Aktueller Bericht
Scan Energy: Sonne bringt mehr als Wind03.12.2009 - Karsten Olsen, der Vorstandschef des Börsenkandidaten Scan Energy, berichtet im Gespräch mit www.4investors.de über seine Roadshow. Er macht deutlich, wie und wo sein Unternehmen weiter wachsen will. Die USA sind dabei kein Thema für ihn, auf eine Dividende können Investoren zunächst offenbar nicht hoffen.
www.4investors.de: Scan Energy ist ein dänisches Unternehmen, die operative Zentrale hat ihren Sitz im deutschen Hamburg – wieso existiert diese Konstruktion?
Olsen: In Dänemark liegen unsere Wurzeln, dort haben wir das Unternehmen 2003 gegründet. Wir haben dort aktuell zwei kleinere Büros in Dybvad und Kopenhagen. Deutschland ist jedoch bei weitem unser größter und bedeutendster Markt und hier steht auch der Großteil unserer Anlagen. Hamburg ist ein wichtiger Standort für Unternehmen aus dem Sektor der erneuerbare Energien, hier sind wir nah bei unseren Partnern und Lieferanten.
www.4investors.de: Sie waren in den vergangenen Tagen auf Roadshow. Welches war dabei die bemerkenswerteste Erkenntnis für sie?
Olsen: Wir haben eine Vielzahl von Gesprächen mit Investoren in rund einem Dutzend europäischer Städte geführt, darunter natürlich die wichtigsten europäischen Finanzplätze wie London, Frankfurt, Paris und Zürich. Mit den Rückmeldungen, die wir von potentiellen institutionellen Investoren erhalten haben, können wir bislang zufrieden sein. Insbesondere die planbaren Cashflows aus unserem diversifizierten Portfolio von Wind- und Solarenergieanlagen sowie die Wachstumschancen in Polen und Italien treffen bei den Investoren auf Interesse.
www.4investors.de: Die Preisspanne beim Börsengang von 9,00 Euro bis 13,00 Euro hat Beobachter enttäuscht. Hat die Dubai-Krise bessere Preise verhindert?
Olsen: Wir glauben, dass die Preisspanne das aktuelle Marktumfeld angemessen widerspiegelt und eine attraktive Investmentchance bietet. Scan Energy wird als erster unabhängiger Energieerzeuger, der sich ausschließlich auf Windkraft und Solarenergie konzentriert, an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert sein.
Die Dubai-Krise hat sicherlich einen gewissen Einfluss auf die allgemeine Stimmung im Markt, ich will aber an dieser Stelle nicht weiter spekulieren. Scan Energy hat in der Golfregion kein Geschäft.
www.4investors.de: Fast gleichzeitig erfolgt in diesen Tagen der Börsengang von Concessions. Merken sie dies bei den Investoren, ergeben sich dadurch Probleme für sie?
Olsen: Scan Energy wird als erster unabhängiger Energieerzeuger, der ausschließlich im Bereich Windkraft und Solarenergie tätig ist, in Frankfurt notiert sein. Hochtief Concessions hingegen ist im Infrastrukturgeschäft tätig. Dies sind völlig unterschiedliche Geschäftsmodelle, und Hochtief Concessions spielt in unseren Gesprächen mit Investoren keine Rolle.
www.4investors.de: Ihre Arbeitsfelder sind der Wind und die Sonne. Wo gibt es die besseren Margen, wo liegt für Scan Energy die Zukunft?
Olsen: Unser diversifiziertes Portfolio bringt uns erhebliche Vorteile. Es reduziert Umsatzschwankungen und ermöglicht uns eine optimale Präsenz in unterschiedlichen Märkten und Vergütungssystemen. So können wir durch unsere Diversifikation in Wind- und Solaranlagen unsere Umsätze auch im Winter vergleichsweise stabil halten, wenn die Sonneneinstrahlung gering ist. An der MW-Leistung gemessen bringt ein MW Solarenergie bessere Renditen, so dass wir mit vergleichsweise geringerer Solarkapazität unsere Windkapazität im Portfolio ausbalancieren können.
In den ersten 9 Monaten unseres Geschäftsjahres 2009 erzielten wir im Solargeschäft höhere Erträge, dies bestätigt unsere Diversifikationsstrategie, mit der wir im Jahr 2006 begonnen haben. Allerdings sollte man auch erwähnen, dass das Windaufkommen in 2009 bisher unterdurchschnittlich war.
www.4investors.de: Planen sie die Ausdehnung auf weitere regenerative Energien?
Olsen: Nein, wir werden uns weiterhin auf unsere Kernkompetenzen Wind und Solar konzentrieren. Wir sind überzeugt, dass es in naher Zukunft für uns zahlreiche Geschäftsoptionen in diesen Marktsegmenten gibt.
www.4investors.de: Mit dem frischen Kapital wollen sie unter anderem Verbindlichkeiten begleichen. Wenn der Börsengang jetzt nicht erfolgen könnte, was würde dann mit Scan Energy geschehen?
Olsen: Mit der geplanten Börsennotiz wollen wir Kapital zur Finanzierung unseres weiteren Wachstums aufnehmen. Mit den Einnahmen aus dem Börsengang wollen wir den Ausbau unserer Kapazität, die Erweiterung unserer aktuellen Projekt-Pipeline und die Rückzahlung eines Unternehmenskredites finanzieren. Der Börsengang ist hierfür unser bevorzugter Weg, wir haben jedoch noch weitere Alternativen.
www.4investors.de: In den kommenden drei Jahren ist bei Scan Energy eine Verdopplung der Produktionsleistungen geplant. Welches Investitionsvermögen setzt dies voraus? Und wie wollen sie dabei künftig eine entsprechende Qualität und Kontrolle gewährleisten?
Olsen: Wir planen, unsere Kapazität innerhalb der nächsten drei Jahre um rund 750 MW auszubauen. Das Investitionsvolumen ist dabei abhängig von den Projekten, die wir akquirieren werden, daher ist dies schwer vorherzusagen. In der Auswahl neuer Projekte verfolgen wir einen strikten und konsistenten Ansatz, um eine hohe Qualität sicherzustellen.
www.4investors.de: Haben sie Interesse an der Akquisition von Zulieferern, um ihre Wertschöpfungskette zu vervollständigen?
Olsen: Wir bedienen bereits die gesamte Wertschöpfungskette bei erneuerbaren Energien mit Ausnahme des Anlagenbaus. In diesen Bereich werden wir aus guten Gründen auch nicht expandieren. Wir haben darüber hinaus auch keine unmittelbaren Akquisitionspläne.
www.4investors.de: Bleibt Scan Energy unabhängig oder haben schon Interessenten an ihre Türe geklopft?
Olsen: Scan Energy hat aus unserer Sicht großes Potenzial, der europäische Marktführer unter den börsennotierten unabhängigen Erzeugern erneuerbarer Energie zu werden. Wir haben eine starke unternehmerische Kultur und wir sind überzeugt, dass sich dies für unsere aktuellen und zukünftigen Anteilseigner auszahlen wird.
www.4investors.de: Sind die USA für Scan Energy ein Thema?
Olsen: Wir haben langjährige Expertise in den europäischen Märkten, hier stehen alle unsere Anlagen. Daher möchten wir uns auch zukünftig auf die europäischen Märkte konzentrieren.
www.4investors.de: Derzeit macht Scan Energy noch hohe Verluste. Können Anleger, wenn das Unternehmen künftig schwarze Zahlen schreibt, mit einer Dividende rechnen oder werden diese Gelder reinvestiert?
Olsen: Wir planen, unsere Kapazität innerhalb den nächsten drei Jahre um 750 MW auszubauen. Danach werden wir vermutlich weiteres Kapital für die nächsten Wachstumsschritte aufnehmen. Anschließend sollten wir ausreichende Free Cashflows generieren, um den Aktionären eine Dividende zahlen zu können.
( js )
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