KolumnenCommerzbank – Börsencompass: 8. August 201208.08.2012 - Disclaimer: Der nachfolgende Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!
Konjunktur / Rentenmärkte Erstklassige Staatsanleihen kamen gestern trotz schwächer als erwarteter Konjunkturdaten deutlich unter Druck. Selbst der kräftige Rückgang der Auftragseingänge im Produzierenden Gewerbe (-1,7% M/M nach +0,7% M/M, siehe auch Topthema) in Deutschland im Juni konnte Bundesanleihen nicht stützen. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen stieg auf 1,49% an, den höchsten Stand seit Anfang Juli. Mitunter wurde schon für die heutige Aufstockung der 10-jährigen Bundesanleihen um 4 Mrd. EUR in den Depots Platz gemacht und Bundesanleihen verkauft. Die EWU-Peripherie erholte sich dagegen tendenziell weiter, außer im kurzen Laufzeitenbereich. Der EUR hielt sich bei fast 1,24 USD. Die EU-Kommission bekräftigte gestern, dass sie an den ausgehandelten Schuldenzielen für Griechenland festhalte. Griechenland hat sich verpflichtet, die Staatsverschuldung innerhalb der nächsten 8 Jahre auf 120% des BIP (2012: 161%) zu drücken. Am Montag schrieb das Wall Street Journal, dass der IWF die Schuldenlast Griechenlands reduzieren möchte. Erfolgreich konnte gestern das hochverschuldete Land 812,5 Mio. EUR am Geldmarkt mit einer Laufzeit von 26 Wochen aufnehmen. Die Rendite betrug 4,68%, etwas weniger als bei der letzten Auktion (4,70%). Griechenland benötigt dringend Kapital, da es am 20. August eine Anleihe mit nominal 3,1 Mrd. EUR zuzüglich Zinsen zurückzahlen muss und keine Barreserven mehr hat. Die nächste Zahlung von Hilfskrediten erfolgt erst im September. Aktienmärkte An den europäischen Aktienmärkten ging es gestern bei überdurchschnittlichen Volumina aufwärts. Weiterhin ist die Hoffnung auf geldpolitische Unterstützung das Thema am Markt. Die EZB hat das Worst-Case-Szenario eines Zusammenbruchs des Euro unwahrscheinlicher werden lassen, so dass sich dies in einer höheren Bewertung widerspiegelt. Dass die Makrodaten aus Italien und die Auftragseingänge der deutschen Industrie schwach ausfielen störte den Markt nur kurz. Der italienische MIB ging genau wie der spanische IBEX mit +2,2% aus dem Handel, während sich der Dax mit einem „mageren“ Anstieg von +0,7% zufrieden geben musste. Den britischen Markt (+0,5%) belastete der Kurseinbruch bei Standard Chartered (-16%), die unter dem Verdacht auf Bruch des US-Embargos bei Geschäften mit dem Iran litten. Auf Branchenseite waren wie bereits in den vergangenen Tagen defensive Sektoren nicht gefragt (Nahrungsmittel -0,2%), während zyklische Sektoren wie Grundstoffe (+2,2%) und Energie (+2,3%) weiter aufholen konnten. An den US-Märkten sorgten Aussagen eines Fed-Mitglieds für Hoffnungen auf weitere geldpolitische Maßnahmen und damit für Kurssteigerungen. Die Tageshochs konnten dabei allerdings nicht gehalten wer-den. Auf Branchenseite führten, wie schon in Europa, Grundstoff (+1,1%) und Energiewerte (+1,2%) die Gewinner an, während defensive Sektoren wie Versorger (-1%) Nahrungsmittel (-0,4%) und Healthcare (-0,1%) nachgaben. An den asiatischen Märkten überwiegen heute Morgen leichte Pluszeichen. Der japanische Markt profitiert dabei vom schwächeren Yen. Insgesamt halfen auch in Asien weiterhin Hoffnungen auf die Unterstützung der Notenbanken. Topthema des Tages: Scharfer Rückgang bei den deutschen Industrieaufträgen Die Auftragseingänge in der deutschen Industrie sind im Juni gegenüber Vormonat um 1,7% zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat haben sie sich um 7,8% reduziert. Damit liegt die Entwicklung der Industrieaufträge auf dem Kurs, den das Ergebnis der ifo-Umfrage vorgegeben hatte. Zur Jahresmitte war es hier zu einer deutlich verschlechterten Beurteilung der Auftragseingänge gekommen. Die deutsche Industrie bekommt aktuell die zusätzlichen Bremseffekte zu spüren, die aus einer Zuspitzung der EWU-Staatsschuldenkrise während des 2. Quartals resultieren. Sie haben die Rezession in den EWU-Peripherieländern in den vergangenen Monaten weiter verschärft. Darüber hinaus wirken auch die kontraktiven Kräfte in den Schwellenländern aus dem 1. Halbjahr noch nach. Was bedeuten die Daten nun für den weiteren Konjunkturverlauf in Deutschland? Nachdem die Industrieunternehmen ihre Produktion in den vergangenen Monaten trotz bereits rückläufiger Aufträge nur moderat verändert haben – also den Auftragsbestand abgearbeitet bzw. auch die Lagerhaltung bereits teilweise leicht aufgestockt haben – wird es in den nächsten Monaten hier zu einem spürbaren Tritt auf die Bremse kommen. Mit Blick auf den privaten Verbrauch und die Investitionen sind die Entwicklungen der wichtigsten verwendungsseitigen Komponenten zwar alles andere als typische Rezessionssignalgeber, zu einem Negativquartal (3. Quartal) wird es aber wohl kommen. Nach dem kräftigen Wachstum im 1. Quartal (+0,5% gg. Vq.) und einem moderaten Zuwachs im 2. Quartal (ca. 0,2% gg. Vq.) wirken die negativen Abstrahleffekte aus Südeuropa etwas später und längerfristig als zu Jahresanfang eingeplant. ( Autor: extern ) (Ads) Aus 10.000 EUR wurden mit TREND-AKTIEN 118.311 EUR…!? GRATIS-Ebook: Die 7 Todesfallen beim Aktien-Kauf?Diesen Artikel teilen:
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