? Das muss passieren!
13.02.2018 - Bitcoin Group Aktie: Nur eine Pause vor dem nächsten Kursschub?
13.02.2018 - Amazon Aktie: Entscheidende Phase!
13.02.2018 - Deutsche Bank Aktie: Erholungsrallye voraus?


4investors Analystenmeinungen

16.02.2018 - HHLA: Hochstufung treibt den Kurs an
16.02.2018 - Freenet: Ein weiteres Plus
16.02.2018 - Wirecard: Große Skepsis
16.02.2018 - ThyssenKrupp: Kaufen nach den Quartalszahlen
16.02.2018 - BB Biotech: Positives Umfeld
16.02.2018 - Allianz: Erwartungen werden reduziert
16.02.2018 - K+S: Neue Impulse
16.02.2018 - Software AG: Ein Verkaufsvotum
16.02.2018 - Daimler: Neue Impulse möglich
16.02.2018 - Hella: Nach dem Kapitalmarkttag


4investors Kolumnen

16.02.2018 - Lufthansa Aktie: Mittelfristiger Abwärtstrend bleibt intakt - UBS Kolumne
16.02.2018 - DAX: Erholung setzt sich nur zögernd fort - UBS Kolumne
15.02.2018 - Übernahme- und Fusionsfieber - Commerzbank Kolumne
15.02.2018 - Vierte Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank wird immer wahrscheinlicher- National-Bank Kolumne
15.02.2018 - Daimler Aktie: Erholung könnte sich fortsetzen - UBS Kolumne
15.02.2018 - DAX: Die Kursschwankungen bleiben hoch - UBS Kolumne
14.02.2018 - US-Einzelhandel: Kälte als Belastungsfaktor - Nord LB Kolumne
14.02.2018 - Deutsches BIP wächst 2017 um 2,2% – Boom setzt sich im ersten Halbjahr fort - Nord LB Kolumne
14.02.2018 - USA: Neue Pläne für Handelshemmnisse? - National-Bank Kolumne
14.02.2018 - In Großbritannien verharrt die Inflationsrate im Januar bei 3% - Commerzbank Kolumne

Werbung

All Right Reserved by minimalthemes - ©2018 Stoffels & Barck GbR