Raiffeisen: Alphabet, ExxonMobil, Royal Dutch Shell und Staatsanleihen im Blickpunkt

Nachricht vom 01.02.2016 (www.4investors.de) - Die Märkte in Japan wurden heute Morgen von den Nachwirkungen der unerwarteten geldpolitischen Lockerung (negativer Notenbank-Einlagezins) geprägt: Während der Aktienmarkt weiter zulegte, sank die zehnjährige Anleiherendite weiter ab, auf ein Rekordtief von 0,06 %! USD/JPY konsolidiert dagegen unverändert knapp über 121. Die Euphorie betreffend Notenbank-Lockerung scheint anzustecken: Auch deutsche Staatsanleihen gingen am Freitag um rund 8 BP auf 0,33 % zurück (bei gleichzeitig starken Aktienmärkten), genauso wie in den USA. Zehnjährige US-Staatsanleiherenditen handeln heute Morgen auf ihren Freitags-Tiefs von 1,92 %. Die Datenwoche startet heute in den USA mit dem ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe: Nachdem der Indikator die letzten beiden Monate nur mehr knapp über 48 lag, deuten die regionalen Stimmungsumfragen für Jänner eine leichte Verbesserung an: Zwar sackte der Empire State Index auf ein 7-Jahrestief, aber sowohl der Philadelphia als auch der Richmond Fed Index konnten sich deutlich verbessern, und der Chicago PMI sprang am Freitag um 12,7 Punkte auf 55,6 nach oben. Ein Überschreiten der 50-Punkte Marke für den heutigen ISM ist allerdings unwahrscheinlich. Im weiteren Wochenverlauf folgen ADP-Beschäftigungsbericht und Dienstleistungs-ISM am Mittwoch, sowie der monatliche Arbeitsmarktbericht am Freitag. In der Eurozone werden heute die noch ausstehenden Industrie-PMIs für ES und IT veröffentlicht – wir erwarten für beide einen kleinen Rückgang. Am Staatsanleihemarkt emittiert heute Litauen.

Aktienmärkte
In der neuen Woche wird es an den Aktienmärkten abermals eine Reihe von wichtigen Informationen zu verarbeiten geben. Zum einen sind es die anstehenden Konjunkturdaten, welche sicherlich Einfluss ausüben werden. Schon heute wird der ISM Index für das Verarbeitende Gewerbe große Beachtung geschenkt bekommen. Zum anderen steht wieder eine Menge an Unternehmensergebnissen an. In den USA berichten u.a. Alphabet, Pfizer oder auch ExxonMobil. In Europa stehen beispielsweise Zahlen von BP, Royal Dutch Shell, Credit Suisse und BNP Paribas an. In Japan ist der Aktienmarkt heute wieder angestiegen. Der Nikkei 225 konnte um rund 2 % ansteigen. Die europäischen Börsen sollten heute positiv eröffnen können.

Credit
Letzte Woche platzierten 19 Emittenten Emissionen mit einem Gesamtvolumen von EUR 20,3 Mrd. auf dem Credit-Markt. Die Emittentengruppen ergaben ein ähnliches Bild als in den Vorwochen. SSA und Agencies repräsentierten 70 % der Emissionen der Vorwoche, während Financials für die restlichen 30 % verantwortlich zeichneten (75 % davon waren Covered Bonds). Die Laufzeiten passten sich weiter an die Investorenwünsche nach weniger Duration an. Nur 16 % der Emissionen hatten eine Laufzeit von 10 Jahren oder mehr. Ein Vergleich zur Jänner Performance des Vorjahres zeigt, dass der Emissionsrückgang im Unternehmensanleihen Segment am deutlichsten ausfiel. Während in diesem Bereich im Jänner 2015 noch EUR 30,3 Mrd. platziert wurden, waren es im ersten Monat dieses Jahres lediglich EUR 5,5 Mrd. (-82 % p.a.). Die Financial Emissionen gingen zum Vorjahresvergleich ebenfalls um 32,9 % zurück trotz eines Anstieges im Covered Bond Segment von 13,8 %. Lediglich das SSA und Agency Segment platzierte mehr gegenüber dem Vorjahr (4,4 %). Am Sekundärmarkt stabilisierten sich die iTraxx Indizes letzte Woche bei weiterhin hoher Volatilität.

China
Das Staatliche Amt für Statistik veröffentlichte heute Morgen die Daten zu den offiziellen Einkaufsmanagerindizes. Dabei verzeichnete das verarbeitende Gewerbe einen Wert von 49,4 für den vergangenen Monat Januar und liegt somit leicht unter den Markterwartungen (Konsensus-Schätzung: 49,6). Ein genauer Blick auf die Subindizes lässt erkennen, dass unter anderem die Komponenten Beschäftigung (47,8) sowie neue Exportaufträge (46,9) schlecht ausfielen. Demgegenüber konnte das Dienstleistungsgewerbe mit einem Wert von 53,5 (Vormonats wert: 54,4) seinen Expansionskurs weiterhin fortsetzen. Der ebenfalls heute Morgen veröffentlichte Caixin Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe belief sich auf 48,4 (Konsensus-Schätzung: 48,1). Chinesische Aktien reagierten daraufhin durchwegs negativ. Sowohl in Hongkong als auch an den Festlandmärkten verbuchen diese seit heutigem Handelsbeginn Kursverluste.

Zentraleuropa / Osteuropa
- CZ: PMI im Jänner wahrscheinlich niedriger
- CZ: Rusnok: „CNB hat ausreichend Munition für Exit“
- PL: PMI nach Jänner auf gut über 50 erwartet
- RO: Staatliches Budgetdefizit von 1,5 % des BIP in 2015
- RU: CBR unterließ Zinssenkung, mögliche Straffung angedeutet
- HR: Industrieprodukten wuchs um 2,6 % p.a. in 2015
- RS: Träge Industrieproduktion im Dezember
- UA: Ukrainisches Parlament verzögert Verfassungsänderung


Disclaimer: Dieser Text ist eine Kolumne der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB). Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: Royal Dutch Shell | WKN: 907505 | ISIN: NL0000009470 | Branche: Erdoelfoerderung und -Verarbeitung, Rohstoffe




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