Commerzbank: Chef der Bank of England, Mark Carney, verstärkt Pfundabschwächung

Nachricht vom 20.01.2016 (www.4investors.de) - Gestern überraschten die Verbraucherpreise in Großbritannien mit einem Anstieg von 0,1% M/M bzw. +0,2% J/J im Dezember, erwartet worden war eine Stagnation. Die Kernrate ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise erhöhte sich von 1,2% auf 1,4% J/J. Nach Meldung der Preisdaten stärkte sich das Pfund ggü. EUR und USD vorübergehend. Der Chef der BoE - Mark Carney - betonte jedoch gestern Nachmittag, dass aufgrund des Ölpreisrückgangs, des internationalen Konjunkturumfelds und fallender Inflationsraten keine rasche Zinserhöhung angebracht sei. Das brachte das Pfund erneut unter Druck.

Zinsen und Anleihen


Großbritannien: Arbeitslosenzahl (Dez.), 10:30 Uhr
USA: Verbraucherpreise (Dez.), 14:30 Uhr
USA: Baubeginne (Dez.), 14:30 Uhr

Nach den Kurseinbrüchen der letzten Wochen zeigten sich die Finanzmärkte gestern zunächst etwas freundlicher und die Renditen am Rentenmarkt stiegen leicht an. Nach schwachen Vorgaben aus Asien konnten US-Treasuries und Bundesanleihen heute Morgen aber Kursgewinne erzielen. Die gestern Morgen aus China gemeldeten Konjunkturdaten lagen sehr nahe an den Analystenerwartungen. Die chinesische Industrieproduktion war im Dezember 5,9% höher als im Vorjahr – um diesen Wert schwankte die Wachstumsrate seit einem Jahr. Zumindest in diesen Daten ist keine markante Abschwächung am aktuellen Rand erkennbar. Auch der private Verbrauch entwickelt sich mit einem Zuwachs von 11,3% im Dezember (zum Vorjahr) weiter positiv. Dies spiegelt sich auch darin wider, dass der Anteil des privaten Verbrauchs am Bruttoinlandsprodukt vor allem im letzten Jahr kontinuierlich angestiegen ist, während der Anteil der Investitionen sich reduziert hat. Das gesamtwirtschaftliche Wachstum wird für das vierte Quartal mit 6,9% zum Vorjahr angegeben. Aber wie immer sind diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen. Viele Analysten sind der Ansicht, dass das tatsächliche Wachstum unter 6% lag. Wenig überraschend war nach den jüngsten Turbulenzen auch der Rückgang des deutschen ZEW-Index. Die Konjunkturdynamik mag sich zwar tatsächlich abschwächen – hierfür ist aber der Ifo-Geschäftsklimaindexder bessere Indikator. Er wird am Montag veröffentlicht. Wie die jüngste von der EZB veröffentlichte Umfrage zeigt, befindet sich das Kreditgeschäft im Euroraum weiter im Aufwind: Die Banken senken die Hürden für neue Kredite, während zugleich Haushalte und Unternehmen mehr Kredite nachfragen.

Aktien


ASML, Ergebnis Q4 2015
Goldman Sachs, Ergebnis Q4 2015

Nach vier aufeinander folgenden Tagen mit Kursverlusten legte der Dax gestern um 1,5% zu. Auslöser für die Erholung zeichneten mehrere Faktoren. Die veröffentlichten Wirtschaftsdaten aus China lagen weitgehend im Rahmen der Erwartungen, auch wenn sie den Abwärtstrend der Konjunktur bestätigen und wenig Anlass für Euphorie bieten. Neben dem etwas schwächeren Euro stützte auch der wieder anziehende Ölpreis, der zu Wochenbeginn auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren gefallen war. Nicht zuletzt sorgten auch vage Hoffnungen auf eine Unterstützung für die Kapitalmärkte durch die Europäische Zentralbank am Donnerstag für leichten Rückenwind. Spitzenreiter unter den europäischen Leitindizes war die Börse in Österreich (ATX +2,1%). Im Dax reüssierten v.a. Versorgertitel. So profitierten Eon (+7,6%) und RWE (+8,7%) von Votenheraufstufungen sowie von unter-stützenden politischen Aussagen durch Wirtschaftsminister Gabriel. Nach den starken Kursverlusten der Vortage waren Bankwerte ebenfalls gesucht (Deutsche Bank 1,7%). In der zweiten Reihe legte die Aktie von Zalando nach robusten Umsatzzahlen rd. 5,9% zu. Nach guten Quartalsergebnissen stieg die Aktie der Software AG um 12,6%. Dagegen verlor die Notierung von Axel Springer nach einer Votenherabstufung rd. 2,6%. Auf europäischer Sektorebene führten Bauwerte mit durchschnittlichen Aufschlägen von 2,2% die Performancerangliste an (Tagesverlierer: Medien +0,5%). Die Börsen in den USA tendierten mit leichten Aufschlägen. Der Dow Jones-Index gewann 0,2%. Belastend wirken nach wie vor die Themen China und Öl. Auf Sektorebene waren v.a. Versorgertitel (+1,5%) gesucht. Rohstoff- und Energieaktien waren mit durchschnittlichen Verlusten von 1,2% bzw. 2,2% Tagesverlierer. Die Börsen in Asien tendierten schwächer. Der Nikkei 225 verlor 3,7%; der Yen wertete um 0,7% auf.

Disclaimer: Der Text ist eine Kolumne der Commerzbank. Der Inhalt der Kolumne wird von 4investors nicht verantwortet und muss daher nicht zwingend mit der Meinung der 4investors-Redaktion übereinstimmen. Jegliche Haftung und Ansprüche werden daher von 4investors ausdrücklich ausgeschlossen!

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Aktie: Britisches Pfund
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Branche: Währung Großbritannien / Wechselkurs EUR/GBP

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