National-Bank: Überprüfungsmission in Griechenland beginnt

Nachricht vom 01.02.2016 01.02.2016 (www.4investors.de) - Einmal mehr sorgen schwache Konjunkturdaten aus China heute Morgen für Verstimmung. Die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe lagen unterhalb der Marke von 50 Punkten. Immerhin hält sich der entsprechende Indikator für das Dienstleistungsgewerbe noch über der 50 Punkte-Marke. Allerdings ging auch dieser im Vormonatsvergleich zurück. Das dürfte die Sorgen über die Perspektiven der chinesischen Wirtschaft wieder größer und die Rufe nach zusätzlichen stimulierenden Maßnahmen lauter werden lassen. Man darf also gespannt sein, ob es von der chinesischen Administration / Notenbank dazu demnächst Signale gibt. Eine Abwertung der Währung und / oder eine zusätzliche Lockerung der Geldpolitik sollten die Kapitalmärkte also nicht überraschen.

Gute Nachrichten gab es dagegen am Freitag von der US-Wirtschaft. Die erste Schätzung des US-BIP für Q4 2015 lag zwar leicht unter der Konsensusprognose. Doch in Anbetracht der Schätzungen, die am Markt herumgereicht worden waren (u. a. leichter Wachstumsrückgang) kann sich das Ergebnis von 0,7% sehen lassen. Der private Verbrauch konnte einmal mehr überzeugen, so dass man davon ausgehen kann, dass der binnenwirtschaftlich getriebene Aufschwung in Takt ist. Zudem stieg der Chicagoer kräftig auf mehr als 55 Punkte an. Damit schlug er nicht nur die Schätzungen bei weitem, sondern sprang auf einen Wert, der Expansion bedeutet. Man darf also sehr gespannt sein, welchen Wert der ISM für das verarbeitende Gewerbe heute annimmt. Schließlich ist das verarbeitende Gewerbe in den USA bislang die Achillesverse der US-Wirtschaft. Außerdem dürfte die Kernrate des PCE-Deflators von besonderem Interesse sein. Die ersten US-Notenbanker scheinen mit Blick auf die weltwirtschaftlichen Entwicklungen dabei zu sein, hinsichtlich des künftigen Leitzinspfades etwas zurück zu rudern, so dass die Wahrscheinlichkeit für eine nächste Zinsanhebung im März kleiner wird. Die Kernrate des PCE-Deflators als präferiertes Instrument der Fed zur Messung von Inflation liegt jedoch deutlich über der Nulllinie. Sie könnte also durchaus trotz der weltwirtschaftlichen Einflüsse handeln.

Am Vormittag werden die Marktakteure auf die endgültigen Markit Einkaufsmanagerindizes für die Euroländer schauen. Größere Überraschungen sollte es nicht geben. Im weiteren Tagesverlauf sind die Aussagen der europäischen Notenbanker – insbesondere Mario Draghi vor dem Europäischen Parlament – zu beachten. Ob es neue Hinweise geben wird, wie es mit dem QE-Programm weitergehen wird ist offen, zumal es ja mit Blick auf die jüngsten M3-Daten nicht so recht zu wirken scheint.

Ab heute dürfte Griechenland wieder mehr in den Fokus geraten, denn die offizielle Überprüfungsmission der Geldgeber beginnt. Vermutlich wird sich das „übliche“ Bild ergeben, wonach die Reformen nur schleppend umgesetzt werden und Griechenland weit hinter dem Zeitplan liegt.

Der Bund Future dürfte kaum verändert in die Woche starten. Im Tagesverlauf dürfte er sich zwischen 162,40 und 164,25 bewegen. Die Rendite der 10jährigen US-Treasuries sollte zwischen 1,86 und 2,06% schwanken.


Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der National-Bank AG. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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