Aktueller BerichtKarlsberg Brauerei: Auf dem Heimatmarkt punkten10.09.2012 (www.4investors.de) - Die Karlsberg Brauerei will ihr Wachstum weiter beschleunigen und begibt zu diesem Zweck eine Anleihe. Das Karlsberger Wertpapier, das an der Börse Frankfurt voraussichtlich bis zum 21. September gezeichnet werden kann, ist mit einem jährlichen Kupon von 7,375 Prozent ausgestattet und hat ein Volumen von bis zu 30 Millionen Euro. Christian Weber, Generalbevollmächtigter der Karlsberg Brauerei, sowie Finanzprokurist Ralph Breuling stellen sich zum Zeichnungsstart den Fragen der Redaktion von www.4investors.de.
www.4investors.de: Sie wollen mit dem frischen Geld aus der Anleihe Investitionen tätigen. Was planen sie genau? Christian Weber: Wir werden das Wachstum unserer starken, strategischen Marken Karlsberg, Mixery und Gründel’s Alkoholfrei forcieren und die operative Ertragsverbesserung der letzten Jahre nochmals beschleunigen. Konkret bedeutet das: Investitionen in die Gastronomie gekoppelt mit Lieferverträgen, Distributionsausweitung im Einzelhandel, gezielte geografische Expansion, Erschließung neuer Märkte sowie Investitionen in Technologien zur Produktivitätssteigerung. Entsprechende Aktivitäten werden bereits seit 2011 umgesetzt und sind mit kurzfristigen Darlehen finanziert. Einen Teil des Emissionserlöses werden wir einsetzen, um diese Darlehen abzulösen. www.4investors.de: Bei Ihrer Anleihe offerieren Sie einen Zins von 7,375 Prozent. Das ist hoch im Vergleich zu anderen Anleihen aus der jüngsten Vergangenheit. Wieso? Ralph Breuling: Zum einen liegen wir mit diesem Kupon im Durchschnitt der Emissionen des laufenden Jahres. Zum anderen haben wir intensive Beratungsgespräche mit der uns in diesem Prozess begleitenden Bank, der IKB Deutsche Industriebank, geführt und andere Anleihen aus dem Konsumgüterbereich eingehend analysiert. Darüber hinaus haben wir den Kupon natürlich auch mit Alternativfinanzierungen verglichen. Das Resümee ist eben dieser Zinssatz. www.4investors.de: Ist die Anleihe besichert? Ralph Breuling: Das Karlsberg Wertpapier ist eine unbesicherte, gleichrangige Teilschuldverschreibung. Wir haben unsere Anleihe jedoch mit über das Übliche hinausgehenden Covenants ausgestattet. Neben Kontrollwechsel, Drittverzug, Negativerklärung und Gleichrang haben wir uns zu Bruttoverschuldungsbegrenzung, Mindesteigenkapitalquote sowohl für die Brauerei als Emittentin als auch für die Holding und Ausschüttungsbegrenzung verpflichtet. Wir haben also ein attraktives Paket für die Anleger geschnürt, die unsere bereits seit 1878 erfolgreich im Markt befindliche Brauerei auf dem Weg in die Zukunft begleiten möchten. www.4investors.de: Gibt es nach dem alkoholfreien Bier und den Mixgetränken einen neuen Trend am Markt? Christian Weber: Es kristallisierten sich in der Vergangenheit stets Trends heraus und so wird es auch in der Zukunft neue Entwicklungen geben. Wichtig ist, dass man diese Trends frühzeitig erkennt, besser noch, wenn man sie antizipiert und selbst zum Trendsetter wird. So wie es Karlsberg seinerzeit als Pionier der Biermischgetränke mit Mixery gemacht hat. Deswegen haben wir bei den Cola-Bieren ja auch die Pole Position. Wichtig ist natürlich ebenso, mit schlanken Strukturen äußerst schnell und flexibel agieren zu können. Da haben wir als Familienunternehmen mit kurzen Entscheidungswegen einen Vorteil. Wir gelten in der Branche nicht vergeblich als Innovationsbrauerei und werden diesem Ruf auch in Zukunft gerecht werden. www.4investors.de: Sie wollen nach eigener Aussage im gesamten Segment Biermischgetränke die Nummer Eins werden. Welche strategischen Schritte sind dafür nötig? Christian Weber: Bitte sehen sie mir nach, dass ich jetzt hier nicht en Detail unsere Markenstrategien offenlegen werde. Aber so viel sei gesagt: Wir werden unsere erfolgreichen Maßnahmen, die individuell auf die Zielgruppen eingehen und kein Einbahnstraßen- sondern vielmehr Dialogmarketing sind, intelligent feinjustieren und ausbauen. Wir haben eine Menge gelernt in den vergangenen Jahren, sind mit Micromarketing bestens vertraut und setzen auf die Kraft des Dialogs mit unseren Zielgruppen. www.4investors.de: Sie sind in mehr als 50 Ländern vertreten. Wohin soll die Expansion als nächstes führen? Christian Weber: Der Biermarkt ist zunächst einmal ein sehr regionaler Markt. Das sieht man alleine daran, dass es in Deutschland über 1.300 Brauereien gibt. Und Deutschland ist nach wie vor ganz klar in der Weltspitze des Bierabsatzes. Vor allen Dingen auf dem Heimatmarkt wollen wir mit unseren starken Marken punkten. Hier existieren derzeit drei große Trends: hin zu Regionalität, Szenegetränken und alkoholfreien Bieren. Alle drei Trends bedienen wir mit unseren strategischen Marken und treffen den Verbrauchergeschmack. Deswegen wachsen wir auch entgegen der allgemeinen Marktentwicklung. Im Ausland sind wir ebenso im Markengeschäft tätig, in erster Linie aber mit Handelsmarken unterwegs. Karlsberg Produkte gibt es auf allen fünf Kontinenten. Wie in der Vergangenheit werden wir auch künftig mit Geschick und Schnelligkeit die sich im Ausland bietenden Opportunitäten nutzen. www.4investors.de: Kann man sie als Übernahmekandidaten sehen? Christian Weber: Nein. Karlsberg ist und bleibt zu 100 Prozent in Familienhand. Als familiengeführtes Traditionsunternehmen sind wir bereits seit 134 Jahren erfolgreich im Markt. www.4investors.de: Mitbewerber klagen über hohe Kosten, vor allem bei der Energie, bei den Rohstoffen und beim Personal. Wie ist die Situation bei der Karlsberg Brauerei? Ralph Breuling: Im Jahr 2011 gab es tatsächlich deutliche Rohstoffpreissteigerungen. Wir konzentrieren uns zum einen darauf, den Anteil unseres wesentlich margenstärkeren Markengeschäfts kontinuierlich zu erhöhen und das taktische Segment Handelsmarken sukzessive zurückzufahren. Zum anderen ist es uns zeitverzögert in diesem Jahr gelungen, Preiserhöhungen im Markt durchzusetzen. Darüber hinaus bietet unser laufender Betrieb noch viele Möglichkeiten, effizienter zu werden. Bereits im vergangenen Jahr haben wir beispielsweise in eine höhere Energieeffizienz unseres Produktionskreislaufes investiert und eine Biogasturbine eingebunden, durch die wir wesentliche Kosteneinsparungen erreichen. Rund 40 Prozent des benötigten Stroms erzeugen wir aktuell bereits in Eigenregie. Und wir werden weiter in technologische Erneuerungen investieren. www.4investors.de: Zum Halbjahr 2012 liegt die Karlsberg Brauerei bei Absatz und Umsatz über Planniveau. Welche Ziele gibt es für 2012? Ralph Breuling: Wir werden unsere wirtschaftlichen Ziele ebenso umsetzen wie die strategischen. Mit einem konsequenten Fokus auf unsere strategischen Marken können wir die operative Ertragsverbesserung der vergangenen Jahre weiter beschleunigen. www.4investors.de: 2008 machten sie einen Umsatz von rund 200 Millionen Euro, 2011 waren es 161,8 Millionen Euro. Wie ist dieser rückläufige Trend umkehrbar? Ralph Breuling: Wir haben in den letzten Jahren gezielt unser Beteiligungsportfolio bereinigt und dabei unrentable Unternehmensbereiche oder Geschäftsteile aufgegeben oder verkauft. Daraus resultiert der Rückgang des Umsatzvolumens. 2008 war im Übrigen unser bislang letztes Verlustjahr. Seitdem hat sich unsere Ertragssituation nachhaltig positiv entwickelt. So stieg das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf 14,4 Millionen Euro im vergangenen Jahr, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf 4,9 Millionen Euro und der Jahresüberschuss ist im Vergleich zu 2009 um über 130 Prozent im Plus für 2011 und beläuft sich auf 1,6 Millionen Euro. ( Autor: js ) (Ads) Aus 10.000 EUR wurden mit TREND-AKTIEN 118.311 EUR…!? GRATIS-Ebook: Die 7 Todesfallen beim Aktien-Kauf?Diesen Artikel teilen:
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